Stark und elegant in den Lenz

Zum zweitenmal nach 2010 zeigten sich Fachgeschäfte und Gewerbe Degersheims am Wochenende in der Steinegg an der Frühlingsausstellung. Dabei gab es beeindruckende Fingerfertigkeiten, einzigartiges Bier und elegante Models zu erleben.

Mario Fuchs
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DEGERSHEIM. Laut dröhnt die Motorsäge. Die Späne fliegen bis übers Absperrgitter zu den gespannten Beobachtern. Was zuerst ein runder Holzpflock ist, wird immer mehr zu einem Lebewesen: Nur mit der Kettensäge und viel Können entsteht langsam eine Eule. Zehn Meter weiter dröhnt es nicht mehr, hier klopft's. Cheyenne Mock und Marc Naef, zwei Lernende der Dux Spenglerei und Blechtechnik, fertigen mit Hammer und Geschick erstaunlich detailgetreue Rosen an – aus Kupferblech. «Für eine brauche ich zwei Stunden», erklärt Cheyenne Mock, und formt das nächste Rosenblatt mit den Fingern zurecht.

Endlich Zeit für den Schwatz

Der Himmel über Degersheim ist am Samstag leicht wolkenverhangen, die Sonne drückt. Es ist kalt für einen Frühlingstag – und doch ideales Wetter für einen Besuch der 2. Degersheimer Frühlingsausstellung. Freundlich grüssen die Detailhändler und Gewerbler hinter ihren Ständen, bieten Kaffee, eine Bratwurst oder ein Cüpli an. Die Stimmung ist entspannt. Wer etwas länger an einem Stand stehenbleibt, dem wird nichts aufgeschwatzt.

Kraft brauchen und tanken

Es geht nicht um den Umsatz, sondern um die Kundenkontakte. Um den Schwatz, für den sonst während des geschäftigen Courant normal keine Zeit bleibt. Um die Neuheiten, die erklärt zu erhalten sehr interessant ist, was aber eben etwas länger dauert. Oder darum, mit eigenen Augen und Händen die beeindruckenden Fähigkeiten der heimischen Handwerker zu erleben. Etwa wenn man unter der Anleitung von Baufachmann Reto Bruggner einen Baukran im Simulator steuert: «In einer Stunde hatten wir 31 Crashes», sagt der ausgebildete Kranführer schmunzelnd. Oder am Stand der Dach- und Fassadenspezialisten der Giger GmbH. Mit einer Spezialschere spanische Schieferplatten zuzuschneiden, erfordert Kraft.

Kraft, die man in der von der Familie Keller mit viel Herzlichkeit betriebenen Festwirtschaft wieder tanken kann. Für Stimmung sorgen die Wyssbach-Örgeler. Dann wird es plötzlich dunkel in der Halle: Junge Damen und Herren präsentieren in der Show «fresh and colours» Make-up und Schmuck – elegant wie Frühlingsblumen. Besonders begehrt ist ein blaues Fläschchen: die «Gwerbler-Perle». Eigens für diese zwei Tage hatte das OK in Stammheim ein Spezialbier gebraut. Es kommt gut an – so wie die gesamte Ausstellung: «Schön, dass es so etwas gibt», meint eine Besucherin. «Ich glaube, wir dürfen stolz sein auf unsere einheimische Wirtschaft.»

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