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Standortförderung soll die ganze Region als Wirtschaftsregion positionieren

Mit der Gründung einer neuen regionalen Standort- und Wirtschaftsorganisation sollen die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik intensiviert und die Attraktivität der Wirtschafts- und Lebensregion Wil nach innen und aussen bekannt gemacht werden.
Hans Suter
ESP Wil West: Am südöstlichen Ende Münchwilens sind 1500 bis 2000 und in der angrenzenden Industriezone Gloten (Gemeinde Sirnach) 250 bis 1000 Arbeitsplätze möglich. (Bild: Hanspeter Schiess/Urs Bucher)

ESP Wil West: Am südöstlichen Ende Münchwilens sind 1500 bis 2000 und in der angrenzenden Industriezone Gloten (Gemeinde Sirnach) 250 bis 1000 Arbeitsplätze möglich. (Bild: Hanspeter Schiess/Urs Bucher)

Deshalb sucht die Regio Wil einen Standortförderer oder eine Standortförderin, eine Gesamtprojektleiterin oder einen Gesamtprojektleiter und eine PR-Fachperson mit einem Arbeitspensum von je 80 bis 100 Prozent. Vergangenen Freitag war Einsendeschluss für die Bewerbungsunterlagen. «Wir haben eine Vielzahl interessanter Bewerbungen erhalten», bestätigt Anne Rombach, Geschäftsführerin der Regio Wil. In den nächsten Tagen stünden entsprechende Bewerbungsgespräche an. Bis die Auserwählten ihre Stelle antreten, dürfte es aber noch etwas dauern. «Wer in einer festen Anstellung ist, hat je nach Funktion eine Kündigungsfrist von drei bis sechs Monaten», gibt Anne Rombach zu bedenken. Dennoch: Alles liegt im vorgesehenen Zeitplan.

Mehr als 2000 Arbeitsplätze möglich

Mit den drei neuen Stellen verdoppelt sich das bestehende Personal der Regio Wil auf einen Schlag. Warum ist das notwendig? Die Antwort liefert ein kurzer Blick auf die Aufgaben und Strukturen dieser Organisation. Die als Verein organisierte Regio Wil ist im Auftrag ihrer 22 St. Galler und Thurgauer Mitgliedgemeinden im Grossraum Wil für die regionale Raum- und Verkehrsplanung sowie für die Wirtschaftsförderung zuständig. Ein Kernstück ist der Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Wil West, wo im Grenzdreieck Wil-Münchwilen-Sirnach in den nächsten zwei Jahrzehnten mehr als 2000 Arbeitsplätze entstehen können. Der ESP Wil West und das Agglomerationsprogramm sind in der Öffentlichkeit die bekanntesten «Produkte» der Regio Wil. Doch es steckt noch weit mehr hinter diesem Verein. Und vor allem: Die konkreten Umsetzungsarbeiten beginnen erst. Dazu braucht es entsprechendes Personal.

Neue Standort- und Wirtschaftsorganisation

An der Delegiertenversammlung vom 22. November haben die Delegierten der Regio Wil entschieden, per Mai 2019 eine neuen Wirtschaftsverein zu gründen, der einerseits die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik intensivieren und anderseits die Attraktivität der Wirtschafts- und Lebensregion Wil nach innen und aussen bekannt machen soll. Der Name der Organisation ist derzeit noch nicht bekannt. Dem Vernehmen nach wird es ein Name sein, der nicht an die Geografie gekoppelt ist. Das Betriebsmodell sieht vor, dass der Betrieb in den bestehenden Räumen der Regio Wil im Railcenter an der Säntisstrasse südlich des Bahnhofs Wil angesiedelt ist. Allerdings verfügt die Geschäftsstelle nicht über die notwendigen personellen und fachlichen Ressourcen. Deshalb wird nun Personal gesucht.
Die neue Standort- und Wirtschaftsorganisation bezweckt die regionale Wirtschaftsförderung und soll einen Standortförderer als Leiter erhalten. Als Zweck sind die Positionierung, Stärkung und Entwicklung des Wirtschaftsraums sowie die regionale Wirtschaftspflege und Standortprofilierung definiert. Der neu zu gründende Verein arbeitet auf der Basis einer Leistungsvereinbarung mit der Regio Wil; die administrative Geschäftsführung liegt bei der Regio Wil.

Projektkoordination von Bedeutung bei Wil West

Die Komplexität in den Projekten ist hoch, insbesondere bei der Standortentwicklung Wil West, die sich über Münchwilen, Sirnach und Wil sowie zwei Kantone erstreckt. Deshalb wird auch ein Gesamtprojektleiter gesucht. Seine Hauptaufgaben liegen in der Vorbereitung strategischer Entscheidungen, der operativen Führung und Steuerung sowie der Koordination und Weiterentwicklung des Gesamtvorhabens «Standortentwicklung Wil West». Das Generationenprojekt Wil West ist nicht als Verein organisiert, sondern in einer Charta zwischen den drei Standortgemeinden, den zwei Standortkantonen und der Regio Wil geregelt.
Für die operative Kommunikationsunterstützung wird zudem eine PR-Fachperson gesucht. Sie wird sowohl bei der neuen Standort- und Wirtschaftsförderung als auch im Standortsentwicklungsprojekt Wil West eingesetzt. Alle neuen Stellen sind der Geschäftsführerin der Regio Wil, Anne Rombach, unterstellt.

Finanzierung vorerst gesichert

Finanziert wird die neue Standort- und Wirtschaftsorganisation im laufenden Jahr durch die Regio Wil. Bewilligt wurden eine einmalige Anschubfinanzierung von 238000 Franken und ein Betriebsbeitrag von 75000 Franken, gesamthaft also 313000 Franken. Für das Jahr 2020 sind ein Betriebsbeitrag von 220000 Franken und einmalige Kosten für externe die Mandatsbetreuung von 30000 Franken und ab dem Jahr 2021 ein wiederkehrender Betriebsbeitrag von rund 215000 Franken vorgesehen.
«Die Mitgliederbeiträge der Regio Wil werden nicht erhöht», betont Regio-Wil-Geschäftsführerin Anne Rombach. Aktuell leisten die 22 Mitgliedgemeinden einen Jahresbeitrag von fünf Franken pro Einwohner und Einwohnerin. Dabei soll es bleiben. Vielmehr soll die Wirtschaft eingeladen werden, sich über Sponsoring und andere Formen an der Finanzierung der Wirtschaftsförderung zu beteiligen.

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