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STANDORT IM ZENTRUM: Einwohner wehren sich gegen Antennen

Die Swisscom will auf dem Dach der Monstein Processing AG in Niederhelfenschwil zwei Mobilfunkantennen errichten. Damit stösst der Telekommunikationsriese auf Widerstand. 235 Personen stellen sich mit einer Sammeleinsprache dagegen.
Ursula Ammann
Die Gegner der Antenne kritisieren den von der Swisscom gewählten Standort - das Dach der Monstein Processing AG. (Bild: Ursula Ammann)

Die Gegner der Antenne kritisieren den von der Swisscom gewählten Standort - das Dach der Monstein Processing AG. (Bild: Ursula Ammann)

Ursula Ammann

ursula.ammann@wilerzeitung.ch

«Im Obstgarten» sollen sie stehen und zum Himmel ragen: Die Rede ist nicht etwa von Apfelbäumen, sondern von zwei Mobilfunkantennen. Diese will die Swisscom auf dem Gebäude der Monstein Processing AG in Niederhelfenschwil errichten. Gegen das Vorhaben kündigt sich Widerstand an, zumal sich der Standort mitten im Dorf befindet, in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern und einem Stall mit Tieren. 15 angrenzende Grundeigentümer und weitere 220 Personen haben eine Sammeleinsprache gegen die geplanten Antennen erhoben.

Einsprecher wollen eine IG bilden

«Insgesamt haben sich somit 235 einspracheberechtigte Personen unserer Gruppe angeschlossen», sagt Thomas Kleger. Er und die anderen Einsprecher sind überzeugt, dass die Mobilfunkantennen im bewohnten Gebiet nicht nur unverhältnismässig sind, sondern im vorliegenden Fall auch nicht dem öffentlichen Interesse dienen. Den Drang der Telekommunikationsanbieter, «immer mehr und stärkere Antennen» zu bauen, sei unsinnig, finden die Gegner. Die erforderliche Datenmenge könne bei relativ neuen Smartphones ohne Weiteres über Kabel beziehungsweise WLAN übertragen werden. Für Telefone im Garten oder auf der Strasse reiche das bereits verfügbare schwache Funknetz. Die Gruppe macht auch auf gesundheitliche Risiken aufmerksam: «Mobilfunkstrahlung ist seit 2011 von der WHO als möglicherweise krebserregend eingestuft, weil Studien ein erhöhtes Hirntumorrisiko bei intensiver Handynutzung zeigten.»

Von den Plänen der Swisscom erfahren habe man durch eine besorgte Anwohnerin, sagt Thomas Kleger. «Sie bemerkte die Bauvisiere und kam auf uns zu.» So geriet der Stein ins Rollen. Die im Baubewilligungsverfahren berechtigten 235 Einsprecher haben nun gemeinsam einen Rechtsanwalt mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt. Darüber hinaus wird in den nächsten Monaten eine Interessengemeinschaft (IG) gebildet, die auch weitere Kreise von Interessierten und Betroffenen in den Kampf gegen Mobilfunkantennen in den Dörfern Niederhelfenschwil, Zuckenriet und Lenggenwil einbinden wird. Diese IG wird die Forderung aufstellen, Standorte von Mobilfunkantennen sorgfältig zu planen – «unter Berücksichtigung der Wünsche der Bevölkerung, der Gesundheitsvorsorge und des Ortsbilds».

«Von den Behörden erwarten wir, dass sie die Besorgnis bezüglich Liegenschaftsentwertungen und Gesundheitsschädigungen der direkt Betroffenen ernst nehmen und sich dafür einsetzen, im Wohngebiet keine Mobilfunkantennen zu bewilligen», sagt Thomas Kleger. «Dies umso mehr, weil über 70 Prozent aller Einspracheberechtigten dahinter stehen und sich darüber hinaus zahlreiche Gegner der Mobilfunkantennen in einem Wohngebiet aus Interessenkonflikten nicht der Einsprechergemeinschaft anschliessen konnten.»

Der Niederhelfenschwiler Gemeindepräsident Simon Thalmann bestätigt, dass bis zum Ablauf der Einsprachefrist – diese endete am Montag – fast 250 Einsprachen gegen die zwei je drei Meter hohen Antennen eingegangen sind. Zudem seien Gesuche zur Verlängerung der Begründungsfrist gestellt worden. Die Einsprecher haben deshalb noch bis Juli Zeit, die Gründe für ihre Einsprache darzulegen.

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