Stadttambouren sind Schweizer Spitze

Die Wiler Stadttambouren erzielten am 25. Eidgenössischen Tambouren- und Pfeiferfest in Interlaken Spitzenresultate und zeigten eindrücklich, dass sie musikalisch zur Schweizer Elite gehören.

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Alle vier Jahre finden sie statt: die Schweizer Meisterschaften der Tambouren, Pfeifer und Claironisten. In diversen Kategorien spielten rund 140 Vereine im Sektionswettspiel und fast 1000 Musikanten im Einzelwettspiel um verschiedene Schweizer-Meister-Titel. Das ganz Besondere eines solchen nationalen Fests ist es, dass es die sehr vielfältige musikalische Kultur der Schweizer Trommel-, Pfeifer- und Claironszene vereint.

Letztere wird geprägt durch das Trommel- und Natwärischspiel im Wallis, die Trommel- und Piccolomusik in Basel und in der Westschweiz, die Trommelszene in der Zentralschweiz und die Musik der Tambouren und Claironisten in der Ostschweiz.

Vize-Meister im Gemischten

Die Möglichkeit zum kulturellen Austausch nutzte auch die Aktivsektion der Stadttambouren.

Vor allem aber wollte der Wiler Verein die Äbtestadt vertreten und zeigen, dass er im nationalen Vergleich ganz vorne mitmischen kann. Die Stadttambouren traten in diversen Wettspielkategorien an – und zeigten eindrücklich, dass sie zur Schweizer Elite gehören. Im gemischten Sektionswettspiel der Tambouren und Claironisten errangen die Wiler – ihres Zeichens amtierender Ostschweizer Meister – den zweiten Rang und somit den Titel des Vize-Schweizer-Meisters.

Geschlagen geben mussten sie sich lediglich dem Tambourenverein Fürstenland/Gossau. Die Claironisten verpassten das Podest knapp und wurden in ihrem Sektionswettspiel unter der Leitung von Markus Graf Vierte.

Ebenfalls nicht ganz an die Spitze gelangte die von Philipp Rütsche dirigierte Tambourensektion, der aber dennoch zwei Spitzenresultate gelangen.

In der Kategorie Tambouren/Perkussion, die ihrer Attraktivität wegen grossen Unterhaltungswert hat, erreichten die Wiler in einem hochkarätigen Teilnehmerfeld den ausgezeichneten dritten Platz. Im Sektionswettspiel der Tambouren, in dem knapp 100 Vereine in drei Stärkeklassen antraten, gelang den Wiler Tambouren ebenfalls ein sehr gutes Resultat: In der höchsten Stärkeklasse mit 24 Sektionen erreichten sie den 13. Rang.

Dabei unterschieden sich die Resultate der Sektionen auf den Rängen 7 bis 14 nur ganz minim, so dass konstatiert werden kann: Die Stadttambouren mischten zwar nicht ganz an der Spitze, aber definitiv in der Schweizer Elite mit – und waren obendrein die drittbeste Tambourensektion der ganzen Ostschweiz.

Wiler als beste Ostschweizer

Den Titel der besten Sektion der Schweiz erlangte die Fasnachtszunft Rhyburg aus Möhlin.

Im Einzelwettspiel der höchsten Stärkeklasse der Tambouren stellte derselbe Verein mit Ivan Kym auch gleich den Schweizer Meister. In dieser Einzelwettspielkategorie mit 180 Tambouren, in der in drei Vorrundengruppen 20 Finalisten selektioniert werden, wussten auch zwei Wiler auf ganz besondere Art zu brillieren: Jan Künzle und Yves Wiesli erreichten aufgrund ihrer Vorrunden-Resultate als einzige Tambouren der Ostschweiz das Finale und belegten dort die ausgezeichneten Ränge 12 und 15.

Isabella Walzthöny als 21., Urs Künzle als 48. und Colin Bellhouse als 50. rundeten das Bild der sehr guten Einzelleistungen der Tambouren ab. Im Einzelwettspiel der Claironisten plazierte sich Hermann Locher als 9. in den nationalen Top Ten und errang zudem einen begehrten Lorbeerkranz. Die Wiler Roman Hinder als 16. und Roland Hugentobler als 17. gehören mit ihren Resultaten ebenfalls zu den besten 20 Claironisten der Schweiz.

Grosse musikalische Breite

Die Spitzenresultate der Wiler Stadttambouren sind umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass sie im Vergleich mit anderen Sektionen eine viel grössere musikalische Breite abdecken. So konzentrieren sie sich am Wettspiel auf diverse Sektionskategorien und fokussieren nicht nur auf das Trommelspiel, wie das andere Vereine tun.

Zudem setzt der Wiler Verein beileibe nicht nur auf die Karte Wettspiel, sondern ist ebenfalls eine Unterhaltungssektion, die das Trommel-, Clairon- und Perkussionsspiel pflegt, die Traditionelles wie Modernes vereint – und die etwa auch über eine Showgruppe mit einer Perkussionsshow à la «Stomp» verfügt. Das nächste Mal zu sehen und zu hören sind die Stadttambouren Wil am Donnerstag, 24. Juni, um 20 Uhr anlässlich der Altstadtserenade auf der Seebühne am Wiler Stadtweiher. (pd.)

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