Stadtrat irritiert mit der Grünaustrasse

Zum Artikel «Mit Stossrichtung einverstanden», Wiler Zeitung vom Donnerstag, 24. März

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Zum Artikel «Mit Stossrichtung einverstanden», Wiler Zeitung vom Donnerstag, 24. März

Mit grossem Befremden habe ich dem Artikel entnommen, dass der Stadtrat den Bau der Grünaustrasse begrüsst, obwohl sie im Februar 2003 mit 57 Prozent Nein-Stimmen deutlich abgelehnt wurde. Der Stadtrat missachtet in grober Weise einen ganz klaren Volksentscheid. Ausserdem hat er und mit ihm die Wiler Bevölkerung und alle Parteien im Stadtentwicklungskonzept festgelegt, dass eine Grünaustrasse nur als Quartiererschliessungsstrasse in Frage käme, und das nicht in naher Zukunft, wie das das Agglomerationsprogramm vorsieht. Mit dieser Aussage zur Grünaustrasse lässt der Stadtrat das aufwendig und breit abgestützte Stadtentwicklungskonzept Makulatur werden.

Nutzen der Grünaustrasse

Während dem Autobahnanschluss Wil West und den dazu gehörenden Entlastungsstrassen im Agglomerationsprogramm viel Platz eingeräumt wird, fallen Angaben zu einer Notwendigkeit der Grünaustrasse sehr spärlich aus, Grundlagenmaterial fehlt beinahe gänzlich. Dass der Stadtrat diese Strasse trotzdem auf Biegen und Brechen durchboxen will, zeigt sich im letzten Abschnitt des Zeitungsartikels. Dort werden die Verfasser des Aggloprogramms aufgefordert, den Nutzen einer solchen Strasse deutlicher aufzuzeigen.

Ausserhalb oder unterirdisch

Im Jahr 2003 hat die Wiler Bevölkerung klar gesagt, sie wolle keine Strasse als Schneise durch Wil. Der Stadtrat hatte nun acht Jahre lang Zeit, ein stadtverträgliches Projekt auszuarbeiten. Nach der Fusion Wils mit Bronschhofen dürfte es ihm leichter fallen, ein Tunnelprojekt zu lancieren. Es muss ein verkehrspolitisches Ziel sein, den Verkehr nicht in die Stadt zu bringen, sondern ihn ausserhalb oder unterirdisch zu «versorgen».

Guido Bünzli

Pestalozzistrasse 2

9500 Wil

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