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«Stadtrat hat keine Lösungen»

Der SVP-Stadtparlamentarier Nathanael Trüb erkundigte sich beim Wiler Stadtrat über das künftige Vorgehen in Bezug auf den hohen Anteil fremdsprachiger Schüler. Mit der Antwort ist er «absolut nicht zufrieden».
Ursula Ammann
Der Wiler SVP-Stadtparlamentarier Nathanael Trüb befürchtet, dass Schweizer Kinder aufgrund des hohen Anteils fremdsprachiger Schülerinnen und Schüler zu kurz kommen. (Symbolbild: Ralph Ribi (Gossau, 17. September 2014))

Der Wiler SVP-Stadtparlamentarier Nathanael Trüb befürchtet, dass Schweizer Kinder aufgrund des hohen Anteils fremdsprachiger Schülerinnen und Schüler zu kurz kommen. (Symbolbild: Ralph Ribi (Gossau, 17. September 2014))

79 Prozent beträgt er im Schulhaus Lindenhof, 65 Prozent im Matt und 58 Prozent im Allee-Schulhaus: der Anteil fremdsprachiger Schülerinnen und Schüler. In einer Interpellation erkundigte sich SVP-Stadtparlamentarier Nathanael Trüb, der als Schulrat kandidiert, was der Stadtrat für eine bessere Durchmischung zu tun gedenke. Der in der Krisenintervention tätige Lehrer und Medienpädagoge erwähnte in diesem Zusammenhang auch bereits stattfindende Bustransporte im Sinne einer besseren Verteilung und stellte die Frage, ob man diese noch forciere. Zudem wollte er wissen, welche Massnahmen ergriffen würden, um Schweizer Kinder besser zu fördern und Wegzüge von Familien aus besonders von Fremdsprachigkeit betroffenen Quartieren zu verhindern.

In seiner Antwort hält der Stadtrat fest, dass es in Wil keine Bustransporte aufgrund eines hohen Fremdsprachigenanteils in der Schuleinheit im Wohnquartier gebe. Aktuell sei es zwar so, dass einige Kinder aus der Reuttistrasse den Kindergarten Zelghalde besuchen würden, dies jedoch, um Klassengrössen auszugleichen.

Der Stadtrat gibt zu, dass der Anteil fremdsprachiger Kinder «mit mehr als 50 Prozent» hoch sei. Es sei aber kaum möglich, die «markanten Unterschiede» zwischen den einzelnen Wohn- und Schulquartieren mit einer Schulbuslösung auszugleichen. Die künftige Strategie diesbezüglich sei jedoch Bestandteil der Beratungen im Projekt Schule 2020.

Dass der Stadtrat die stattfindende Umverteilung mit den Klassengrössen begründet, wertet Trüb als ein Ausweichen gegenüber der Problematik des hohen Anteils an Fremdsprachigen. Zudem stört er sich daran, dass der Stadtrat lediglich «von mehr als 50 Prozent» Fremdsprachigen spricht. «Das ist nicht transparent», findet Trüb.

Keine Rahmenbedingungen für Schweizer Schüler

Zur Frage, welche Massnahmen man ergreifen wolle, um Schweizer Kinder zu fördern und zu verhindern, dass deren Familien wegziehen, bemerkt der Stadtrat, dass es von verschiedenen Faktoren abhänge, ob sich jemand in einem Quartier heimisch und wohl fühle. «Die Gründe für den Zu- oder Wegzug in ein anderes Quartier liegen zumeist im Zusammenhang mit Veränderungen der Familien- oder Einkommensverhältnisse», heisst es in seiner Antwort. Der Stadtrat fügt jedoch an, dass Umzüge oder Wegzüge wegen der Schule erfolgen. Allerdings gebe es bereits heute verschiedene Massnahmen wie Spielgruppen, Deutsch für Fremdsprachige oder familienergänzende Betreuungsangebote, hält der Stadtrat fest. Im Rahmen des «projet futur» seien zudem Massnahmen für eine «städtebauliche und sozialräumliche Entwicklung» im Lindenhofquartier vorgesehen. Das werde sich auf die Schulsituation auswirken, benötige aber einen längerfristigen Zeithorizont.

Der Stadtrat hole weit und unnötig aus ohne wirklich Lösungsvorschläge zu präsentieren, sagt Nathanael Trüb. In der Antwort zu seiner Frage, welche Massnahmen der Stadtrat im Schulbereich wegen der hohen Fremdsprachigenanteile ergreifen will, fehlen ihm die Rahmenbedingungen für Schweizer Schüler, «welche nach wie vor an einigen Schulen entschieden in der Minderheit sind.»

Insgesamt höre er heraus, dass sich der Stadtrat der Problematik eines hohen Fremdsprachenanteils an den Wiler Schulen zwar «bewusst» sei, diese aber nicht angehen könne oder wolle, sagt Trüb. «Ich bin mit der Gesamtantwort absolut nicht zufrieden». Ihm fehlen «proaktive Lösungsansätze» zugunsten von Eltern, Lehrern, Schülern und dem Projekt «Schule 2020».

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