Stadträtin Jutta Röösli weist die erneute Kritik am Mittagstisch-Catering klar ab: «SV Service erreichte die höchste Gesamtnote und ist am günstigsten»

Es ist Wahlkampf und die Leserbriefschreibenden legen sich ins Zeug. Nicht alle nehmen es dabei mit der Wahrheit gleich genau. Die erneute Kritik einer Leserbriefschreiberin am Catering für die Wiler Schulen widerlegt Stadträtin Jutta Röösli im Interview.

Hans Suter
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Stadträtin Jutta Röösli, Schulratspräsidentin.

Stadträtin Jutta Röösli, Schulratspräsidentin.

Bild: PD

In einem Leserbrief (Ausgabe vom 4.9.2020) wird der Wiler Stadträtin Jutta Röösli vorgeworfen, sie lasse das Mittagessen-Catering für die Schüler aus dem Kanton Basel herankarren. Viele Wiler hätten sich darüber aufgeregt, aber Röösli sei uneinsichtig und stur geblieben und habe den Vertrag verlängert. Die Schulkinder ässen heute noch Mittagessen aus Liestal. Was stimmt, was nicht? Schulratspräsidentin Jutta Röösli nimmt Stellung.

Woher stammt das Catering für die Mittagessen an den Wiler Schulen?

Jutta Röösli: Der SV Service liefert die Mittagessen.

Wie ist es zu diesem Entscheid gekommen?

Aufgrund der Beschaffungssumme musste gemäss gesetzlichen Vorgaben eine öffentliche Ausschreibung gemacht werden. Die Vergabe darf dabei beispielsweise keine Diskriminierung zur Folge haben, das heisst unter anderem, dass keine regionalen Anbieter bevorzugt werden dürfen. Der Entscheid für eine solche Vergabe liegt beim Stadtrat.

Nach welchen Kriterien wurde der Auftrag vergeben? Welche Kriterien wurden wie gewichtet?

Der Preis ist bei einer solchen Ausschreibung immer zentral. Weitere Kriterien waren: Qualität der Lebensmittel (frisch, regional, saisonal, ökologisch), Menuplan, Qualität der Zubereitung sowie Erfahrung und Referenzobjekte.

Wie viel teurer war denn der zweitgünstigste Mitbewerber?

Der SV Service erreichte nicht nur in der Gesamtbeurteilung die höchste Note, sondern reichte auch das günstigste Angebot ein; das heisst, er ist zirka 7000 Franken pro Jahr günstiger als der Zweitgünstigste.

Bereits bei der ersten Vergabe wurde kritisiert, dass der Preis höher gewichtet werde als der grosse Transportweg. Wurden oder werden die Kriterien angepasst?

Der Transportweg fällt aus ökologischer Sicht wenig ins Gewicht (Anmerkung: Der SV Service macht an zirka 25 Stationen Halt auf dem Weg nach Wil) und war deshalb auch kein Kriterium. Vielmehr zählen da die Herstellung der Lebensmittel (z.B. Fleisch/vegetarisch, Freiland/Treibhaus, frisch/tiefgekühlt) und der Transportweg zur Verarbeitung (z.B. mit Bahn, Lastwagen, Schiff oder Flugzeug). Diese ökologisch wesentlichen Aspekte wurden im Kriterium «Qualität der Lebensmittel» berücksichtigt.

Wie lange läuft der aktuelle Vertrag noch? Wann erfolgt die nächste Ausschreibung?

Der bestehende Vertrag läuft bis 31. Juli 2021. Die nächste Ausschreibung erfolgt Anfang 2021.

Werden die Kriterien für die Neuausschreibung angepasst?

Die bisherigen Kriterien werden überprüft und bei Bedarf angepasst.

Das Interview wurde schriftlich geführt.