STADTPARLAMENT
Zwei Stadträte traten in den Ausstand: Grünes Licht für ein Demenzzentrum in Rossrüti

Die Wiler Stadtparlamentarier befassten sich am Donnerstagabend gleich zweimal mit Projekten in Rossrüti. Sowohl für ein Demenzzentrum als auch für einen neuen Fuss- und Radweg gaben sie grünes Licht.

Simon Dudle
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So soll das Demenzzentrum Rosengarten in Rossrüti aussehen.

So soll das Demenzzentrum Rosengarten in Rossrüti aussehen.

Visualisierung: PD

An der Konstanzerstrasse in Rossrüti will die Altersorganisation Thurvita einen Wohnort für demente Menschen errichten. Auf dem gleichen Rosengarten-Areal plant die Firma Gebrüder Egli Maschinen AG eine Betriebserweiterung, da sie an die Kapazitätsgrenze gestossen ist.

Das Projekt erfuhr im Parlament wenig Gegenwind. Sowohl der Teilzonenplan als auch der Sondernutzungsplan Rosengarten wurden klar gutgeheissen. Und trotzdem gab es Diskussionen. Zum Beispiel um den Baurechtszins von 400 Franken, welcher von Matthias Loepfe (Grüne Prowil) als «zu tief» bezeichnet wurde. Stadtpräsident Hans Mäder entgegnete, dass dieser Zins das Resultat von Verhandlungen sei.

Die Grüne Prowil wartete zudem mit einer Empfehlung auf, der Stadtrat möge die Wegverbindung Dorfzentrum Rossrüti-Furtbach verbessern. Dies soll mit dem Projekt Hochwasserschutz abgestimmt werden. Für Mäder war diese Empfehlung «nicht nötig». So sah es dann auch das Parlament – wenn auch mit einer hauchdünnen Mehrheit. Mit 17:16 wurde die Empfehlung abgelehnt. Der politische Prozess ist damit abgeschlossen. Noch kann aber nicht gebaut werden. Denn es besteht die Möglichkeit, das Referendum zu ergreifen.

Auf dem Gebiet Rosengarten in Rossrüti plant Thurvita ein Demenzzentrum und die Gebrüder Egli Maschinen AG einen Erweiterungsbau.

Auf dem Gebiet Rosengarten in Rossrüti plant Thurvita ein Demenzzentrum und die Gebrüder Egli Maschinen AG einen Erweiterungsbau.

Bild: Larissa Flammer

Drei Personen waren im Ausstand

Für dieses Traktandum setzten sich gleich drei Personen auf die Tribüne und traten in den Ausstand. Einerseits Stadtrat Dario Sulzer wegen eines möglichen Interessenkonflikts, da er aktuell auch Verwaltungsratspräsident ad interim der Thurvita ist. Andererseits Stadträtin Ursula Egli und Parlamentarier Dominik Egli – wegen einer möglichen familiären Befangenheit bei der Gebrüder Egli Maschinen AG.

Rossrüti war noch bei einem anderen Traktandum Ort des Geschehens. Es ging um den Geh- und Radweg vom Ortsteil Rislen bis zur Hasenloostrasse. Das ist ein 200 Meter langes Teilstück, welches sicherer gemacht werden soll. Opposition dagegen gab es auch hier nicht. Ohne Gegenstimmen wurde der Kredit von knapp 120000 Franken gesprochen. Die vorberatende Kommission forderte zusätzlich Lampen bei den Übergängen des Langsamverkehrs. Auch das wurde einstimmig gutgeheissen. Gebaut werden kann allerdings auch hier noch nicht. Das Parlament gab lediglich dem Kanton grünes Licht.

Beat Ruckstuhls Premiere, Manuela Ebneters Dernière

Manuela Ebneter, ehemalige Wiler Stadtparlamentarierin

Manuela Ebneter, ehemalige Wiler Stadtparlamentarierin

Bild: PD

Das Stadtparlament tagte in neuer Zusammensetzung. Nachdem Brigitte Gübeli (Die Mitte) an der letzten Sitzung ihren Rücktritt gegeben hatte, rückte nun Beat Ruckstuhl aus Bronschhofen nach.

Und hinsichtlich der nächsten Sitzung wird es erneut eine Veränderung geben. Dieses Mal bei der FDP. Manuela Ebneter hat ihren Rücktritt eingereicht. Die vergangenen dreieinhalb Jahre gehörte sie dem Stadtparlament an und will nun mehr Zeit für andere Projekte und ihren Partner haben.