Stadt Wil würdigt kulturelles Engagement

Sie sorgen seit zehn Jahren für ein vielfältiges und buntes Leben in Wil. Nun verleiht die Stadt den Anerkennungspreis an den Verein Bühne am Gleis, die Singbox und den Verein Kulturzentrum. Die Schnitzelbänkler Tüüfelsbrünzler erhalten den Förderpreis.

Gianni Amstutz
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Der Gare de Lion gilt wohl als wichtigster Kulturort für junge Erwachsene in der Stadt Wil. (Bild: PD)
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Michael Fischer, amtierender Präsident des Vereins Bühne am Gleis, freut sich über den Anerkennungspreis. (Bild: PD)
Der Jugendchor Singbox beim Auftritt zu Ehren von Karin Keller Suter nach ihrer Wahl zur Ständeratspräsidentin. (Bild: Ralph Ribi)
Ein teuflisches Trio: Die Wiler Schitzelbänkler Tüüfelsbrünzler in ihren Kostümen. (Bild: PD)

Der Gare de Lion gilt wohl als wichtigster Kulturort für junge Erwachsene in der Stadt Wil. (Bild: PD)

«Das kulturelle Angebot der Stadt ist gut aufgestellt.» Zu diesem Fazit kommt Kathrin Dörig, Leiterin Fachstelle Kultur. So sei es denn auch nicht schwierig gewesen, würdige Kandidaten für die Anerkennungs- und Förderpreise zu finden. Und das, obwohl die Ehrungen bereits seit 1985 jedes Jahr vorgenommen werden. Die Stadt zeichnet damit Vereine und Personen aus, die sich um das kulturelle Leben in Wil besonders verdient gemacht haben. Heuer sind dies der Verein Bühne am Gleis, die Chorschule Singbox und der Gare de Lion.

Kleinkunst, Chormusik, Kulturlokal

Der Verein Bühne am Gleis organisiert jedes Jahr fünf bis sechs Veranstaltungen aus verschiedenen Kunstdisziplinen wie Musik, Tanz, Geschichten oder Familienstücke. Die Singbox wird von Markus Leimgruber geleitet. Zurzeit besuchen über 40 Singbegeisterte zwischen 4 und 15 Jahren die Singschule.

Der Verein Kulturzentrum Wil startete 2008 unter neuem Namen, dem Gare de Lion, sein Programm in der ehemaligen Remise. Nebst der Organisation von Konzerten stehen Partys, Lesungen, Poetry Slam, Comedy und Kleintheater auf dem Programm. «Wir schätzen dieses Engagement», sagt Kathrin Dörig. Mit dem Anerkennungspreis wolle sich die Stadt für das Wirken bedanken und die Kulturschaffenden ins Rampenlicht rücken. Ein vielfältiges kulturelles Angebot sei der Stadt ein Anliegen.

Neben den Anerkennungspreisen für etablierte Kulturvereine verleiht die Stadt auch einen Förderpreis. «Dieser soll Ansporn sein für Talente, ihren Weg weiter zu verfolgen», sagt Kathrin Dörig. Ausgezeichnet damit werden in diesem Jahr die Schnitzelbänkler Tüüfelsbrünzler. Samuel Rüegg, Benjamin Heutschi und Gabriel Dahinden verpacken das Lokalgeschehen während der Fastnachtszeit in Verse. Die Freude über den Förderpreis sei höllisch gross, sagt Heutschi, der selbst ausserhalb der Fastnachtszeit Schnitzerbänkler zu sein scheint. «Die Auszeichnung ist für uns eine teuflisch grosse Motivation, aber auch eine Verpflichtung, den Schnitzelbank-Abend am Gümpelimittwoch weiterhin mit Versen und Liedern zu bereichern.»

Die Vereine zeigen sich ebenso erfreut über die Würdigung ihrer Arbeit. Es sei eine Anerkennung für ihren Einsatz für ein buntes Kulturangebot, sagt Michael Fischer, Präsident von Bühne am Gleis. Markus Leimgruber, Leiter der Singbox, sieht in der Auszeichnung ein schönes Zeichen für die katholische Kirche, die sich seit zehn Jahren für die gesangliche Förderung von Kindern einsetzt. Matthias Loepfe, Präsident des Gare de Lion, bedeutet der Anerkennungspreis viel. «Wir können auf 700 bis 800 Anlässe zurückschauen, die wir organisiert haben. Das macht einen schon ein wenig stolz.» Dahinter stecke viel Engagement, Herzblut und eine gute Portion Idealismus. «Ich sehe den Preis als Wertschätzung dafür, dass wir bereit waren, die Stadt zu beleben und über Jahre auch an Wochenenden und Abenden hart zu arbeiten.»

Preisgeld für Jubiläumsbier

Für die 5000 Franken, mit denen der Preis dotiert ist, hat Loepfe bereits eine Verwendung. «Wir möchten das Geld in ein Jubiläumsbier investieren. Denn die Remise feiert nächstes Jahr ihr 30-jähriges Bestehen.» Die gleiche Idee haben auch die Tüüfelsbrünzler. Sie feiern 2019 zwar erst ihr 5-Jahre-Jubiläum, wollen aber ebenfalls ihr eigenes Bier mit dem Namen «Tüüfels-Brunz» brauen und während der Fastnachtszeit verkaufen, verschenken und selber trinken.