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Stadt Wil strebt goldenes Label für grüne Energie an

In vier Jahren das Label Energiestadt Gold zu erhalten, ist ein ambitioniertes Ziel. Und doch markiert es nur einen Zwischenschritt hin zu einem ressourcenschonenderen Umgang und dem Umstellen auf erneuerbare Energien.
Gianni Amstutz
Die Stadt Wil will in Sachen Energiepolitik eine Vorbildfunktion einnehmen. Stadtrat Daniel Stutz geht mit gutem Beispiel voran und absolviert den Pumptrack, welcher den Schülern auf spielerische Weise die Vorzüge des Velofahrens näherbringen soll. (Bilder: Gianni Amstutz)

Die Stadt Wil will in Sachen Energiepolitik eine Vorbildfunktion einnehmen. Stadtrat Daniel Stutz geht mit gutem Beispiel voran und absolviert den Pumptrack, welcher den Schülern auf spielerische Weise die Vorzüge des Velofahrens näherbringen soll. (Bilder: Gianni Amstutz)

70 Prozent des energiepolitischen Potenzials schöpft die Stadt Wil zurzeit aus. Bis 2022 sollen es 75 Prozent werden. Nur dann erreicht Wil das Label Energiestadt Gold. Und das haben sich die Verantwortlichen zum Ziel gesetzt. Das Label ist Leistungsausweis und Ansporn zugleich. «Schliesslich werden zum Erreichen des Labels Massnahmen zur Förderung erneuerbarer Energien, smarter Mobilität und effizienter Ressourcennutzung umgesetzt», sagte Stadtrat Daniel Stutz, der zugleich Präsident der Arbeitsgruppe Energiestadt ist, an einer Pressekonferenz gestern Morgen. Anlass dafür war das Jubiläum «20 Jahre Energiestadt Wil». Am 27. Juli 1998 wurde Wil mit dem Label ausgezeichnet – und war damit die erste Stadt im Kanton St. Gallen.

Stadt ist auf Mithilfe der Bevölkerung angewiesen

Nun strebt die Stadt Wil nach höheren Zielen. Zwar habe man in den vergangenen 20 Jahren bereits einiges erreicht, aber die bevorstehenden Herausforderungen seien gross, sagte Stutz. Die Stadt wolle dabei mit gutem Beispiel vorangehen und in energetischen Belangen ein Vorbild sein. «Wir wollen und müssen aber auch das Umweltbewusstsein der ganzen Bevölkerung fördern, denn ohne das Engagement von Privaten können wir unsere ambitionierten Ziele nicht erreichen.» Dazu setzt die Stadt auf Kommunikationsmassnahmen in diesem Bereich. Das beginnt bereits bei den jüngsten Einwohnern. Die «Spiel Energie»-Kampagne soll energiepolitische Themen für Kinder und Jugendliche auf spielerische Weise erlebbar machen. Ein Beispiel dafür ist der mobile Pumptrack, der bei den Wiler Schulhäusern aufgebaut wird und das Velofahren fördern soll. «Es ist extrem wichtig, dass die Jugend mit diesen Themen vertraut ist», sagt Stutz. Doch auch Infoanlässe für Hauseigentümer oder Unternehmen werden im Rahmen der Energiestadtkampagne durchgeführt, um möglichst grosse Teile der Bevölkerung zu erreichen.

Stadtrat Daniel Stutz, Energiebeauftragter Stefan Grötzinger und Stadtrat Daniel Meili wollen bis 2022 das Label Energiestadt Gold erreichen.

Stadtrat Daniel Stutz, Energiebeauftragter Stefan Grötzinger und Stadtrat Daniel Meili wollen bis 2022 das Label Energiestadt Gold erreichen.

Neben Kommunikationsmassnahmen fliessen seit 2013 jährlich 400000 Franken der Technischen Betriebe Wil (TBW) zur Förderung des nachhaltigen Ressourcenumgangs in einen Energiefonds. Aus diesem werden unter anderem Beiträge für Fotovoltaikanlagen und energetische Gebäudesanierungen gespiesen. Bei Letzteren sieht Stadtrat Daniel Stutz das grösste Potenzial. Doch auch der Bereich Fotovoltaik soll bis 2050 rund 15 Prozent des Energiebedarfs der Stadt liefern. Aktuell sind es erst 3,5 Prozent.

Das Erreichen des Labels Energiestadt Gold kann als Zwischenschritt zur Verwirklichung des Energiekonzepts 2050 betrachtet werden. Dieses wurde im November 2017 vom Stadtparlament verabschiedet. Das Ziel ist es, bis 2050 80 Prozent erneuerbare Energie zu verwenden und die 2000-Watt-Gesellschaft anzustreben. Letzteres ist allerdings ein Fernziel, das erst in 100 Jahren komplett realisiert werden soll. Dementsprechend weit ist man davon noch entfernt. «Es braucht einen grossen Schnitt. Schliesslich muss der heutige Energieverbrauch dazu gedrittelt werden», sagte Stadtrat Daniel Meili. Das betrifft einerseits die Bereiche Ernährung und Konsum, auf welche die Stadt grösstenteils keinen Einfluss hat, anderseits die Mobilität und das Wohnen. Hier will die Stadt Akzente setzen. Bestandteil des Energiekonzepts ist die völlige Substitution von Heizöl und Graugas. Einen Grossteil des Bedarfs an Wärme soll deshalb künftig mit Fernwärme gedeckt werden. Dazu laufen zurzeit die Vorarbeiten zum Fernwärmeprojekt, das die Stadt Wil mit Wärme des Energieparks des Zweckverbands Abfallverwertung Bazenheid erschliessen soll.

In Sachen Mobilität ist das Ziel, den Mehrverkehr mit Langsamverkehr oder öffentlichen Verkehrsmitteln aufzufangen und gleichzeitig auf nachhaltigere Energiequellen zu setzen.

Auf dem Weg zur Smart City

Ebenfalls Teil des Energiekonzepts der Stadt ist das Projekt Smart City, das eine möglichst hohe Lebensqualität mit möglichst geringem Ressourcenverbrauch erreichen soll. Das Konzept, bei dem die Bevölkerung ihre Ideen einbringen konnte, soll bis Ende Jahr stehen. Erste Massnahmen sind im nächsten Jahr zu erwarten.

Mit allen bereits getroffenen und den geplanten Massnahmen befinde man sich auf einem guten Weg, sagte Daniel Stutz. Gleichzeitig ist aber auch klar, dass die Ziele der Stadt ambitioniert sind. Gold-Label, Smart City und 2000-Watt-Gesellschaft werden nicht ohne Engagement erreicht – auch solches finanzieller Natur. Daniel Meili betont denn auch, dass die Stadt sich die Energiepolitik jährlich zwei bis drei Millionen Franken kosten lässt und auch das Stadtparlament in diesen Fragen miteinbeziehe. «Alle sind sich bewusst, dass man sich nicht einfach ein Ziel setzen kann, ohne dass dann auch die nötigen Massnahmen folgen.»

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