Stadt verspielt Kapital

Kommentar

Drucken
Teilen

Über 300 Vereine zählt die Stadt Wil. In diesen engagieren sich Tausende von Freiwilligen. Sie halten den Ort in Bewegung, bringen mit Konzerten, Theatern oder Turnieren Leben in die Gesellschaft. Nicht zuletzt übernehmen sie auch wichtige Bildungs- und Präventionsaufgaben. Des Werts dieser unentgeltlich geleisteten Stunden im Dienste der Allgemeinheit sind sich die Behörden durchaus bewusst. Jedes Jahr organisiert die Stadt einen Dankesanlass für Freiwillige.

Städtische Veranstaltungen wie diese verkommen jedoch zur Farce, wenn den Vereinen eine der wichtigsten Grundlagen für ihr Engagement genommen wird: der Raum. Ohne ihn ist alles nichts. Die neue Nutzungs- und Reservierungspolitik lässt die ursprüngliche Flexibilität, Niederschwelligkeit und Verlässlichkeit vermissen. Vereine zahlen mit Zeit und Nerven für etwas, das sie selber kostenlos zur Verfügung stellen. Es scheint, als lege die Stadt den Freiwilligen Steine in den Weg, statt sie zu unterstützen.

Dass sich in Wil ein so grosser Teil der Bevölkerung aus eigenem Antrieb und für Gotteslohn einsetzt, ist unbezahlbar. Werden die Mängel im neuen System nicht behoben, ist die Stadt drauf und dran, dieses grosse Kapital zu verspielen.