Stadt schickt Künstler ins Tessin

Die Stadt Wil vergibt 2017, zum 70. Todestag von Eduard Bick, erstmals ein Bick-Atelierstipendium. Wiler Kulturschaffende können sich bis 10. September für den vierwöchigen Atelieraufenthalt bewerben.

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WIL. Die Stadt Wil stellt ab 2017 ein jährliches Stipendium für die Eduard-Bick-Ateliers zur Verfügung.

Eduard Bick, 1883 in Wil geboren, erlernte wie seine Vorfahren den Beruf des Goldschmieds. Über Innsbruck und Altena kam er 1905 an die Goldschmiedeakademie in Hanau. Kurz darauf wechselte er an die Kunstakademie München und widmete sich der Malerei und in den Folgejahren auch der Bildhauerei. Er wurde dreimal mit einem Eidgenössischen Kunststipendium ausgezeichnet. Nach Aufenthalten in Berlin und in Sant'Abbondio im Tessin, während denen er auch Entwürfe für die Wiler Goldschmiede zeichnete, kehrte Eduard Bick 1919 mit seiner Ehefrau Angelika in die Schweiz zurück; am 15. August 1947 starb er in Zürich.

Stiftung für die Kunst

1956 starb auch Angelika Bick. Sie vermachte Land und Haus in Sant'Abbondio für eine zu gründende Eduard-Bick-Stiftung. Seit 1959 steht Bicks ehemaliges Atelierhaus in Sant'Abbondio Künstlern für Arbeitsaufenthalte zur Verfügung. 1994 kam ein Wohnatelier in Sant'Abbondio dazu, 2001 ein Atelierhaus in Intragna.

Die Stiftung Eduard Bick ermöglicht in- und ausländischen Künstlerinnen und Künstlern aus den Sparten visuelle Kunst, Literatur, Musik, Tanz, Theater, Film und Architektur mit Stipendien kurz- und langfristige Aufenthalte im Tessin.

Vierwöchige Atelieraufenthalte

Um die Kulturförderung auszubauen, bietet die Stadt Wil den Wiler Kulturschaffenden die Möglichkeit eines solchen Bick-Atelierstipendiums. Die Stadt vergibt dazu jährlich zwischen Januar und Juni einen Aufenthalt von vier Wochen als Stipendium in einem der drei Bick-Häuser. Zum kostenlosen Aufenthalt kommen 1000 Franken Taschengeld hinzu. Zum 70. Todestag von Eduard Bick wird das Projekt 2017 erstmals lanciert. (sk)