Stadt rechnet mit schwarzer Null

Die Wiler Stadtregierung prognostiziert für das Jahr 2016 einen Gewinn von rund 300 000 Franken. Das strukturelle Defizit von 2,5 Millionen Franken wird dank hoher Steuereinnahmen im nächsten Jahr eliminiert.

Philipp Haag
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Sie präsentierten die Zahlen für das nächste Jahr: Reto Stuppan, Finanzverwalter der Stadt Wil, Stadtpräsidentin Susanne Hartmann, Stadtrat Daniel Meili und Goar Schweizer, kaufmännischer Leiter der Technischen Betriebe Wil. (Bild: Philipp Haag)

Sie präsentierten die Zahlen für das nächste Jahr: Reto Stuppan, Finanzverwalter der Stadt Wil, Stadtpräsidentin Susanne Hartmann, Stadtrat Daniel Meili und Goar Schweizer, kaufmännischer Leiter der Technischen Betriebe Wil. (Bild: Philipp Haag)

WIL. Während die Jahresrechnung der Stadt Wil im Jahr 2014 mit einer roten Null schloss (Defizit von 400 000 Franken), erwartet der Stadtrat für das nächste Jahr eine schwarze Null. Die Stadtregierung veranschlagt einen Gewinn von gut 310 000 Franken für das Jahr 2016, bei einem Gesamtertrag von 148,555 Millionen Franken sowie einem Gesamtaufwand von 148,245 Millionen Franken. Für dieses Jahr ist ein Verlust von 960 000 Franken prognostiziert. Ob dieser per Ende Jahr tatsächlich eintreffen wird oder es zu einer Besserstellung kommt, ist noch nicht absehbar.

Fünf Millionen von den TBW

Der Stadtrat erwartet im nächsten Jahr wiederum einen beträchtlichen Beitrag der Technischen Betriebe Wil (TBW). Die erstmals nach dem neuen Modell berechnete Abgabe der TBW an die Stadt ist auf knapp fünf Millionen Franken budgetiert (siehe Kasten). Ein Punkt, der den Finanzhaushalt der Stadt belastet, ist das strukturelle Defizit von 2,5 Millionen Franken. «Das strukturelle Defizit kann im nächsten Jahr komplett eliminiert werden», sagte Stadtpräsidentin Susanne Hartmann gestern morgen vor den Medien.

Die Gründe sind eine restriktive Ausgabendisziplin – Susanne Hartmann spricht von 30 Massnahmen, die innerhalb des «Effizienz plus»-Projekts umgesetzt worden sind, was Minderausgaben von einer Million Franken mit sich bringt – sowie einen guten Fiskalertrag. Die Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen aus Einkommen und Vermögen belaufen sich bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 129 Prozent auf 69,4 Millionen Franken, 49,6 Millionen bei der einfachen Steuer (Vorjahr: 48 Millionen) sowie 5,4 Millionen Franken bei den Nachzahlungen (Vorjahr: vier Millionen). Der Anstieg zum Budget 2015 beträgt somit 3,3 Millionen Franken und 1,8 Millionen Franken im Vergleich zur Rechnung 2014. Grund für die Zunahme sind Neuzuzüger – die Stadtrat rechnet mit einem Bevölkerungswachstum von einem Prozent – sowie unerwartet hohe Nachzahlungen. Bei den juristischen Personen rechnet der Stadtrat mit Steuereinnahmen von 9,5 Millionen Franken. Finanzchef Reto Stuppan bezeichnete das prognostizierte Steueraufkommen als realistische Annahme, basierend auf dem Budget 2015 sowie den Ergebnissen der ersten drei Quartale diesen Jahres. Bei den juristischen Personen stützt sich Stuppan auf die Angaben des Kantons.

Höherer Personalaufwand

Auf der Aufwandseite können die Vorgaben des Stadtrats nicht vollumfänglich eingehalten werden, wie Stuppan einräumt. Beim Personalaufwand, bei dem der Stadtrat den gleichen Bestand wie in diesem Jahr verlangt, kommt es zu einem Anstieg, unter anderem durch den Ausbau der Tagesstrukturen um 256 000 Franken, über welchen das Parlament noch befinden muss, sowie durch befristete Anstellungen bei der Berufsbeistandschaft sowie das Pilotprojekt Sozialhilfeprozess, welches sich um den Rückfluss von Sozialhilfegelder kümmert, für 230 00 Franken. Der Personalaufwand beträgt 54 Millionen Franken. Der Sach- und übrige Betriebsaufwand bleibt mit 20,8 Millionen Franken gleich wie im Vorjahr. Die Verschuldung sollte durch einen Selbstfinanzierungsgrad bei den Investitionen (siehe Kasten) von 100 Prozent auf 78 Millionen verbleiben. Das freie Eigenkapital sollte sich per Ende 2016 auf 19,3 Millionen Franken einpendeln.