Stadt Wil lanciert Kampagne gegen Elterntaxis

Obwohl die Untersuchungen der Stadtpolizei vergangenen Winter ergeben haben, dass Elterntaxis keine Gefährdung der Sicherheit sind, will die Stadt weiter gegen überfürsorgliche Eltern vorgehen. Plakate sollen diese künftig vermehrt für das Thema sensibilisieren.

Miranda Diggelmann
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Elterntaxis sind der Stadt Wil ein Dorn im Auge. (Bild: Urs Bucher)

Elterntaxis sind der Stadt Wil ein Dorn im Auge. (Bild: Urs Bucher)

Nachdem SP-Stadtparlamentarierin Marianne Mettler die Interpellation «Elterntaxis gefährden die Sicherheit der Kinder» eingereicht hat, steht in Wil bereits seit Sommer 2017 das Thema der Elterntaxis auf der politischen Agenda. Auch Ruedi Blumer, bis Ende Schuljahr 2017/18 Leiter des Mattschulhauses in Wil, äusserte sich schon negativ über die Elterntaxis. Er sieht diese ebenfalls als beunruhigend an. Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren und später wieder abholen würden, hielten bis zu viermal täglich dort an, wo der Bus halte und Kinder die Strassen überquerten, sagt Blumer.

Weil die überfürsorglichen Eltern in der Bevölkerung zu polarisieren schienen, hat die Stadtpolizei Wil im Winter 2017 eine Untersuchung gestartet. Diese ergab schliesslich, dass Elterntaxis kein akutes Sicherheitsproblem darstellen. Trotzdem lanciert die Stadt Wil nun einen Zeichnungswettbewerb und eine Plakatkampagne gegen Elterntaxis. «Elterntaxis sind nämlich nicht nur eine Frage der Sicherheit. Es geht auch darum, dass Kinder auf dem Schulweg vieles entdecken, Freundschaften schliessen, an der frischen Luft sind und lernen, Verkehrssituationen richtig einzuschätzen», begründet Stadträtin Jutta Röösli das Lancieren der Kampagne. Die Stadt Wil stelle somit die sozialen und pädagogischen Aspekte des Schulweges in den Vordergrund. Jutta Röösli ergänzt: «Wenn man die Kinder fragt, wollen diese nicht unbedingt von den Eltern in die Schule gefahren werden. Die meisten geniessen ihre Zeit mit den Gspänli.» Ausserdem sei ein Zusatzverkehr wie jener durch Elterntaxis ohnehin unnötig, so Röösli.

Den Schulweg zu Fuss ermöglichen

Der Zeichnungswettbewerb unter dem Thema «Der Schulweg – meine Entdeckungsreise» hat bereits begonnen. Einsendeschluss ist am 28. September. Am Wettbewerb teilnehmen dürfen alle Schülerinnen und Schüler der Schulen der Stadt Wil, vom 1. Kindergartenjahr bis zur 6. Primarklasse – als ganze Klasse oder auch individuell. Die Zeichnung soll aufzeigen, welche Chancen das Zurücklegen des Schulweges zu Fuss beinhaltet und was der Schulweg den Kindern bedeutet. «Den Gewinnerinnen und Gewinnern winkt auch ein kleiner Preis», sagt Jutta Röösli.

Die Stadträtin und Vorsteherin des Departements für Bildung und Sport ist guter Dinge. «Ich wünsche mir, dass unsere Kampagne die Eltern für dieses Thema vermehrt sensibilisiert.» Auch wenn sie sich erhofft, dass die Plakate dafür sorgen können, dass Eltern ihren Kindern künftig den Schulweg zu Fuss ermöglichen, bleibt Jutta Röösli realistisch: «Wir dürfen uns keine Illusion machen. Die Elterntaxis werden wahrscheinlich ein Thema bleiben, das wir immer wieder aufgreifen werden müssen.»

Hinweis
Detaillierte Informationen zum Zeichnungswettbewerb sind auf www.stadtwil.ch/schulweg zu finden.