St. Gallen zahlt rückwirkend den vollen Preis

ST. GALLEN. Das St. Galler Stadtparlament hatte 2009 entschieden, sich mit drei Millionen Franken an der Biorender in Münchwilen zu beteiligen. Der Betrieb produziert aus Fleischabfällen Biogas, das unter anderem an die St. Galler Stadtwerke geliefert wird.

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ST. GALLEN. Das St. Galler Stadtparlament hatte 2009 entschieden, sich mit drei Millionen Franken an der Biorender in Münchwilen zu beteiligen. Der Betrieb produziert aus Fleischabfällen Biogas, das unter anderem an die St. Galler Stadtwerke geliefert wird. Technische und andere Anlaufschwierigkeiten haben dazu geführt, dass die Biorender AG kürzlich vor dem Konkurs stand. Dieser konnte Anfang Woche mit Beschlüssen der Aktionäre, darunter verschiedene Städte und Gemeinden, abgewendet werden.

Keine Vorauszahlungen

Diese Entscheide werden von der Stadt St. Gallen mitgetragen. Das sagte Stadtrat Fredy Brunner am Dienstagabend bei der Budgetberatung im Parlament auf Fragen aus den Reihen der SP. Die Stadtwerke bezahlen rückwirkend den Gaspreis, der ursprünglich abgemacht war: 50 Rappen pro Kilowattstunde Gas. Dieser Preis war zwischenzeitlich auf 25 Rappen gesenkt worden. Damit zahlen die Stadtwerke aus der Gaseinkaufspreisreserve 800 000 Franken zusätzlich an die Biorender AG. Dafür braucht es gemäss Fredy Brunner keine Vorlage an Stadtrat oder Stadtparlament, weil der Einkauf Sache der Stadtwerke sei. Was St. Gallen – im Gegensatz zu anderen Aktionärsgemeinden – nicht macht, ist, dass die Stadtwerke Gaslieferungen im voraus bezahlen. Das wäre indirekt ein Darlehen. Dafür würde es gemäss Fredy Brunner aber eine Vorlage an den Stadtrat oder ans Parlament brauchen.

Beitrag an die Energiezukunft

Es gebe gute Gründe für die rückwirkende Erhöhung des Gaspreises, sagte Fredy Brunner gestern am Telefon. Die Biogasproduktion sei von Anfang an als Pioniervorhaben deklariert worden. Damit wolle man eine neue Energiequelle erschliessen. In der Entwicklungsphase seien Bezüge aus einer solchen Quelle teurer als aus einer herkömmlichen. Das kenne man vom Solarstrom. Mit Perfektionierung der Technologie und steigenden Produktionsmengen seien dann sinkende Preise zu erwarten. Der Preis von 50 Rappen pro Kilowattstunde Gas von Biorender orientiere sich an den tatsächlichen Kosten. Damit leiste die Stadt St. Gallen einen Beitrag zur Erschliessung einer wichtigen erneuerbaren Energiequelle. (vre)