Sprung an Tabellenspitze verpasst: EC Wil unterliegt Reinach 0:1 – die früheren Wiler Maraffio und Torino entscheiden die Partie kurz vor Schluss

Der EC Wil hat im dritten Meisterschaftsspiel die erste Niederlage kassiert: Zu Hause gegen Reinach verloren die Ostschweizer mit 0:1. Der Sieg der Gäste war nicht unverdient.

Tim Frei
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Claudio Forrer und der EC Wil mussten erstmals in dieser 1.-Liga-Saison als Verlierer vom Eis.

Claudio Forrer und der EC Wil mussten erstmals in dieser 1.-Liga-Saison als Verlierer vom Eis.

Bild: Tim Frei (Wil, 15. September 2020)

Wie zuletzt gegen Prättigau entschied erneut ein einziger Treffer die Partie: Dieses Mal aber zu Ungunsten des EC Wil. 15 Sekunden vor Schluss gelang Reinach das Siegtor, womit die Aargauer an die Tabellenspitze springen, weil Frauenfeld gegen die Pikes verlor. Das macht die Wiler Niederlage umso bitterer, hätten sie doch mit einem Sieg den Leaderthron erobert.

Der Gastgeber agierte in der entscheidenden Szene zu nonchalant: Statt mit einem sicheren Pass entlang der Bande die Situation zu klären, liessen sich die Wiler den Puck abluchsen – und dann ging es schnell: Maraffio bediente den freistehenden Torino, der per Direktabnahme reüssierte. Damit waren ausgerechnet zwei Akteure für den Siegtreffer verantwortlich, die vergangene Saison noch für Wil gespielt hatten.

Letzte Entschlossenheit fehlte

Im dritten und letzten Abschnitt hatten beide Teams die Entscheidung mehrmals auf dem Stock. Die Wiler zum Beispiel in der 48. Minute, als Schmuckli am gegnerischen Goalie scheiterte und Hohlbaum nur den Pfosten traf. Doch auch Wils Torhüter Etter musste mehrmals klären.

Reinachs Sieg war alles andere als unverdient. Das Startdrittel gehörte zwar optisch und in Sachen Chancenanzahl eindeutig den Wilern. Doch bereits in ihrer stärksten Phase des Spiels liessen sie die letzte Entschlossenheit vermissen – vor allem im Slot aber mit Abstrichen auch in den Zweikämpfen. Gegen Ende des ersten Drittels erspielten sich die Gäste zwei sehr gute Chancen und standen dem Führungstreffer nahe. Ursache waren Wiler Puckverluste in der Mittelzone.

Am Samstag geht es weiter bei Aufstiegskandidat Frauenfeld

Diesen Schwung schien Reinach ins zweite Drittel mitzunehmen, waren die Aargauer doch in diesem Abschnitt plötzlich die klar bessere und aktivere Mannschaft: Wil liess sich immer mehr in die eigene Zone drücken und war nur noch selten gefährlich. Reinach dagegen schoss aus allen Lagen und ging nur deshalb nicht in Führung, weil es mit seinen zahlreichen Chancen fahrlässig umging.

Beim EC Wil fiel zum wiederholten Mal die erste Sturmlinie mit Meier, Schärer und Hohlbaum positiv auf. Mit Ausnahme des zweiten Drittels war es praktisch jedes Mal gefährlich, wenn diese drei Angreifer auf dem Eis standen. Keine Frage: Diese Formation dürfte den Wiler Anhängern noch viel Freude bereiten. Vielleicht schon am Samstag, wenn Wil auswärts auf Frauenfeld trifft, nebst Wetzikon der meistgenannte Aufstiegskandidat.

EC Wil – Red Lions Reinach 0:1 (0:0, 0:0, 0:1)
Bergholz – 95 Zuschauer – Sr. Baumann.
Tor: 60. (59:45) Torino (Maraffio, Lang) 0:1.
Strafen: 1-Mal 2 Minuten gegen Wil und 2-Mal 2 Minuten gegen Reinach.
Wil: Etter; Steiner, L. Frischknecht; C. Frischknecht, Spillmann; Hungerbühler, Jonski; Isenschmid; Meier, Schärer, Hohlbaum; Stiefel, Schmuckli, Rüsi; Jäppinen, Schneider, Forrer; von Arburg, Brügger, Sennhauser.
Bemerkungen: 60. (59:45) Timeout Wil. Wil ab 59:51 ohne Torhüter, dafür mit 6. Feldspieler.

Die Tabelle der 1. Liga Ost finden Sie hier.