Sproochbrugg auf eigenem Weg

An einem obligatorischen Berufswahlabend an der Oberstufe Sproochbrugg referierten ehemalige Absolventen über 22 verschiedene Berufsgattungen.

Ernst Inauen
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ZUCKENRIET. Die Schulleitung der Sproochbrugg strebt schon seit längerem eine stärkere Verbindung mit Industrie und Wirtschaft an, um die Berufsfindung und den Übertritt ihrer Schüler ins Berufsleben besser unterstützen zu können. Sekundarlehrer Daniel Zahner brachte im Lehrerkollegium die Idee auf den Tisch, die Berufswelt in die Oberstufenschule zu holen. Er ist der Meinung, dass die direkten Kontakte von Lehrlingen zu den Jungen mehr bringen als theoretische Informationen von Lehrkräften. Die Idee konnte gemeinsam umgesetzt werden. Alle Teilnehmenden des Berufswahlabends konnten sich vier Berufsgattungen aussuchen.

Positives Echo

«Wir haben ehemalige Sproochbrugg-Schüler angefragt, ob sie bereit wären, sich bei einem Berufswahlabend mit den Interessierten über ihre Berufsausbildung auszutauschen. Das positive Echo war überwältigend», sagte Schulleiter Freddy Noser. Weit über 30 Lehrlinge erklärten sich bereit, an einem rund zweistündigen Event ihren gewählten Beruf vorzustellen.

In den 22 Schulzimmern konnten sich die Referenten ohne Beisein von Lehrkräften mit den Gruppen austauschen. Um den Schülern einen Einblick in ihren Arbeitsalltag zu vermitteln, berichteten die Lehrlinge möglichst genau über ihre Tätigkeiten. Ebenso teilten sie ihre Erfahrungen im Umgang mit Vorgesetzten und Mitarbeitenden mit. Beim dualen Berufsbildungskonzept der Schweizer Wirtschaft und Industrie spielt die Berufsschule eine wichtige Rolle. Auch darüber berichteten die Lehrlinge und klärten ihre Zuhörenden auf, welche Fächer aus der Oberstufe für ihren Beruf wichtig sind. Im Anschluss an ihr Referat beantworteten sie Fragen der Schüler.

Handwerksberufe fördern

Schulleiter Freddy Noser weiss, dass viele Jugendliche weiterführende Schulen oder einen kaufmännischen Beruf bevorzugen. «Es zeigt sich bei uns, dass rund die Hälfte aller Schulabgänger eine kaufmännische Ausbildung oder den Weg in eine Mittelschule oder in ein Gymnasium wählen. Vielen Jugendlichen ist nicht bewusst, dass es daneben zahlreiche andere Berufe gibt mit sehr guten Aufstiegsmöglichkeiten.»

Nach einer soliden Grundausbildung stünden auch in handwerklichen Berufen viele Wege offen. Der erfolgreiche Versuch mit einem Berufswahlabend trage dazu bei, die breite Palette der Berufsgattungen besser kennenzulernen, ist Schulleiter Noser überzeugt.