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Sprengstoff in Watte verpackt: Rekurse werden vom Kanton geschützt

Der Schock ist spürbar: Das kantonale Baudepartement schützt die Rekurse gegen das Vorhaben im Gebiet Geren in Lenggenwil und stellt sich damit gegen den Gemeinderat der Politischen Gemeinde Niederhelfenschwil. Während Anwohner frohlocken, steht ein betroffener Unternehmer vor grundlegenden Fragen.
Hans Suter
Das Gossauer Holzverarbeitungsunternehmen Gebr. Eisenring AG beabsichtigt die Realisierung eines Neubaus im Gebiet Geren in Lenggenwil. (Bild: Urs Bucher)

Das Gossauer Holzverarbeitungsunternehmen Gebr. Eisenring AG beabsichtigt die Realisierung eines Neubaus im Gebiet Geren in Lenggenwil. (Bild: Urs Bucher)

«Nach zweijähriger Beurteilungszeit hat das kantonale Baudepartement die Rekurse in Sachen Überbauungsplan Geren (Sondernutzungsplan) und Teilstrassenstrassenplan Buchenstrasse entschieden und diese gutgeheissen», teilte die Gemeinderatskanzlei Niederhelfenschwil nüchtern und frei jeglicher Emotionen mit. «Der Gemeinderat hat die Entscheide zur Kenntnis genommen.» Konkreter wird er nicht. Ausser dem beschwichtigenden Zusatz: «Sämtliche Vorprüfungen und Konsultationen der beteiligten kantonalen Amtsstellen sowie die Zweitmeinung eines erfahrenen Raumplanungsbüros beurteilten beide Projekte in der Ausarbeitungs- und Auflagephase sehr positiv.» Hinter diesem Amtsdeutsch verbirgt sich bei näherem Hinsehen politischer Sprengstoff, zwar auf diplomatische Weise sanft in Watte verpackt, aber hochexplosiv.

Der geplante Gewerbebau käme am rechten Ende des Gebiets Geren zu stehen (rechts oben, vollflächig violett). (Bild: Geoportal)

Der geplante Gewerbebau käme am rechten Ende des Gebiets Geren zu stehen (rechts oben, vollflächig violett). (Bild: Geoportal)

Noch nicht rechtskräftig

Alle Beteiligten sind sich bewusst, dass die Entscheide des Baudepartements noch nicht rechtskräftig sind, weil sie beim Verwaltungsgericht angefochten werden könnten. Wie wird es also weitergehen? «Die Rekurrenten werden sich bei Bedarf auch an einem Verfahren vor Verwaltungsgericht beteiligen», schreibt die IG Lebensqualität NLZ. Sie ergänzt explizit: «Die IG setzt sich auch in Zukunft dafür ein, dass der Gemeinderat bei der Planung von Bauvorhaben den ländlichen Charakter unserer Gemeinde bewahrt und das nachgewiesene Bedürfnis nach hoher Lebensqualität aktiv schützt.»

Gemeinderat will in Ruhe analysieren

Simon Thalmann, Gemeindepräsident Niederhelfenschwil. (Bild: PD)

Simon Thalmann, Gemeindepräsident Niederhelfenschwil. (Bild: PD)

Für den Gemeinderat sind die Entscheide des Baudepartements unangenehm. Zum einen hat er nicht damit gerechnet, dass die Rekurse geschützt werden. Zum anderen steht die Entwicklung im Geren weiterhin still. Dennoch möchte der Rat die Ruhe bewahren und «die neue Situation nach Rechtskraft der kantonalen Entscheide vertieft analysieren und in den nächsten Wochen das weitere Vorgehen prüfen und festlegen», wie er sich ausdrückt. Selbstverständlich werde dabei auch die aktuelle Ortsplanungsrevision einbezogen. Weitere Auskünfte könne er derzeit nicht geben, erklärte Gemeindepräsident Simon Thalmann gestern auf Anfrage. Ausser: «Wir sind froh, dass wir nach zwei Jahren nun einen Bescheid haben.»

Mögliche Auswirkungen sind noch unklar

Warum es so lange gedauert hat, scheint auch im Baudepartement schleierhaft zu sein. Ein Sprecher versuchte, die lange Verfahrensdauer mit Überbelastung zu erklären, wunderte sich aber selber ob der zwei Jahre. Was für die betroffene Gebr. Eisenring AG ein schwacher Trost ist. Man habe vom Entscheid Kenntnis genommen, heisst es in enttäuschter Nüchternheit in einer Stellungnahme des Unternehmens. «Der mit viel Verzögerung gefällte Rekursentscheid löste eher Überraschung aus, sind doch sämtliche sorgfältig und aufwendig geführten Vorabklärungen zur Planung bei der Gemeinde, den kantonalen Fachinstanzen, den Raumplanern und den Anstössern positiv verlaufen», lässt sich Geschäftsführer Peter Marty zitieren. Es gelte nun, die Erwägungen und Begründungen im Entscheid detailliert zu analysieren und die möglichen Auswirkungen auf das Vorhaben «Holzkompetenz Lenggenwil» abzuschätzen.

Peter Marty, Geschäftsführer Gebr. Eisenring AG. (Bild: Urs Bucher)

Peter Marty, Geschäftsführer Gebr. Eisenring AG. (Bild: Urs Bucher)

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