SPRACHE: Auf dem Sprung in die Regelklasse

«DaZ» steht für «Deutsch als Zweitsprache». Seit Sommer 2015 wird im Flawiler Schulhaus Feld eine «DaZ»-Auffanggruppe geführt. Wie lange es diese Unterrichtsform braucht, hängt von den Flüchtlingsströmen ab.

Andrea Häusler
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Für die buntgemischte DaZ-Auffanggruppe wird eine Schulhilfe gesucht. Eine Entlöhnung wird nicht geboten, dafür jede Menge Erfahrungen und neue Erkenntnisse im Umgang mit Kindern aus anderen Kulturen. (Bild: rkf)

Für die buntgemischte DaZ-Auffanggruppe wird eine Schulhilfe gesucht. Eine Entlöhnung wird nicht geboten, dafür jede Menge Erfahrungen und neue Erkenntnisse im Umgang mit Kindern aus anderen Kulturen. (Bild: rkf)

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

Sie sind ganz jung oder schon älter, haben helle oder dunklere Haut, tragen das Haar glatt oder kraus. Unterschiedlicher könnte sich die «DaZ»-Gruppe aus dem Feld-Schulhaus kaum präsentieren. Zweierlei haben die Schülerinnen und Schüler jedoch gemeinsam: Sie sprechen schlecht oder gar kein Deutsch und möchten schnellstmöglich den Übertritt in eine Regelklasse schaffen.

Die Auffanggruppe gibt es in Flawil seit 2015. Als Folge der Flüchtlingswelle und der damit verbundenen Zunahme fremdsprachiger Kinder hat sie die bisherige Einzelbeschulung der fremdsprachigen Lernenden abgelöst. Ein Teil der Schülerinnen und Schüler wurden von ihren Familien in die Schweiz nachgezogen, ein zweiter stammt aus Flüchtlingsfamilien. Kinder aus Syrien sind in der Gruppe, auch solche aus Eritrea. Eben sei eine weitere Flüchtlingsfamilie in Flawil eingetroffen, heisst es im aktuellen Mitteilungsblatt «Flade». Gestartet wurde vor knapp zwei Jahren mit acht Lernenden. Heute schwankt die Schülerzahl um das Dutzend.

Gelehrt wird schwerpunktmässig Deutsch. Die integrative Gruppe wird jedoch auch in Mathematik, Mensch- und Umwelt-Themen, Sport, Musik und Gestalten unterrichtet. Nachmittags geht es jeweils in die Regelklassen. Auf dem Stundenplan stehen Sport und musische Fächer. Eine Chance für die «DaZ»-Schülerinnen und -Schüler, ihre Kameradinnen und Kameraden kennen zu lernen und sich dem Unterrichtsbetrieb der Regelklassen stressfrei anzunähern.

Wie lange die «DaZ»-Auffanggruppe Bestand hat, ist abhängig von der Flüchtlingssituation. Verstärken sich die Flüchtlingsströme mit den wärmeren Temperaturen, ist die Weiterführung gesichert. Beruhigt sich die Lage weiter, muss, laut Schulratspräsident Christoph Ackermann, über eine Rückkehr zum alten System der Einzelbeschulung nachgedacht werden. Die kritische Grenze liege bei etwa sechs Lernenden, sagt er und ergänzt: «Wir müssen flexibel sein.»