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Sportclubs sind keine Kitas

Kolumne
Urs Nobel

Für Eltern, die beide berufstätig sind, ist die Kindertagesstätte, kurz Kita, eine grossartige Erfindung. Dort dürfen sie ihre Kinder morgens abliefern, gut ausgebildetem Personal überlassen und am Feierabend verpflegt und zufrieden wieder abholen.

Eine Lösung, um abends zusätzlich die Partnerschaft zu geniessen, besteht ebenfalls. Man steckt die Kinder in einen Sportclub, bringt sie ins Training und holt sie zwei Stunden später so müde ab, dass man sie nachher direkt ins Bett stecken kann. Oder man lässt sie – wie einmal persönlich erlebt – so lange warten, bis sich ein Trainer seines Schützlings erbarmt und diesen auch noch nach Hause fährt. Übrigens, der wartende Knirps hatte kein Handy respektive Smartphone.

Wer seine Kinder in die Kita steckt, bezahlt einen nicht unerheblichen Anteil seines Lohnes dafür. Für Teilnahmen an Trainings und Spielen am Wochenende höchstens ein Trinkgeld, das dem Aufwand der Trainer in keinem Mass entspricht. Ein Jahresbeitrag in einem Sportverein kostet für Kinder selten mehr als hundert Franken.

Vielen Eltern kommt es zudem entgegen, wenn ihre Kinder, zum Beispiel in einem Fussballclub, zu den Meisterschafts-Auswärtsspielen weit reisen müssen. Dann bringen sie ihr Kind mit dem Auto zum Treffpunkt, laden es ab und brausen wieder davon. Wer die Mannschaft fährt, ist den meisten egal. Hauptsache, es winkt ein freier Tag. Dass der Fahrer eine grosse Verantwortung übernimmt, ist ihnen ebenso wenig bewusst, wie auch nicht, dass ein Mannschaftsbus mieten etwas kostet.

Egal ist den meisten Eltern auch, ob es dem Verein, im dem die Kinder spielen, finanziell gut geht. Mithilfe in der Festwirtschaft interessiert niemanden, und für ein Turnier, welches zu Gunsten der Finanzen durchgeführt wird, lässt man sich als mögliche Helfer mit fadenscheinigen Ausreden entschuldigen. Wenn überhaupt.

Es ist gut, wenn Behörden das Angebot an Kitas ausweiten und auch unterstützen. Sie sollten aber auch vermehrt die Klagen der Sportclubs ernst nehmen. Sonst kommt es einmal soweit, dass plötzlich keine Kinder mehr aufgenommen werden können, weil sich keine Trainer mehr finden lassen und die Kinder genau dort landen, wo man sie unbedingt weghaben will: auf der Strasse.

Urs Nobel

urs.nobel@wilerzeitung.ch

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