SPORTAKROBATIK: Ein Duo strebt nach Erfolg

Die beiden Athleten Niels Fluder und Raffael Koch haben Grosses vor. Mit sechsmal Training pro Woche im RLZ Wil wollen sie es dieses Jahr in den Final der EM in Polen schaffen.

Miranda Diggelmann
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Dynamische Figuren, wie etwa diese mit einem Salto in der Luft, fordern viel Konzentration. (Bilder: Miranda Diggelmann)

Dynamische Figuren, wie etwa diese mit einem Salto in der Luft, fordern viel Konzentration. (Bilder: Miranda Diggelmann)

Miranda Diggelmann

miranda.diggelmann@wilerzeitung.ch

Niels Fluder und Raffael Koch gehören mit ihrem Akro-Team zum TV Gossau. Ihr Training absolvieren sie jedoch im RLZ Wil, da diese Halle der ideale Ort für sie darstellt. Beide jungen Männer sind bereits je zweimal Schweizer Meister geworden. Der 15-jährige Niels Fluder holte die beiden Schweizer-Meister-Titel im vergangenen Jahr im Sprung und im Mehrkampf. Der 22-jährige Raffael Koch konnte in der Sportakrobatik mit einem sogenannten «mixed pair» (Mann und Frau) die beiden Titel ergattern. Seit zwei Jahren trainieren die beiden nun schon intensiv als «men’s pair» in der Sportakrobatik. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wegen diverser Verletzungen streben die beiden jetzt hohe Ziele an. Dieses Jahr wollen sie es in den Final der Europameisterschaft in Polen schaffen. Niels Fluder blickt mit seinen 15 Jahren schon auf eine erfolgreiche Sportkarriere zurück. Diese hat für ihn jedoch nicht in der Sportakrobatik, sondern mit dem Kunstturnen begonnen. Fünf Jahre lang hat der Maugwiler Kunstturnen auf Wettkampfniveau betrieben. Damit wurde er nicht nur zweimal Schweizer Meister im Sprung und Mehrkampf, sondern wurde ausserdem zum Wiler Sportler des Jahres 2015 in der Kategorie Nachwuchs gekürt. Niels Fluder freute sich über seine Erfolge, trotzdem hörte er mit dem intensiven Kunstturnen als Wettkampfsport auf. «Ich wollte Kunstturnen nicht mehr als Spitzensport, sondern nur noch als Hobby betreiben», sagt der Kantonsschüler. So würde ihm zusätzlich mehr Zeit für die Sportakrobatik bleiben. Trotzdem nehme er hie und da noch an Wettkämpfen teil. Schon als kleiner Bub besuchte Fluder auch das Akrobatikturnen, wo er dazumals seinen jetzigen Teamkollegen Raffael Koch kennenlernte. All die Jahre über hat Niels Fluder hobbymässig Akrobatik betrieben. «Nach meinen Erfolgen im Kunstturnen wollte ich mich nun auch in der Sportakrobatik aufs Wettkampfniveau wagen», sagt Niels Fluder.

Der Waldstätter Raffael Koch, der schon als Siebenjähriger mit der Akrobatik begonnen hat und seit fünf Jahren Sportakrobatik als Wettkampfsport betreibt, hat ebenfalls ein Jahr lang Kunstturnen auf Wettkampf-Niveau ausgeübt. Als der auszubildende medizinische Masseur vor zwei Jahren hörte, dass Niels Fluder Kunstturnen nicht mehr als Spitzensport betreiben wolle, fragte er ihn sogleich an, ob er sich mit ihm zu einem «men’s pair» in der Sportakrobatik zusammentun wolle. Niels Fluder sagte zu. Da Raffael Koch anfänglich noch an Verletzungen litt, war der Start der beiden etwas holprig. Jetzt fühlen sie sich aber fit. Es ist die erste Saison des Duos ohne jegliche Verletzungen und sie konnten bereits Erfolge verbuchen. Erst im Februar gewannen sie einen Wettkampf in England, was ihnen gute Chancen zur Qualifikation am Weltcup verschafft. «Derzeit sieht es tatsächlich so aus, wie wenn wir am Weltcup in Genf starten könnten. Auch die Qualifikation am Weltcup ist nebst der EM eines unserer Jahresziele», sagt Raffael Koch. Im April 2018 findet dann die Weltmeisterschaft statt. Auch dort will das Team teilnehmen. Mit 20 Stunden Training pro Woche, sind sie zuversichtlich, dass ihnen auch dies gelingen kann.

Weitere Träume und Ziele des Akro-Duos

Nebst acht internationalen Wettkämpfen stehen im Jahr 2017 auch zwei nationale Wettkämpfe auf dem Plan von Niels Fluder und Raffael Koch. «Da Sportakrobatik noch nicht offiziell als Spitzensport anerkannt wurde, müssen wir die Wettkämpfe jeweils selbst bezahlen», sagt Niels Fluder. In Zukunft werden die beiden Sportakrobaten auf Sponsoren angewiesen sein, die sie an den Wettkämpfen unterstützen würden. Damit sie momentan ihre Wettkampfteilnahmen finanzieren können, organisiert das Team Fluder-Koch regelmässig Akrobatik-Show-Auftritte. «Die Veranstaltungen machen uns viel Spass, da geht es zu und her wie im Zirkus», sagt Raffael Koch. Trotzdem müssten sie noch immer für rund 80 Prozent der Kosten selbst aufkommen.

Ein Wunsch der beiden, der noch etwas weiter entfernt liegt, wäre es, in einem «men’s four» (ein Viererteam aus Männern) trainieren und an Wettkämpfen teilzunehmen. «In der Sportakrobatik ist dies die Königsklasse. Für uns wäre eine solche Chance deshalb sehr interessant. Es ist aber schwierig, ein Viererteam zu finden», sagt Raffael Koch.

Hinweis

Der nächste Showauftritt mit internationalen Gästen findet am 15. April um 20.15 Uhr im MZG Waldstatt statt. Kulinarisches aus der Festwirtschaft gibt es bereits ab 19 Uhr, Ticketvorbestellungen sind auf der Webseite www.akro amsaentis.ch möglich. Der Eintritt am Anlass ist frei, es wird Kollekte erhoben.