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American Football in der Region Wil und Toggenburg: Warum die Sportart nicht nur in den USA für Faszination sorgt

Der Super Bowl ist mittlerweile ein sportlicher Grossanlass mit weltweitem Einfluss. Das Marketing der National Football League löst auch in der Schweiz einen Boom aus.

Simon Bernhardsgrütter
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In den Stadien der Footballteams sind derzeit aufgrund von Corona nur eine begrenze Anzahl Zuschauer erlaubt.

In den Stadien der Footballteams sind derzeit aufgrund von Corona nur eine begrenze Anzahl Zuschauer erlaubt.

Bild: PD

Bald ist es wieder so weit. In der Nacht vom Sonntag auf den Montag findet der Super Bowl statt. Die Tampa Bay Buccaneers treffen auf die Kansas City Chiefs. Es ist das Duell zwischen dem Altmeister Tom Brady und Partrick Mahomes auf Seiten der Chiefs. Beide bekleiden bei ihren jeweiligen Teams die Position des Quarterbacks und damit eine Schlüsselrolle. Der 43-jährige Brady bestreitet bereits zum zehnten Mal ein Finalspiel der National Football League (NFL), der 25-jährige Mahomes gilt als grösstes Talent des Sports und greift in seinem dritten Jahr als Starter bereits zum zweiten Mal nach der Vince Lobardi Trophy.

Der Super Bowl ist einer der grössten Sportanlässe der Welt. An der Spitze der höchsten Einschaltquoten in der amerikanischen Fernsehgeschichte stehen gleich mehrere Finalspiele der National Football League.

Doch der Super Bowl ist weit mehr als ein Sportanlass. Ausser an Thanksgiving wird in den USA an keinem anderen Tag mehr Essen konsumiert. Die Werbungen und die sogenannte «Halftime Show», zwischen dem zweiten und dritten Viertel, erlangen über Nacht weltweite Bekanntheit. Das Marketing auf Seiten der NFL kommt mittlerweile auch in Europa an. Doch warum eigentlich der ganze Aufstand für ein American-Football-Spiel?

Der Sport der Amerikaner ist in der Region angekommen

Nach Ansicht des Kirchbergers Neil Schönenberger, Assistenztrainer des American Football Clubs St.Gallen Bears, hängt viel damit zusammen, dass es eine neue, in Europa unbekannte Sportart ist. Er sagt:

«Einige Sportfans haben genug vom Fussball und wollen mal was anderes schauen.»

Der Einstieg in die amerikanische Sportart mit dem äusserst komplexen Regelwerk werde vor allem durch «ProSieben» und «ProSieben Maxx» mit ihrem Fernsehprogramm «ranNFL» leichtgemacht. Denn da werde selbst für Neulinge alles detailliert erklärt.

Erfolg nur im Kollektiv möglich

«Der Sport ist so faszinierend, weil man als Spieler auf jeden einzelnen Mitspieler und Kameraden vertrauen muss», erklärt Reto Dörig, in Bronschhofen wohnhafter Spieler bei dem U19-Team der AFC St.Gallen Bears. Wenn nur ein einziger einen Fehler mache, dann funktioniere der ganze Spielzug nicht. Und weil der Sport extrem physisch gespielt werde, so brauche es noch mehr Vertrauen in seine Teammitglieder. Neil Schönenberger ergänzt:

«Und genau deshalb wird aus dem Team wie eine Art Familie.»

Der Aufschwung des amerikanischen Sports sei auch den sozialen Medien zu verdanken. Spieler wie Odell Beckham Jr., die sehr präsent auf ihren Profilen sind und sich zusammen mit Fussball- und Filmstars zeigen, seien ein weiterer wesentlicher Grund für die stetig wachsende Bekanntheit in Europa.

In vergangenen Jahren hat Lukas Tanno sogar eine Super Bowl-Party im Cinewil organisiert, welche dieses Jahr coronabedingt ausfällt. Doch Neil Schönenberger und Reto Dörig werden die Amerikanische Grossveranstaltung ganz bestimmt von zu Hause aus mitverfolgen.

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