Spitzenleistungen auf vier Pfoten

UZWIL. Algetshausen, Niederstetten sowie Hohrain- und Klosterwald sind die Austragungsorte der Schweizer Meisterschaft 2015 der Retrieverhunde. Zusätzlich zu den elf Teilnehmenden haben sich 20 weitere in einer offenen Prüfung gemessen.

Christine Gregorin
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Auch in der offenen Prüfung wurde der Gehorsam in der Disziplin Unterordnung geprüft. Zur offenen Prüfung waren nicht nur Retrieverrassen zugelassen. (Bilder: Christine Gregorin)

Auch in der offenen Prüfung wurde der Gehorsam in der Disziplin Unterordnung geprüft. Zur offenen Prüfung waren nicht nur Retrieverrassen zugelassen. (Bilder: Christine Gregorin)

Am Samstag um acht Uhr morgens zeigt das Thermometer knapp zehn Grad. Zudem macht sich im Hohrainwald leichter Nebel breit. Die kühle Feuchte kriecht mit zunehmender Dauer durch Mark und Bein. Für die anstehende Sanitätssuchhundeprüfung sind diese Witterungsbedingungen aber nahezu ideal. Nur etwas mehr Wind dürfte es noch haben. Denn in diesem Teilbereich der durch den Verein HS Uzwil und Umgebung organisierten Schweizer Meisterschaft gilt es, in einem Gebiet von 400 auf 120 Meter den Geruch von drei Personen sowie einem zuvor getragenen Rucksack aufzunehmen.

Teamwork par excellence

Soeben ist Kurt Richener mit seinem elfjährigen Golden Retriever Lee Roy gestartet. Die beiden wirken überaus routiniert, strahlen Ruhe und Zuversicht aus. Immer wieder schickt der mittig positionierte OK-Präsident seinen Hund und ruft ihn kurz darauf zurück, abwechselnd von einer Seite zur anderen. Selbstverständlich erfolgt besagte Quersuche systematisch, nach jedem Lauf verschiebt sich das Team um die zwanzig Schritte vorwärts. Dabei wird die Distanz analog zur Topographie variiert. Das Zeitlimit von 30 Minuten gewährt nicht allzu viel Spielraum. Aufgrund des Alters seines Athleten auf vier Pfoten ist sich der Oberuzwiler bewusst, dass dessen Kondition im Finish auf der Strecke bleiben könnte und somit auch die Konzentration. Entsprechend ist kluges Einteilen angesagt.

Für einmal dauert die Rückkehr von Lee Roy etwas länger. Letztlich stolziert er aber tatsächlich mit dem an seiner Schabracke – eine Art von «Arbeitsgschtältli» – befestigten sogenannten «Bringsel» in der Schnauze an: Er hat jemanden oder etwas gefunden.

Bestechender Gesamteindruck

Neben der beschriebenen Aufgabe im Personenrevier versuchen sich die elf Startenden auf sechs Beinen auch in der Unterordnung von ihrer besten Seite zu zeigen. Freifolge mit Gangartwechsel, Voran mit Hinlegen, Setzen – Legen, Sitz aus Bewegung, Steh aus Laufschritt, Apportieren und Kriechen heissen hier die vorgegebenen Disziplinen mit einer maximal zu erreichenden Punktzahl von 100. Bei der Sanitätssuchhundeprüfung gibt es 100 Punkte für das Finden aller Personen und Gegenstände sowie nochmals deren 100 für den Gesamteindruck in Bezug auf Technik, Ausdauer und Taktik. Mit 272 Punkten plaziert sich Lokalmatador Kurt Richener am Ende auf dem 9. Schlussrang und zeigt sich sehr zufrieden. Er lobt die gute Zusammenarbeit zugunsten eines gelungenen Anlasses. Sein Dank geht an alle Mithelfenden aus den eigenen Reihen, aber auch an die Richter Roger Brugger, Ruedi Krauer, Werner Omlin, Beatrice Schiltknecht sowie Prüfungsleiter Ernst Sonderegger.

Weitere Informationen rund um die Retrieverhunderasse und die Ranglisten der Schweizer Meisterschaft 2015 des Retriever Clubs Schweiz sowie die offene Prüfung sind zu finden unter nachstehendem Link.

www.retriever.ch/sport/resultate.

Richter Werner Omlin gibt Helene Bosshard von der SKG Sektion St. Gallen nach der Unterordnung ein Feedback.

Richter Werner Omlin gibt Helene Bosshard von der SKG Sektion St. Gallen nach der Unterordnung ein Feedback.