Spitex-Fusion vollzogen: Im Januar startet der neue Verein Spitex Region Uzwil

Die Mitglieder der drei Spitex-Vereine Uzwil, Wil-Land und Oberuzwil haben der Gründung des neuen Vereins Spitex Region Uzwil zugestimmt. Er wird am 1. Januar 2019 seine Arbeit aufnehmen.

Tobias Söldi
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Stefan Frei (stehend) führt die Anwesenden durch die ausserordentliche Spitex-Versammlung und informiert über die Fusion. (Bilder: Tobias Söldi)

Stefan Frei (stehend) führt die Anwesenden durch die ausserordentliche Spitex-Versammlung und informiert über die Fusion. (Bilder: Tobias Söldi)

Der Gemeindesaal Uzwil war an diesem Mittwochabend gut besucht. Das überrascht nicht: Die Teilnehmer der ausserordentlichen Spitex-Mitgliederversammlung mussten einen «wegweisenden Entscheid» treffen, wie Caroline Bartholet, Präsidentin der Spitex Oberuzwil-Jonschwil-Lütisburg, in ihrer Begrüssung sagte. Auf der Traktandenliste stand die Fusion der drei Spitex-Vereine Wil-Land, Uzwil und Oberuzwil-Jonschwil-Lütisburg.

Die Gründe für diesen Schritt sind vielfältig. Stefan Frei, Gemeindepräsident von Jonschwil und Tagespräsident der Mitgliederversammlung, erwähnt als wichtigsten darunter demografischen Veränderungen: Der Anteil älterer Menschen in unserer Gesellschaft wächst. Gleichzeitig zeichnet sich ein Mangel an Pflegekräften ab. «Eine Studie hat ergeben, dass im Kanton St. Gallen die Zahl der Pflegekräfte von 2014 bis zum Jahr 2030 um 79 Prozent erhöht werden muss», sagt Frei. Als weiteren Punkt führt er die Digitalisierung an, welche die Arbeitsprozesse in der Spitex stark verändere.

Weg ist frei für die Spitex Region Uzwil

Diesen Herausforderungen soll mit der Fusion der bestehenden Spitex-Vereine zum neuen Verein Spitex Region Uzwil begegnet werden. Man hofft dabei auf eine grössere Flexibilität aufgrund der höheren Mitarbeiterzahl, eine Erleichterung in der Ausbildung von spezialisierten Mitarbeitenden, die Einschränkung der IT-Kosten sowie eine Verbesserung der Administration. «Wir sind überzeugt, dass eine weitere Professionalisierung und Spezialisierung der richtige Weg ist, die Herausforderungen der nächsten Jahre anzugehen», sagt Frei.
Zwischen Mai 2017 und Herbst 2018 hat ein neunköpfiges Team die Fusion vorbereitet. Sie wurde den 141 anwesenden Mitgliedern aller drei Vereine vergangenen Mittwoch zur Abstimmung vorgelegt. Die Gründung des neuen Vereins beziehungsweise die notwendige Auflösung der bestehenden drei Vereine wurden ohne Gegenstimmen angenommen. «Die Anwesenden haben einen wegweisenden Entscheid für eine zukunftsgerichtete ambulante Gesundheitsversorgung in der Region Uzwil getroffen», freute sich Frei. Diskutiert wurde der Antrag eines Mitglieds auf drei Revisoren zur Kontrolle der Amtsführung. Auch dieser wurde ohne Gegenstimmen angenommen. Die Statuten werden entsprechend ergänzt.

Der Vorstand und die Geschäftsleitung (von links): Stefan Frei, Kurt Marti, Regula Fitze (Geschäftsleitung), Alexander Bommeli (Präsident), Ingrid Markart, Caroline Bartholet, Roland Hardegger und Christine Wirth.

Der Vorstand und die Geschäftsleitung (von links): Stefan Frei, Kurt Marti, Regula Fitze (Geschäftsleitung), Alexander Bommeli (Präsident), Ingrid Markart, Caroline Bartholet, Roland Hardegger und Christine Wirth.

Damit ist der Weg frei für die Spitex Region Uzwil. Der Verein wird sich im Neubau des Seniorenzentrums Uzwil einquartieren, sobald die Bauarbeiten abgeschlossen sind. Um bereits jetzt von der Fusion zu profitieren, werden die Büroräume in Oberuzwil zusammengezogen.
Auch der finanzielle Aspekt der Fusion war Thema: Die drei bestehenden Vereine bringen ihre gesamten Vermögenswerte in den neuen Verein ein. Da diese unterschiedlich gross sind, werden die beiden Vereine, die mehr einbringen als der Verein mit dem tiefsten Vermögen, eine Gutschrift bei den künftigen Gemeindebeträgen erhalten.

Neue Beiträge für die Mitglieder

Die Spitex Region Uzwil hat neue Mitgliederbeiträge. Einzelpersonen zahlen künftig 30 Franken, öffentliche Körperschaften 150 Franken. Es wird keine spezifischen Regelungen für Ehepaare, Familien oder juristische Personen mehr geben wie bis anhin. «Wir wollen eine möglichst einfache Struktur», sagt Frei.

Mit der Neuorganisation werden ab 2019 die Klienten in
Zuzwil neu vom Team Uzwil betreut. Der Mahlzeiten- und Fahrdienst in den Gemeinden Niederbüren, Niederhelfenschwil, Oberbüren und Zuzwil wird durch den Verein Spitex Region Uzwil geleistet werden.

Vorstand, Präsident und Geschäftsleitung

Die Spitex Region Uzwil besteht aus einem siebenköpfigen Vorstand. Zur Verfügung gestellt haben sich die drei bisherigen Vereinspräsidentinnen und -präsidenten Caroline Bartholet (Oberuzwil-Jonschwil-Lütisburg), Christine Wirth (Uzwil) und Alexander Bommeli (Wil-Land). Als ehemaliger Vizepräsident von Spitex Uzwil wird auch Kurt Marti dem Vorstand beitreten. Drei Mitglieder werden von den Gemeinden direkt bestimmt: Diese sind neben Bommeli, Gemeindepräsident von Oberbüren, Stefan Frei, Gemeindepräsident von Jonschwil, und Roland Hardegger, Gemeindepräsident von Zuzwil. Komplett wird der Vorstand mit der Oberuzwiler Rechtsanwältin Ingrid Markart. Als erster Präsident wurde Alexander Bommeli gewählt. Regula Fitze wird als Geschäftsleiterin des neuen Vereins amtieren. (tos)