Spital Wil ist bei Notfall gerüstet

Gestern morgen brach am Spital Flawil ein Feuer aus. Fred Rohrer, Kommunikationsverantwortlicher des Spitals Wil, erklärt, wie die Übernahme von Patienten geregelt ist und welches Dispositiv für einen derartigen Notfall besteht.

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Die Berufsfeuerwehr St. Gallen unterstützte diejenige des SVRG mit einem mobilen Grosslüfter. Dieser wurde mit Wasser gekühlt, das zwischendurch abgelassen werden musste. (Bilder: Vivien Steiger)

Die Berufsfeuerwehr St. Gallen unterstützte diejenige des SVRG mit einem mobilen Grosslüfter. Dieser wurde mit Wasser gekühlt, das zwischendurch abgelassen werden musste. (Bilder: Vivien Steiger)

Musste das Spital Wil wegen des Brandes im Spital Flawil von gestern morgen Patienten aufnehmen?

Fred Rohrer: Nein, mussten wir nicht. Es wurde eine Patientin an uns überwiesen, aber nicht im Zusammenhang mit dem Brand.

Ist die Übernahme von Patienten bei einem Notfall wie der Evakuierung eines Spitals auf Grund eines Brandes überhaupt vorgesehen?

Rohrer: Ja, die Übernahme von Patienten aus einem Spital der Region im Zusammenhang mit einer Evakuierung ist möglich.

Auf welcher Grundlage ist eine solche Übernahme geregelt? Gibt es eine vertragliche Vereinbarung?

Rohrer: In der Spitalregion Fürstenland Toggenburg mit den Spitälern Wil und Wattwil wird das Konzept «Gesundheits- und Rettungsdienst in ausserordentlichen Lagen» umgesetzt. Die Kantonale Notrufzentrale oder der Kantonale Führungsstab lösen gegebenenfalls eine «ausserordentliche Lage» aus.

Gibt es am Spital Wil ein Notfallszenario für ein solches Ereignis?

Rohrer: Für den Fall eines Brandes am Spital Wil finden Übungen mit der Feuerwehr Region Wil statt. Kürzlich war am Spital Wattwil eine Übung gemeinsam mit der Feuerwehr Wattwil-Lichtensteig durchgeführt worden. Diese Übungen dienen eher der Evakuierung des eigenen Spitals in einem Katastrophenfall. Erkenntnisse aus den Übungen können sicher bei der Aufnahmesituation von Patienten aus einem evakuierten Spital helfen. In der Spitalregion wird nach dem Konzept «Führung in ausserordentlichen Lagen» gearbeitet.

Wie sieht das Dispositiv bei der Aufnahme von Patienten aus? Welche Massnahmen müssen ergriffen werden?

Rohrer: Die Bettendisposition am Spital Wil verfügt jederzeit über Kenntnisse zur aktuellen Belegungssituation von IMC (Intermediate Care) und Bettenstationen. Bettendisposition, Notfall und OP-Koordination arbeiten bei einer Anfrage nach Patientenübernahmen zusammen. Geleitet und koordiniert werden Massnahmen vom hausinternen Führungsstab.

Gab es in den vergangenen Jahren ein Ereignis, bei dem das Spital Wil wegen eines Notfalls mehrere Patienten aufnehmen musste?

Rohrer: Ein solches Ereignis ist mir nicht bekannt.

Und das Überweisen von Patienten an andere Spitäler, kam ein solches Ereignis kürzlich vor?

Rohrer: Nein.

Interview: ph