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Spital Flawil kämpft erneut ums Überleben

Der Kampf um den Erhalt des Flawiler Spitals ist ein weiteres Mal lanciert. Ökonomische Überzeugungen versus politische Bestrebungen? Nicht zwingend, sind sich Elmar Metzger und Peter Hartmann einig.
Andrea Häusler
Nach 1995 und 2003 sind am Himmel über dem Flawiler Spital wiederum dunkle Wolken aufgezogen. Es droht einmal mehr die Schliesslung. (Archivbild: Andrea Häusler)

Nach 1995 und 2003 sind am Himmel über dem Flawiler Spital wiederum dunkle Wolken aufgezogen. Es droht einmal mehr die Schliesslung. (Archivbild: Andrea Häusler)

«Wir verfügen heute über eine funktionierende Netzwerkstrategie mit gut positionierten Spitälern und einer wohnortnahen, regional verankerten Gesundheitsversorgung», sagte Kantonsrat Peter Hartmann (SP) an der gut besuchten Informationsveranstaltung vom Montag. Und er machte klar: «Im Vergleich zu anderen Kantonen ist das St. Galler Gesundheitssystem günstig.» Die Organisation mit der Konzentration von Behandlungsschwerpunkten an einem Standort ermögliche Synergien innerhalb der Versorgungsregion und bewähre sich: Die Bettenzahlen seien gesunken, die Auslastung der Spitalplätze sei gestiegen.

Dennoch steht die Schliessung von Spitälern erneut zur Diskussion. Laut Vorschlag des Verwaltungsrats der Spitalverbunde des Kantons St. Gallen an die Regierung sollen Flawil, Wattwil, Altstätten, Rorschach und Walenstadt über die Klinge springen, die stationären medizinischen Leistungen an den Standorten St. Gallen, Grabs, Linth sowie Wil konzentriert werden – ungeachtet geplanter und bewilligter Bauprojekte. Aus Kostengründen.

Verschiebung der Patientenströme

Dieses Hauptkriterium brachte dem Verwaltungsrat den Vorwurf ein, die Situation nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu beurteilen: «Er bräuchte eine Brille, damit er nebst den Zahlen auch die Menschen sieht», sagte Peter Hartmann. Und selbst die ökonomischen Argumente überzeugten nicht: «Werden Spitäler geschlossen, verschieben sich die Patientenströme – primär in teurere Spitäler wie St. Gallen oder Heiden. Auch an jene Kosten habe der Kanton 55 Prozent beizusteuern. «Ist das gespart?», fragte Hartmann, der befürchtet, dass sich hinter der geforderten Schliessung der Landspitäler die Absicht verbirgt, das Kantonsspital zur Universitätsklinik auszubauen.

Die Sache mit der Ebita-Marge

Gemeindepräsident Elmar Metzger ist sich der Tragweite einer allfälligen Schliessung des Flawiler Spitals bewusst. Dabei spielen auch volkswirtschaftliche Überlegungen wie der Abbau von Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie der Abfluss von Geldern eine Rolle. Die Qualität der medizinischen Versorgung sei nachweislich hoch, machte er klar. Wenn jedoch der Notfall nur mehr auf Sparflamme betrieben werde, Spezialisten wie Christian Sartoretti in andere Spitäler verschoben würden und der Verwaltungsratspräsident der St. Galler Spitalverbunde eine rasche Schliessung des Spitals Flawil als denkbares Szenarium nenne, werde es schwierig.

Metzger kritisierte, dass im Strategiebericht des Verwaltungsrates der St. Galler Spitalverbunde die Ebita-Marge (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) eine derart zentrale Rolle spiele. Umso mehr, als die Erhebungen unter anderem auf zu hohen Zinssätzen und zu kurzen Amortisationsfristen basierten. Die Zielvorgaben der Regierung bezeichnete er als schlicht unrealistisch.

Klausurtagung mit Willy Oggier angesetzt

Für Elmar Metzger ist klar, dass sich Flawil vehement gegen eine Schliessung des Spitals wehren, jedoch für Neues offen sein will. Eine Spezialklinik des Kantonsspitals wäre denkbar, oder eine Tagesklinik mit Notfall. «Gegen ein ambulantes Gesundheitszentrum hingegen würden wir uns wehren.» Seine Haltung hat der Gemeinderat dem Verwaltungsrat des Spitalverbunds mitgeteilt. Eine Antwort erwartet Metzger innert Jahresfrist. Inzwischen will der Gemeinderat über das weitere Vorbegehen beraten: wiederum gemeinsam mit dem gesundheitsökonomischen Berater Willy Oggier.

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