Spital bringt keine Synergien

Die Regierung hat die Interpellation Hartmann/Baumgartner (SP) zur Verlegung des Rettungswagens 144 nach Gossau beantwortet. Nachteile für Flawil und das Spital sieht sie keine.

Andrea Häusler
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Die Fahrzeuge der «Rettung St. Gallen» stehen nicht mehr in Flawil, sondern in Gossau. Die Regierung hat nun die aus der Verlegung resultierenden Fragen der beiden SP-Kantonsräte Peter Hartmann und Daniel Baumgartner beantwortet. (Archivbild: Olivia Hug)

Die Fahrzeuge der «Rettung St. Gallen» stehen nicht mehr in Flawil, sondern in Gossau. Die Regierung hat nun die aus der Verlegung resultierenden Fragen der beiden SP-Kantonsräte Peter Hartmann und Daniel Baumgartner beantwortet. (Archivbild: Olivia Hug)

FLAWIL. Die Verschiebung des Rettungsstützpunkts der Notrufzentrale 144 von Flawil nach Gossau hat auf die Gemeinden im Einzugsgebiet des Spitals Flawil keine negativen Auswirkungen. Auch besteht kein Zusammenhang zwischen der Verlegung des Standorts der Rettungswagen und der Notfallstation bzw. des Spitals in Flawil, das Zielspital für den Rettungsdienst bleibt. Zu diesem Fazit in etwa kommt die Regierung in der Beantwortung der Interpellation, welche die Flawiler SP-Kantonsräte Peter Hartmann und Daniel Baumgartner in der Novembersession eingereicht hatten.

Verschärfte Auflagen

Die Verlegung des Rettungsstützpunkts ist eine Folge der Zusammenlegung der Rettungsdienste der Spitalunternehmungen Kantonsspital St. Gallen, Rheintal-Werdenberg-Sarganserland und Fürstenland-Toggenburg zur «Rettung St. Gallen» Anfang 2014. Eine Massnahme, die es ermöglichen sollte, die im Leistungsauftrag des Kantons formulierten, verschärften Auflagen per 1. Januar 2015 zu erfüllen. Denn neu müssen die Rettungsequipen nicht mehr in 80 Prozent der lebensbedrohlichen Notfälle innert 15 Minuten am Zielort sein, sondern in 90 Prozent der Fälle. Ein schweizweit gültiger Wert des Interverbandes für Rettungswesen.

Keine Synergien

Wo die Rettungsstützpunkte und die Fahrzeuge stationiert werden, entscheidet die «Rettung St. Gallen». Deshalb wurden die lokalen Behörden nicht in die Entscheidungsfindung eingebunden, schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf eine entsprechende Frage der Interpellanten. Aus Sicht der Regierung bringt die Anbindung des Rettungsdienstes 144 an den Notfall in Flawil in Bezug auf die Qualität und Verfügbarkeit keine Vorteile. Zumal die Sanitäter heute nurmehr im Rettungswesen (und nicht zusätzlich am Spital) tätig sind. Synergien ergäben sich somit nicht. Hinzu komme die neue Dispositionsstrategie. Nach dieser wird im Notfall stets das nächstgelegene freie Einsatzmittel aufgeboten, unabhängig von dessen Heimatstützpunkt. Die Verfügbarkeit der Fahrzeuge sei deshalb höher, weil diese öfter für Verlegungsfahrten oder Einsätze unterwegs seien, schreibt die Regierung.

Entlastung für St. Gallen

Mit dem Standort des Ambulanzfahrzeugs in Gossau kann nachts das Rettungsteam in St. Gallen reduziert werden, weil St. Gallen-West teilweise von Gossau aus bedient werden kann. Die frei werdenden Ressourcen sollen in weniger dicht besiedelten Gebieten eingesetzt werden, argumentiert die Regierung. Deshalb sei am 1. Dezember 2014 ein Tagesstützpunkt in Bütschwil in Betrieb genommen. Die von den Interpellanten gewünschten Zahlen, welche die Erreichbarkeit aller Gemeinden ab Flawil oder eben Gossau belegen, bleibt die Regierung indes schuldig. Stattdessen verweist sie auf die Verbesserung der Erfüllung der Hilfsfrist von 89 Prozent (2013) auf 91 Prozent.

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