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Spitäler werden selber zum Notfall

Den Spitälern Flawil und Wattwil droht der Verlust der stationären Leistungserbringung. Gestärkt würden Wil und St. Gallen, während die Zukunft der Spitäler Wattwil und Flawil ungewisser denn je würde.
Hans Suter/Martin Knoepfel
Zwischen Freud und Leid: Wird die vorgeschlagene Konzentration der stationären Leistungserbringung umgesetzt, steigen die Chancen für einen Spitalneubau in Wil. (Bild: Hans Suter)

Zwischen Freud und Leid: Wird die vorgeschlagene Konzentration der stationären Leistungserbringung umgesetzt, steigen die Chancen für einen Spitalneubau in Wil. (Bild: Hans Suter)

Die Bombe platzte am Donnerstag: Den öffentlichen St. Galler Spitälern droht ein strukturelles Defizit von 70 Millionen Franken pro Jahr. Damit werden die Spitäler plötzlich wieder selber zum Notfall. Der Verwaltungsrat der Spitalverbunde schlägt der Regierung deshalb vor, die stationäre Leistungserbringung nur noch an je einem Spital der vier Spitalregionen anzubieten. Das Nachsehen hätten in der Region Wil die Spitäler Wattwil und Flawil.
Es handle sich um ein Grobkonzept, relativiert René Fiechter, CEO der Spitalregion Fürstenland-Toggenburg (SRFT). Erst das Detailkonzept könne klären, wie weit das Spital Wattwil anders genutzt werden könnte, sagt er. Das Grobkonzept sieht laut René Fiechter vor, dass es in Wattwil kein stationäres Angebot in der heutigen Art mehr gibt, wenn das Spital Wil neu gebaut ist. «Es ist davon auszugehen, dass das nach dem politischen Entscheid noch zehn Jahre in Anspruch nehmen wird.» Keine klare Antwort gibt es auf die Frage, wie viele im Spital Wattwil tätigen Personen von der Schliessung betroffen wären. René Fiechter betont, dass viele Mitarbeitende der SRFT standortübergreifend tätig seien. Ob alle Arbeitsplätze nach Wil verlegt, oder ob Stellen abgebaut würden, könne man noch nicht sagen. Das Grobkonzept gehe davon aus, die Personalreduktion meist über natürliche Fluktuation abzuwickeln.
Was geschieht mit dem Altbau des Spitals, der renoviert werden soll? Und wie viel Geld wurde mit dem Neubau in den Sand gesetzt? Das Bauprojekt werde wie vorgesehen weitergeführt, sagte René Fiechter. Der Neubau werde vorläufig wie geplant genutzt. In rund zehn Jahren seien die Gebäude etwa um die Hälfte abgeschrieben. Welchen Wert sie dann noch hätten, hänge von der weiteren Nutzung ab. In die Erneuerung und Erweiterung des Spitals Wattwil werden gemäss Volksentscheid aktuell 85 Mio. Franken investiert.

Wiler Stadtrat will einen Neubau des Spitals Wil

«Der Wiler Stadtrat hat schon früher kommuniziert, dass er eine Leistungskonzentration für nötig erachtet», äussert sich Stadtpräsidentin Susanne Hartmann in einer Stellungnahme. Der Stadtrat sei sich der Bedeutung des Spitals Wil für die Bevölkerung einer weiten Region bewusst. «Mit einer Stärkung des Spitalstandorts kann die Versorgung auch in Zukunft mit hoher Qualität sichergestellt werden», sagt Susanne Hartmann. Der Wiler Stadtrat sei bereits im Jahr 2015 zum Schluss gekommen, dass ein Neubau des Spitals Wil die besten Entwicklungsmöglichkeiten biete. «Dieses Ziel wird weiterverfolgt.»
«Es ist zu begrüssen, wenn ein jetzt absehbares Defizit angegangen wird und dazu auch im Bereich der stetig steigenden Gesundheitskosten Massnahmen angedacht werden», sagt Guido Grütter, Präsident der Regio Wil. «Warum aber vor wenigen Jahren in den infrastrukturellen Ausbau der stationären Leistungserbringung investiert wurde und nun ein Rückzug mit teurer Hinterlassenschaft aus unserer bedeutenden Nachbarregion Toggenburg erfolgt, ist nur sehr schwer nachvollziehbar», zeigt sich Guido Grütter verwundert. «Spitalplanung muss als langfristige strategische Planung von den Bedürfnissen der regionalen Bevölkerung ausgehen und sollte keiner finanziell gesteuerten Angstreaktion folgen.»

Aktive Zukunftsplanung pro Spital Flawil

Wenig erfreut über die Pläne ist man in Flawil. «Die Gemeinde bietet Hand für allfällige neue medizinische Angebote, Dienstleistungen und Kompetenzen», sagt Gemeindepräsident Elmar Metzger. «Die Gemeinde wird sich aber mit aller Kraft und nach bestem Wissen und Gewissen gegen mögliche Schliessungspläne zur Wehr setzen.» Der Gemeinderat erwarte vom Verwaltungsrat und den politischen Instanzen zudem, frühzeitig und aktiv in die Zukunftsgestaltung des Spitals Flawil mit einbezogen zu werden.

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