SPIELEN: Einkauf erfolgt alljährlich später

Lego verkaufen sich besser als Drohnen. Die Digitalisierung machen die Kunden nur teilweise mit. Trotzdem hat sich das Einkaufsverhalten für Spielwaren verändert. Die sagt Urs Heiz vom gleichnamigen Spielwarengeschäft in Flawil und Wattwil.

Ruben Schönenberger
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Urs Heiz verkauft viele verschiedene Brettspiele in seinem Geschäft. (Bild: Ruben Schönenberger)

Urs Heiz verkauft viele verschiedene Brettspiele in seinem Geschäft. (Bild: Ruben Schönenberger)

Ruben Schönenberger

ruben.schoenenberger

@ toggenburgmedien.ch

Wer jetzt noch keine Weihnachtsgeschenke gekauft hat, muss sich sputen. Nur noch wenige Stunden bleiben, um die letzten Einkäufe zu tätigen. Dass davon am heutigen Heiligabend nicht wenige Gebrauch machen werden, davon ist Urs Heiz vom Spielwarengeschäft Heiz & Co. überzeugt: «Der Weihnachtseinkauf verschiebt sich seit Jahren immer weiter nach hinten. Der 24. Dezember gehört deshalb zu den besten fünf Verkaufstagen.»

Heiz leitet das Familienunternehmen in fünfter Generation. Schon 1877 starteten seine Vorfahren in Flawil mit dem Verkauf von Spielwaren, aber auch mit dem Handel von Eisenwaren. Der Laden in Wattwil ist hingegen sehr jung. Im April 2015 übernahm Heiz die ehemalige Keba. «Das Geschäft in Wattwil hat sich gut entwickelt», zeigt sich Heiz erfreut. Er habe gegenüber seinem Vorgänger das Sortiment erweitert. «Davon mussten die Leute natürlich zuerst einmal erfahren.» Auch deshalb habe er die Ladenfläche umgestaltet. Auf den ersten Blick sollten die Kunden erkennen, dass sich hier etwas geändert habe.

Heute sei sein Sortiment sehr breit. «Wir führen sicher alles, was die Grossverteiler im Sortiment haben. Im Gegensatz zu diesen gehen wir aber viel mehr in die Breite.» Als Beispiel erwähnt er Kassen für einen Verkäuferliladen. «Wo der Grossverteiler eine führt, haben wir sechs oder sieben verschiedene Modelle im Angebot.» Unterschiede zwischen den beiden Filialen in Flawil und Wattwil seien feststellbar. «Im Toggenburg ist Holz viel höher im Kurs. Und oft bauen die Leute hier auch noch selber Spielsachen zusammen. Für Puppenhäuser beispielsweise verkaufen wir in Wattwil oft nur noch die Möbel, nicht aber das Haus an sich.»

Grosse Kundentreue in Wattwil

Heiz sieht seine Läden als klassische Spezialitätengeschäfte. Neben dem breiten Sortiment gehöre dazu auch die Beratung. «Ich will einem Kunden nicht einfach verkaufen, woran ich am meisten verdiene. Vielmehr soll der Artikel auch wirklich passen. So kommt der Kunde nämlich wieder.» Gerade in Wattwil merke man, dass die Kundentreue sehr gross sei. Woran das liegt, kann Heiz nicht genau sagen. Gerade weil die Kundentreue sonst eher abnehme. «Die Leute haben zu viel Zeit, um im Internet die Preise zu vergleichen und dann irgendwo einzukaufen.»

Damit seine Kunden ihm treu bleiben, versucht Heiz am Puls der Zeit zu bleiben. «Es gibt fast jeden Tag Neuheiten auf dem Markt.» Davon erfährt er über verschiedene Kanäle. Dazu gehören die Spielwarenmesse in Nürnberg, aber auch die Verbandgruppe Vedes, wo er in der Katalogkommission Einsitz nimmt. Nicht immer seien Trends einfach zu erkennen. Er führt als Beispiel eine Messe vor drei Jahren an. «Es gab damals kaum ein neues Produkt, das ohne Tablet oder dergleichen daherkam. Die Kunden wollten von diesen Produkten dann aber nichts wissen. Sie machten diese Digitalisierung nicht wirklich mit.» So erstaunt es dann auch nicht, dass Brettspiele weiterhin hoch im Kurs stehen.

Lego bleiben der Überflieger

Das Schenken habe sich aber schon verändert. «Früher war die Spannung gross, was in Geschenkpapier verpackt unter dem Weihnachtsbaum liegt. Heute kommen die Kinder meist mit den Eltern, dem Gotti oder dem Götti in den Laden und wissen genau, was sie wollen und dann auch kriegen.» In diesem Jahr seien Drohnen zwar tatsächlich gefragter, der Überflieger bleibe aber auch 2016 Lego. Nicht allzu oft gekauft werden dürften dieses Jahr Schlitten und Bobs. «Gerade bei solchen Artikeln sind wir stark vom Wetter abhängig. Schneit es bis Weihnachten kaum oder gar nicht, verkaufen wir fast keine.» Das gelte sowieso ganz grundsätzlich für das Weihnachtsgeschäft. «Solange es nicht mindestens kalt, besser noch sehr verschneit ist, scheinen die Leute kaum zu merken, dass Weihnachten vor der Türe steht.»