Spektakel, aber ohne Gigantismus

Gestern abend wurde die Sirnacher Fasnacht (Sifa) feierlich eröffnet. Muschelfee Laura Kilchenmann aus Wiezikon übernahm für fünf Tage die Geschicke von Gemeindeammann Kurt Baumann. Dieser hatte einen tierischen Auftritt.

Simon Dudle
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Mit den «Füürbäse» – einem Brauch aus dem Kanton Baselland – wurde gestern abend die grösste Fasnacht der Region eröffnet. (Bilder: Simon Dudle)

Mit den «Füürbäse» – einem Brauch aus dem Kanton Baselland – wurde gestern abend die grösste Fasnacht der Region eröffnet. (Bilder: Simon Dudle)

SIRNACH. «Safari» lautet das Motto der 21. Sirnacher Fasnacht, die noch bis am nächsten Dienstag närrische Gestalten in ihren Bann ziehen wird. Da passte es gut, dass gestern bei der Eröffnung Gemeindeammann Kurt Baumann nicht nur in Begleitung von Grossratspräsident Bruno Lüscher war, sondern die beiden auf einem Kamel geritten kamen und die Fasnächtler überraschten. Ansonsten war viel wie gewohnt, aber nicht alles. Die Muschelfee entstieg diesmal nicht aus einer grossen Muschel, sondern tauchte aus dem Hintergrund auf. In der Muschel waren für einmal jene Kinder, die das Muschelfee-Lied sangen. Als einen Bruch mit der Fasnachtstradition sieht Sifa-Präsident Marco Meuri diese Variante nicht, viel mehr als künstlerische Freiheit.

Muschelfee als Kindheitstraum

Die 24jährige Muschelfee ist unter den Fasnächtlern keine Unbekannte, trat doch ihr Vater bereits im Jahr 1995 der Sifa bei. Laura Kilchenmann lief darum jeweils mit dem Muschelfee-Wagen mit. «Die fünfte Jahreszeit prägte mich und in dieser Zeit konnte ich mich austoben. Bis heute bin ich ein Fasnachts-Tiger geblieben», sagt die Muschelfee. «Mit diesem Amt geht für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung.»

Der gestrige Anlass, an dem sich auch der Zirkus Balloni aktiv beteiligte, stellte den Auftakt in ein fünftägiges Spektakel dar. Er gehört zu den grössten seiner Art in der ganzen Ostschweiz. Das belegen folgende Fakten: Am Fasnachtsumzug morgen Samstag ab 14.31 Uhr nehmen 60 Gruppen und um die 10 000 Zuschauer teil. Da 2013 bei der «Rasslete» am Samstagabend das Zelt schon 45 Minuten nach der Öffnung voll war, wurde jenes auf dieses Jahr hin um 15 Meter verlängert. Morgen abend wird ein Feuerkünstler auftreten und die Wiler Stadttambouren haben für die Sifa ein Programm einstudiert. Bereits um 16.15 Uhr findet im Zelt auf der Etziwiese ein Guggenkonzert statt.

Das Raumkonzept wurde angepasst. Da die «Brückenwaage» wegen des Mittagstisches heuer nicht zur Verfügung steht, musste ein anderer Ort für ein gemütliches Lokal gesucht werden. Gefunden wurde er im Dreitannen-Saal. In der Kantine im Untergeschoss ist die Sifa-Stube zu finden, im Foyer parterre die Sifa-Beiz. Die U19-Party, die morgen ab 20.31 Uhr stattfindet und bisher im Dreitannen-Saal beheimatet war, muss weichen und findet neu in der Turnhalle Birkenweg statt.

«Abkehr vom Gigantismus»

Ebenfalls bereits Tradition ist der Gottesdienst für Narren am Sonntagvormittag. Er findet neu ab 10 Uhr in der katholischen Kirche statt. Am Sonntagnachmittag ab 13.31 Uhr geht der Kindermaskenball im Dreitannen-Saal über die Bühne.

Krönender Abschluss bildet auch dieses Jahr die Verbrennung des «Füürlizapfen» am Dienstagabend ab 19.11 Uhr beim Tennisplatz. Jedoch wird dieser nicht mehr so pompös daherkommen wie in den vergangenen Jahren. Das Bauteam ist nach 20 Jahren zurückgetreten. In die Bresche sprang die Fasnachtsclique «Zapfen-Mannli», die zwar eigenständig, aber fest mit der Sirnacher Fasnacht verbunden ist. «Es ist eine Abkehr vom Gigantismus», sagt Meuri. Der Füürlizapfe wird kleiner daherkommen als in den Vorjahren, viele Schindeln haben und wie ein Tannzapfen aussehen.

Präsidenten zurückgetreten

Im Vorstand kam es zu einer Veränderung. Sandro Peter und Philippe Truninger sind als Co-Präsidenten zurückgetreten, so dass Meuri dieses Amt nun alleine bekleidet. 25 Personen gehören dem Kern-OK an.

Regiert bis Dienstag über Sirnach: Für Muschelfee Laura Kilchenmann geht damit ein Kindheitstraum in Erfüllung.

Regiert bis Dienstag über Sirnach: Für Muschelfee Laura Kilchenmann geht damit ein Kindheitstraum in Erfüllung.

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