SPASSKARAWANE: Locker vom Höcker

Athletinnen und Athleten aus dem Micarna-Team haben Mitarbeitende zum aktiven Sporttreiben animiert. In Stimmung gebracht haben sich die Welt- und Europameister im Gleichschritt mit Kamelen.

Urs Huwyler
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Die Karawane mit Stefan Küng, Daniel Hubmann, Martin Hubmann und Selina Büchel (von links) setzt sich in Bewegung. (Bild: Urs Huwyler)

Die Karawane mit Stefan Küng, Daniel Hubmann, Martin Hubmann und Selina Büchel (von links) setzt sich in Bewegung. (Bild: Urs Huwyler)

Urs Huwyler

sport@wilerzeitung.ch

Beim letzten grossen Rad-Klassiker Paris–Tours kam Stefan Küng als 55. ins Ziel. Er verlor 45 Sekunden auf Sieger Matteo Trentin, den neuen Teamkollegen des Lanterswilers Michael Albasini. An der zu hohen Trainingsbelastung im Vorfeld sollte es nicht gelegen haben. Mitte Woche stand in Bazenheid eine verkraftbare Ausfahrt mit Radsport-Begeisterten der Micarna auf dem Programm. Möglicherweise sorgte jedoch die aktive Erholung zuvor für eine verminderte Tretfrequenz. Mit 800-m-Spezialistin Selina Büchel, den OL-Brüdern Daniel und Martin Hubmann, dem Toggenburger Winter-Duo Joel Gisler (Freeski) und Beda Klee (Langlauf) sowie Snowboarderin Julie Zogg übte sich Küng in Olmerswil bei Neukirch an der Thur als Kamelreiter. Nach der 40-minütigen Runde glaubte der sonst selber (s)trampelnde Zweibeiner beim Heruntersteigen vom Trampeltier, im Spagat geritten zu sein. Die O-Beinstellung unterschied sich von jener auf dem Velo.

Was die Mitglieder des Micarna-Teams von den Vierbeinern lernen konnten, war die Tempo- und Trittfestigkeit der gehöckten Tiere. Sie kauten stehend oder gehend vor sich hin, liessen sich weder von Autos, Hunden noch Eseln aus der Ruhe bringen und blieben auch in den Kurven auf der Ideallinie. Jeder Trainer wünscht sich derart technisch geschulte Schützlinge. Entsprechen relaxed schwebten die Welt- und Europameister, Olympiateilnehmer und Weltcupsieger auf dem Wüstenschiff locker vom Höcker durch die Natur.

Ein stressfreier Spass für die Spitzensportler

Das Tempo, den Rhythmus, die Taktik nicht selbst bestimmen zu können, von einem Kamel abhängig zu sein, sei ein besonderes Erlebnis, ein stressfreier Spass gewesen, freuten sich die Sportler. Ein Kamelrennen wäre die nächste Herausforderung. Aus der Pole-Position starten könnte Daniel Hubmann. Er absolvierte auf dem Olmerswiler Erlebnishof bereits die zweite Reitstunde. «Du bist ein Kamel» empfanden die Mini-Scheichs jedenfalls nach dem Anlass als liebenswertes Kompliment.

Für die Tiere soll es vom Gewicht der Reiter und deren Körpergefühl her ebenfalls ein erholsamer Ritt gewesen sein. Die Kamele schlugen weder aus noch brannten sie durch, warfen niemanden ab. Karin Stiffler, Ulli Runge und Katherine Kreutzer vom Kamelhof stellten jedenfalls den Athleten ein gutes Zeugnis aus.

Die Sportler-Karawane zog anschliessend kamellos weiter nach Bazenheid. Dort hinterliessen vor allem die Rollski-Versuche unter Leitung von Klee bei den Anfängern blutige Spuren. Beim Dorf-OL der Hubmanns, der Laufrunde mit Selina Büchel und dem Jogger-Duo Gisler/Zogg oder Stefan Küngs Radtour wurde immer beschleunigt, abgebremst, überholt. Den Kamelen hätten sich bei einer solchen Gangart die Höcker gestellt.