Sparbemühungen nicht zunichte machen

Zum Ausbau der Schulsozialarbeit

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Dass linke Kreise sorglos mit unseren Steuergeldern umgehen, ist wohl allgemein bekannt, aber dass nun auch Vertreter von Mitteparteien unser hart verdientes Geld mit der grossen Kelle ausgeben und uns den massiven Ausbau der Schulsozialarbeit sogar noch als Investition mit Gewinnaussichten oder als «Versicherung» verkaufen wollen, ist schon eher ungewöhnlich.

Eine weitere massive Investition in die Schulsozialarbeit bedeutet in erster Linie, dass weitere hohe Kosten anfallen. Es ist wohl unbestritten, dass wir eine gute Schule in Wil haben. Es ist auch erfreulich, dass wir in den letzten 13 Jahren keine teuren Schulausschlüsse mehr hatten. Dass dies vielleicht mit der Schulsozialarbeit einen Zusammenhang hat, könnte sein, kann jedoch bis jetzt nicht nachgewiesen werden. Was jedoch klar nachgewiesen werden kann, sind die hohen Kosten, die nur schon alleine durch die Schulsozialarbeit entstehen. Im letzten Jahr wurde in der Stadt Wil die Schulsozialarbeit mit rund 300 Stellenprozenten besetzt. Dies hat Kosten im Umfang von mindestens 420 000 Franken (pro Jahr) verursacht.

Obwohl wir bis jetzt noch keine Schulausschlüsse hatten, will eine linke Mehrheit des Wiler Stadtparlaments – rein vorsorglich – einen Ausbau der Schulsozialarbeit um weitere 250 Stellenprozente bewilligen (345 000 Franken pro Jahr). Rein mathematisch gesehen, könnten wir mit diesem Betrag auch locker ein bis zwei Schulausschlüsse pro Jahr bezahlen – die es ja bis jetzt nicht gegeben hat.

Zudem ist zu erwähnen, dass trotz einer Steuerfusserhöhung im Jahr 2014 um 5 Prozent und Sparmassnahmen in den Departementen unsere Stadt für das Jahr 2015 ein Defizit von rund einer Million budgetieren muss. Es kann doch nicht sein, dass wir einen Teil dieser Sparbemühungen mit dem massiven Ausbau der Schulsozialarbeit wieder zunichte machen. Aus diesen Gründen ein Nein am 30. November.

Pascal Stieger,

Unterer Rebweg 13, Wil

Schulsozialarbeit: Wofür?

Vor Jahren wurde in der Schule die Fünftagewoche eingeführt. Die einen fanden dies toll, die andern nicht nötig. Man hätte meinen können, dass die Eltern dann mehr Zeit hätten für ihre Kinder. Andere wollten gleich ihre Kinder dem Staat, beziehungsweise dem Fernsehen oder dem Handy überlassen. Jede Familie hätte heute Zeit, sich mit Kindern zu beschäftigen, wären sie nicht «überlastet» mit ihren eigenen Freizeitbeschäftigungen. Darum ein Nein zur Schulsozialarbeit.

Trudi und Ruedi Schläpfer, Rotschürstr. 7, Wil

Vorbeugen ist besser als Heilen

Dass Vorbeugen besser ist als Heilen, haben der Stadtrat und die Mehrheit des Wiler Parlaments erkannt und darum auch dem Ausbau der Schulsozialarbeit klar zugestimmt. Sie konnten sich genau informieren in den Kommissionssitzungen sowie den Unterlagen für die damalige Parlamentssitzung. Dafür sind diese Institutionen gedacht, um solche Dinge zu beraten und dann abzustimmen. Die Unterlegenen sollten den Entscheid akzeptieren. Sollen wir in Zukunft bei jeder Stellenerhöhung an die Urne gehen? Das wir nun über diese Vorlage abstimmen, zeugt von schlechten Verlierern und fehlendem Demokratieverständnis. Ich vertraue auf die Weitsicht der Mehrheit unseres Parlaments und stimme Ja.

Sepp Sennhauser,

Hölzli 514, Rossrüti

Bringt nichts

Es ist ein umstrittenes Thema, der Ausbau der Schulsozialarbeit. Viele Leute haben das Gefühl, es sei nötig, diese massive Aufstockung zu vollziehen. Als ich im letzten Schuljahr war, habe ich selber erlebt, was die Schulsozialarbeit in einer Schule so alles macht. Sie hat das Gefühl, sie verbessere den ganzen Schulalltag. Dem ist nicht so. Den grössten Teil der Schüler nerven diese Sozialarbeiter/innen. Das einzige Positive aus Sicht des Schülers ist, dass der reguläre Unterricht ausfällt.

Ein Beispiel, das ich selbst erlebt habe: Sobald es in der Klasse auch nur das kleinste Problem gab, stand die Schulsozialarbeiterin vor der Tür. Zuerst mussten die betroffenen Personen zur Schulsozialarbeiterin, danach die ganze Klasse. Das Ganze geschah während des regulären Unterrichts. In den Lektionen wurde mit der Schulsozialarbeiterin lediglich um den Brei herum diskutiert. Es wurde krampfhaft nach Problemen gesucht, die es in der Realität gar nie gab. Die Stunden mit der Schulsozialarbeiterin haben nichts gebracht, ausser verschwendeten Schullektionen.

Was bringt denn das alles? Zum einen lernt man in der Schule nicht mehr, Probleme selbst in die Hand zu nehmen und diese selbständig zu lösen. Zum anderen wird der reguläre Unterricht gestört. Für das Berufsleben ist so etwas alles andere als förderlich.

Dann kommen die erwachsenen Leute und meinen, so etwas helfe den Jugendlichen für den Moment und das spätere Leben. Ein Missverständnis. Darum würde ich – wenn ich könnte – Nein stimmen.

Martin Egli, Feldhof, Rossrüti