Späte Lese früher Kirschensorten

In Flawil beginnt die Chriesi-Zeit. Ab heute wird in der Plantage der Familie Iten im Sonnental geerntet. Vom Zeitpunkt her eher spät. «Des Wetters wegen», wie Werner Iten sagt. Kälte und Regen sorgten für ein eher schwieriges Kirschenjahr.

Andrea Häusler
Drucken
Teilen
Die Bäume sind dicht mit den schwarzen Früchten behangen, die Leitern stehen bereit: Diese Woche werden in Flawil die Kirschen geerntet. (Bild: Andrea Häusler)

Die Bäume sind dicht mit den schwarzen Früchten behangen, die Leitern stehen bereit: Diese Woche werden in Flawil die Kirschen geerntet. (Bild: Andrea Häusler)

FLAWIL. Die Leitern lehnen an den Bäumen, der Marktstand für den Direktverkauf ist aufgebaut. Ab heute wird an der Waisenhausstrasse geerntet. Mit einer Schwemme sieht sich Werner Iten allerdings mitnichten konfrontiert. «Die Fröste im Frühjahr haben sich auf die Menge ausgewirkt und die regenreichen Sommerwochen die Qualität gemindert», sagt er. Gelitten hätten vor allem die ungeschützten Hochstämme. «Viele Früchte sind aufgeplatzt oder faul geworden.» Was den Qualitätsansprüchen für den Frischverkauf nicht entspreche, komme ins Fass.

Eine Situation, die Werner Iten, der mit seiner Familie eigentlich einen Milchwirtschaftsbetrieb betreibt, wohl vertraut ist: «Bei den nicht geschützten Bäumen ist gerade einmal eines von zehn Jahren ein Superjahr. Bei den Kirschen hat man es in der Schweiz halt mit einer Zufallsproduktion zu tun.»

40 Prozent einer Vollernte

Rund 25 Aren beziehungsweise um die hundert Bäume umfasst die gedeckte, sprich mit dünnen, nahezu transparenten Netzen vor Unwettern und hungrigen Vögeln geschützte Kirschenplantage der Itens. Hinzukommen acht Hochstämme auf der angrenzenden Wiese. Wie gross die diesjährige Ernte in Kilogramm ausfallen wird, mag Werner Iten nicht beziffern. «Ich gehe von rund 40 Prozent einer Vollernte aus», sagt er.

10 bis 15 Leute werden in dieser und auch während einiger Tage der nächsten Woche die süssen schwarzen Früchte von den Bäumen pflücken. Wie eh und je in Handarbeit. Zunächst die eher mittelfrühen Sorten wie Kordia und Vanda. Ganz frühe habe er gar nicht, sagt Werner Iten. Die rötlich-schwarzen Regina-Kirschen – eine eher spätere Sorte – sollen noch einige Tage an den Bäumen reifen und erst am Schluss geerntet werden.

Verkauf direkt ab Baum

Die Familie Iten vermarktet ihre Kirschen ausschliesslich direkt. Sprich: Die Früchte werden geerntet, am Verkaufsstand verlesen, sortiert und sogleich verkauft. In der Regel wird täglich gerade so viel geerntet, wie verkauft werden kann. Der Verkauf beginnt heute nachmittag. Dass die Nachfrage gross sein wird, daran zweifelt Iten nicht: «Vielleicht sogar zu gross.»

Werner Iten Kirschenproduzent, Flawil (Bild: vs)

Werner Iten Kirschenproduzent, Flawil (Bild: vs)