Späte Erkenntnis

Die breite Unterstützung des Antrags «Paul Frischknecht» ist eine Ohrfeige an die Adresse des Gemeinderats. Dass dieser nun die Wahl der Elemente zur Verbesserung der Schulwegsicherheit begründen und gar die Kosten für einen Rückbau berechnen muss, ist mehr als ein Ausdruck von Unzufriedenheit.

Andrea Häusler
Drucken
Teilen

Die breite Unterstützung des Antrags «Paul Frischknecht» ist eine Ohrfeige an die Adresse des Gemeinderats. Dass dieser nun die Wahl der Elemente zur Verbesserung der Schulwegsicherheit begründen und gar die Kosten für einen Rückbau berechnen muss, ist mehr als ein Ausdruck von Unzufriedenheit. Es dokumentiert die Überzeugung zahlreicher Bürgerinnen und Bürger, dass die Situation an neuralgischen Punkten verschlimmbessert und der 300 000-Franken-Kredit zumindest teilweise fehlinvestiert worden ist.

Hat der Gemeinderat tatsächlich alles verkehrt gemacht, was falsch gemacht werden kann? Fest steht, dass Enttäuschung und Verständnislosigkeit nach der Realisierung von Verkehrssicherheitskonzepten nicht ortsspezifisch sind. Auch in anderen Gemeinden folgte der Ausführung ähnlicher Projekte die Ernüchterung. Denn die Erwartungen sind hoch und das Bewusstsein gering, dass Eingriffe in die Verkehrsführung und den Verkehrsfluss vielschichtige Konsequenzen haben. Auch unerwünschte. Verlangsamende Massnahmen können zulasten der Übersicht gehen, Staus begünstigen, Lärm bescheren.

Und die Behörden? Die verlassen sich auf die Verkehrsplaner, die – unter Berücksichtigung der polizeilichen Vorgaben – den zum Scheitern verurteilten Versuch unternehmen, eine Mobilität zu ermöglichen, die allen Verkehrsteilnehmern gerecht wird, die Flächen optimal nutzt, ökologisch sinnvoll ist, zum Ortsbild passt und sämtlichen Ansprüchen von Anwohnern, Geschäften usw. genügt.

Über die Bücher zu gehen, den Status quo zu hinterfragen, kostet nicht die Welt, könnte aber punktuell Verbesserungen bringen. Einen Rückbau hingegen werden sich selbst jene Stimmberechtigten nicht leisten wollen, die nun den Auftrag zu dessen Prüfung erteilt haben.

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch