SP will auf Atomstrom verzichten

Uzwils Sozialdemokraten wollen den Gemeinderat anregen, in Verwaltung und technischen Betrieben Natur- anstelle von Atomstrom zu verwenden.

Philipp Stutz
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UZWIL. Dieses Anliegen soll an der Bürgerversammlung vom 28. November zur Sprache gebracht werden, wie an der Parteiversammlung der SP bekannt wurde. Die Gemeinde soll angehalten werden, ihren eigenen Energiebedarf mit Strom aus erneuerbaren Energien zu verwenden. Das wäre allerdings mit Kosten verbunden, wobei das Budget entsprechend erhöht werden müsste. 70 000 Franken entfielen auf die Gemeinde, 7000 Franken auf die technischen Betriebe.

Eisbahn ist «Energiefresser»

Der Ausstieg aus der Atomenergie sei auch mit Bezug auf das Energiestadt-Label zu verstehen, wurde an der Versammlung betont. Die grössten «Energiefresser» der Gemeinde sind übrigens die Sportanlagen, allen voran die Kunsteisbahn.

Uzwil ist Energiestadt. Vor der Bürgerversammlung wird der Gemeinde nach erfolgreicher Rezertifizierung das entsprechende Label überreicht. «Energiestadt und Verminderung des CO2-Ausstosses sind Themen, welche die Bevölkerung beschäftigen», lautet das Fazit der Genossinnen und Genossen. Das habe eine Umfrage am Herbstmarkt gezeigt. Dort habe die Partei an ihrem Stand mit vielen Personen angeregte Gespräche führen können.

Ausgeglichenes Budget

Das Budget 2012 der Gemeinde Uzwil rechnet mit einem Defizit von 731 000 Franken. Gemessen am Gesamtaufwand von rund 56 Millionen Franken, kann von einem ausgeglichenen Voranschlag gesprochen werden. «Allerdings rechnen wir mit einer markanten Neuverschuldung von rund 2,5 Millionen Franken», sagte Gemeinderat Werner Dintheer. Er erklärte den «Mechanismus» hierfür. Das Defizit der laufenden Rechnung plus die Differenz zwischen Abschreibungsquote und Nettoinvestitionen ergibt die Neuverschuldung. Mit anderen Worten: Liegen die Investitionen über den Abschreibungen, nimmt die Verschuldung zu.

Abstimmungstermin unklar

Wann über die zentralisierte Gemeindeverwaltung an der Lindenstrasse abgestimmt wird, ist laut Dintheer noch immer unklar. Im Budget findet sich auch ein Betrag von 65 000 Franken für ein Konzept zu Tempo-30-Zonen. Es sei lobenswert, dass der Gemeinderat dieses Anliegen der SP rasch aufgenommen habe, wurde betont. Fachleute sollen nun prüfen, wie Tempo 30 in den einzelnen Quartieren umgesetzt werden könnte.