SP tritt mit voller Liste an

Die SP Wil-Untertoggenburg nominierte 18 Kandidatinnen und Kandidaten für die Kantonsratswahlen vom 11. März nächsten Jahres. Die Partei hofft, den Schwung aus den Nationalratswahlen ausnützen zu können.

Philipp Stutz
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UZWIL. Vor vier Jahren hatten die Sozialdemokraten im Wahlkreis Wil eine empfindliche Schlappe hinnehmen müssen. Nun hoffen sie auf eine Trendwende. Diese Erwartungen scheinen nicht unberechtigt, konnte die Partei doch bei den Nationalratswahlen trotz Rückgang des Wähleranteils, aber dank Proporzglück gesamtschweizerisch drei Mandate dazugewinnen. Und im Wahlkreis Wil konnte die SP 2,5 Prozent mehr Wähleranteile verzeichnen.

18 Kandidierende

«Dieses Resultat gibt uns Rückenwind, um zuversichtlich in die Kantonsratswahlen zu steigen», sagte Wahlkampfleiter Werner Dintheer. Er zeigte sich erfreut, dass seine Partei mit einer vollen 18er-Liste antreten kann. Es seien Persönlichkeiten, die mit unterschiedlicher Motivation in den Wahlkampf steigen. Zwölf Männer und sechs Frauen sind darauf zu finden (siehe Kasten). «Es ist nicht nur bei uns ein Phänomen, dass man nicht genügend Frauen zu einer Kandidatur bewegen kann», sagte Dintheer.

Fairer Wahlkampf

Daniel Baumgartner, Mitglied des Vorstandes der SP-Regionalpartei, wünschte sich einen fairen Wahlkampf und hoffte darauf, «dass die SP am 11. März mit Rotwein gefüllten Gläsern auf den Wahlsieg anstossen kann». Der Wahlausschuss setze alles daran, die Vorbereitungen voranzutreiben. Als nächstes ist ein Treffen mit allen Kandidierenden geplant, und dann soll auch die Listengestaltung festgelegt werden.

Nahe bei den Leuten sein

«Wir haben einiges im Vorfeld der Wahlen geplant», sagte Dintheer weiter. Dazu zählen Pendleraktionen. Frühmorgens sollen Bahnreisende über das Gedankengut der SP informiert werden. «Wir möchten nahe bei den Leuten sein», betonte Dintheer. Weiter wurde deklariert, dass die Regionalpartei die Kandidatur der Wilerin Barbara Gysi als Regierungsrätin unterstützen wird.

«Antisoziale Politik»

Als Gast war Ständeratskandidat und Nationalrat Paul Rechsteiner zugegen. Er erwähnte den Finanzkollaps und die Rettung der Banken mit Milliardenbeträgen. Rechsteiner sprach von einer «brutalen, antisozialen Politik». «Die bürgerlichen Parteien haben alle dasselbe Programm», sagte er. Und dieses umfasse Rentensenkungen, Sparen beim Sozialstaat, Verlängerungen der Arbeitszeit und dass Kosten bei der Bildung an den einzelnen Bürger überwälzt würden. Der überbewertete Schweizer Franken zeige schlimme Folgen. Auch die Unterdeckung vieler Pensionskassen ist seiner Ansicht nach fatal. «Glücklicherweise ist wieder Solidarität spürbar, es wird nicht mehr alles goutiert», sagte Paul Rechsteiner. Er versteht seine Ständeratskandidatur als Gegengewicht zum Bürgertum: «Themen wie Lohn, Renten, Umwelt müssen in der kleinen Kammer zur Sprache gebracht werden.»