SP nominiert 40 Kandidatinnen und Kandidaten für «Upgrade» des Wiler Stadtparlaments

Einstimmig und kämpferisch nominierte die SP Stadt Wil ihre Mitglieder für die Wahlen am 27. September in das Stadtparlament, in den Schulrat sowie in den Stadtrat und ins Stadtpräsidium.

Roland P. Poschung
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Gemeinsam stark. Die nominierten SP-Frauen und –Männer zeigen sich vor dem Baronenhaus kampffreudig.

Gemeinsam stark. Die nominierten SP-Frauen und –Männer zeigen sich vor dem Baronenhaus kampffreudig.

Bild: Roland P. Poschung

Im Hof zu Wil war die Nominationsveranstaltung am Donnerstagabend gut besucht. Nach einer Einstimmungs- und Vorstellungsrunde waren die Wahlen lediglich eine Formsache und die gut dotierte SP-Liste darf sich im sicherlich heissen Wahlkampf sehen lassen. Hochmotiviert sind die «Aushängeschilder» Dario Sulzer, der als Stadtrat (bisher) und neu als Stadtpräsident kandidiert, sowie Albertina Palushi-Bullakaj als Schulrätin, die den bisherigen SP-Sitz verteidigen soll.

Vielschichtig in Alters- und Lebenslagen

«Es ist unserer Partei gelungen, für die Wahlen ins Stadtparlament eine Wahlliste von 40 Persönlichkeiten zusammenzustellen. Die Kandidierenden stammen aus dem gesamten Stadtgebiet und sie repräsentieren alle Alters- und Lebenslagen», erklärte Parteipräsident Daniel Schönenberger und fügte bei: «Wir sind mit einem 55-prozentigen Frauenanteil vertreten. Weitere 20 Kandidatinnen und Kandidaten kommen zudem seitens der Juso hinzu.» Eine Präsenz von 60 Persönlichkeiten gab es in der Geschichte der SP noch nie.

Am Kopf der SP-Liste figurieren die Bisherigen, zudem wechselt die Reihenfolge zwischen den Geschlechtern ab. «Das Ziel im Wahlkampf ist es denn auch, mindestens zwei zusätzliche Sitze zu gewinnen, wovon ein Sitz mit der Juso-Liste gewonnen werden soll. Der angestrebte Wahlerfolg soll die Basis legen für eine soziale, umweltfreundliche und wirkungsvolle, politische Arbeit in der Stadt Wil», betonte Arber Bullakaj, Leiter des Wahlteams.

Konfrontative und angespannte Lage verändern

Kritisch beleuchtete Christof Kälin, Mitglied im Wahlteam sowie Stadtparlamentarier, die Ausgangslage im Stadtparlament: «In den vergangenen vier Jahren war die Zusammenarbeit im Parlament zeitweise konfrontativ und das Verhältnis zum Stadtrat angespannt. Die SP setzt sich dafür ein, dass es allen Bevölkerungsschichten gesellschaftlich und wirtschaftlich gut geht, dass wir in einer intakten Umwelt leben können und dass durch intensive Diskussionen mit den anderen Parteien nachhaltige Lösungen für eine lebendige Gemeinde gefunden werden.» Als derzeitiger Vizepräsident dürfte Kälin im 2021 das Amt des Präsidenten im Stadtparlament übernehmen.

Starke Stimmen für Dario Sulzer und Albertina Palushi-Bullakaj

Die «Aushänge-Persönlichkeiten»: Albertina Palushi-Bullakaj als Schulrätin und Dario Sulzer, der als Stadtrat (bisher) und neu als Stadtpräsident kandidiert.

Die «Aushänge-Persönlichkeiten»: Albertina Palushi-Bullakaj als Schulrätin und Dario Sulzer, der als Stadtrat (bisher) und neu als Stadtpräsident kandidiert.

Bild: Roland P. Poschung

Dario Sulzer, der sich als Vorsteher des Departementes Soziales, Jugend und Alter seit 2013 engagiert, wurde gewürdigt: Umsichtig, personennah und dynamisch sei er und bringe die besten Voraussetzungen für das Amt des Stadtpräsidenten mit. «Mein Einsatz gehört den Menschen in Wil. Wil ist meine Heimat.» Nach Meinung der SP-Mitglieder soll Sulzer auch den Stadtrat versöhnen und zweckdienlich sowie nachhaltig sinnvoll mit Blick in die herausfordernde Zukunft zusammenführen.

Für den Sitz im Schulrat sei Albertina Palushi-Bullakaj versiert. Als Frau und Mutter der zweiten Migrantengeneration bringe sie wertvolle Erfahrungen ein, die der Erlebniswelt vieler jetziger Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern entsprechen, hiess es an der Nominationsveranstaltung.

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Gianni Amstutz