SP fordert, Wil soll Flüchtlinge aus Moria aufnehmen: «Vor unseren Augen spielt sich eine humanitäre Katastrophe ab»

Nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos haben verschiedene Schweizer Städte angeboten, Flüchtlinge aufzunehmen. Geht es nach der SP, soll Wil diesem Beispiel folgen.

Gianni Amstutz
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Das Leid der Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos wurde durch den Brand im Camp von Moria noch vergrössert.

Das Leid der Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos wurde durch den Brand im Camp von Moria noch vergrössert.

Bild: Dimitris Tosidis / EPA

Acht grössere Schweizer Städte hätten bisher ihre Unterstützung angeboten, schreibt die SP Wil in ihrer Interpellation an den Stadtrat. Wil solle ebenfalls Hilfe anbieten. Zusammen mit anderen Städten solle sich der Stadtrat für die Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria einsetzen, «welche über die 20 unbegleiteten Minderjährigen hinausgeht». Der Bundesrat hat bereits zugesichert, 22 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen.

Bereits vor dem Brand im Flüchtlingscamp sei die Situation prekär gewesen, heisst es im Vorstoss. Diese habe sich nun noch verschlimmert: «Vor unseren Augen spielt sich eine humanitäre Katastrophe ab.»

In ihrer Interpellation, für welche die SP die Dringlichkeitserklärung beantragt, wollen die Sozialdemokraten vom Stadtrat wissen, ob der Stadtrat bereit dazu sei, die Kantons- und die Bundesregierung zu einem konsequenten Handeln aufzufordern. Zudem soll die Stadtregierung signalisieren, dass die Stadt Wil bereit dazu sei, ihre Verantwortung in der Flüchtlingsbetreuung wahrzunehmen. Ausserdem erkundigt sich die SP, welche Möglichkeiten der Stadtrat sieht, Flüchtlinge aufzunehmen und welche anderweitige Unterstützung für die Menschen vor Ort geleistet werden könne.