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SP fordert von Stadt mehr Flexibilität bezüglich Teilzeitarbeit

Die Stadt soll als Arbeitgeberin im öffentlichen Sektor eine Vorbildfunktion einnehmen, was die Vereinbarkeit von Beruf und Familie angeht, fordert die SP. Susanne Gähwiler hat deshalb eine Interpellation eingereicht.
Gianni Amstutz
Die Stadt Wil soll als Arbeitgeberin Müttern den Wiedereinstieg in den Beruf mit Teilzeitpensen erleichtern. (Bild: Gaetan Bally / Keystone)

Die Stadt Wil soll als Arbeitgeberin Müttern den Wiedereinstieg in den Beruf mit Teilzeitpensen erleichtern. (Bild: Gaetan Bally / Keystone)

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist nicht erst ein politisch heiss diskutiertes Thema, seit bekannt wurde, dass die St. Galler Stadträtin Sonja Lüthi im November ein Kind erwartet. Sie sei überzeugt, Familie, Beruf und politisches Mandat vereinbaren zu können, sagte Lüthi gegenüber dem «Tagblatt».

Nun nimmt die Debatte um die Gleichstellung von Mann und Frau im Berufsleben auch in Wil Fahrt auf. Das mag überraschen, ist doch Wil eine von wenigen Städten in der Schweiz, welche die Lohncharta von Bundesrat Alain Berset unterzeichnet hat. Damit bekräftigte die Stadt ihren Willen, die Lohngleichheit von Mann und Frau regelmässig zu überprüfen und transparent zu machen – ein Zeichen für die Geschlechtergerechtigkeit in der öffentlichen Verwaltung. Und doch sieht die SP Handlungsbedarf. Stadtparlamentarierin Susanne Gähwiler hat deshalb mit 14 Mitunterzeichnenden eine Interpellation eingereicht.

Eine unverzeihliche Verschwendung

Für die Chancengleichheit stelle die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine Schlüsselstelle dar, sagt Susanne Gähwiler. Bis anhin habe die Stadt Wil – beispielsweise mit der Unterzeichnung der Lohncharta – in diesem Bereich eine Vorbildfunktion eingenommen. «Leider ist mir bekannt, dass aktuell verschiedenen Mitarbeiterinnen der Verwaltung schlechte Erfahrungen bezüglich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie gemacht haben.» So seien Frauen nach dem Mutterschaftsurlaub vor die Wahl gestellt worden, entweder in einem 100-Prozent-Pensum weiterzuarbeiten oder zu kündigen. Zwar sei es unbestritten, dass mehr Teilzeitarbeitende einen grösseren Koordinationsaufwand bedeuteten, trotzdem dürfe sich die Stadt dem gesellschaftlichen Wandel nicht verschliessen. «Es ist eine volks- und betriebswirtschaftlich unverzeihliche Verschwendung, erfahrene Berufsfrauen daran zu hindern, weiterzuarbeiten», gibt Susanne Gähwiler zu Bedenken.

In ihrer Interpellation will die SP-Parlamentarierin vom Stadtrat deshalb wissen, wie viele Frauen in den vergangenen fünf Jahren nach ihrem Mutterschaftsurlaub die Arbeit nicht mehr aufgenommen haben und wie viele die Arbeit, mit wie vielen Stellenprozenten wieder aufgenommen haben. Ausserdem erkundigt sie sich, wie viele Männer ihr Pensum nach der Vaterschaft reduziert haben. Weiter will sie wissen, ob Teilzeitarbeit auch in Kaderstellen möglich sei und wie viele Kaderstellen im Sinne der umfassenden Chancengleichheit mit Frauen besetzt sind. Zudem fordert sie vom Stadtrat eine Antwort auf die Frage, ob dieser bereit dazu ist, in ausserordentlichen Situationen den Stellenplan, flexibler zu handhaben.

Auch das Thema Wiedereinstieg nach längerer Karrierepause nimmt sie auf. «Wiedereinstiege in die Berufstätigkeit sollten reibungsloser gestaltet werden», sagt Susanne Gähwiler. Dazu müssten sie frühzeitig von Arbeitgeber und Arbeitnehmenden vereinbart werden. «Ich erhoffe mir bei der Beantwortung meiner Interpellation, dass der Stadtrat eine klare Haltung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einnimmt und diese auch verpflichtend umsetzt.»

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