Sorgen der Wasserversorgung

Schon wieder bereiten die tiefen Grundwasserstände den Wasserversorgungen Sorgen. Verbundlösungen – auch über die Regionen hinaus – werden je länger je wichtiger.

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Der Betriebsleiter der Uzwiler Wasserversorgung, Marcel Gähwiler, inspiziert die Bauarbeiten im Quellgebiet Vogelsberg. Die Erneuerung erfolgt in Etappen. (Bild: Urs Bänziger)

Der Betriebsleiter der Uzwiler Wasserversorgung, Marcel Gähwiler, inspiziert die Bauarbeiten im Quellgebiet Vogelsberg. Die Erneuerung erfolgt in Etappen. (Bild: Urs Bänziger)

GEMEINDE UZWIL. Rückblende: Im Frühjahr 2013 waren die Grundwasserstände so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr. Früher Schnee Ende 2012 und intensive Niederschläge im Winter und Frühling 2013 sorgten dafür.

Kurze Freude

Die Freude der Wasserversorgungen währte kurz. Schnee und Regen blieben diesen Winter mehrheitlich aus, deshalb sind die Grundwasserspiegel wieder tief. Marcel Gähwiler, Betriebsleiter der Uzwiler Wasserversorgung: «90 Prozent unseres Trinkwassers ist Grundwasser. Dank Ausbauten und zusätzlichen Wasser-Förderanlagen können wir unsere Kunden jederzeit mit Trinkwasser in gewünschter Qualität und Menge beliefern. Wir können aber die Hände nicht in den Schoss legen. Tiefe Grundwasserstände bereiten Sorgen. Die klimatischen Schwankungen werden immer extremer. Dafür müssen wir uns in den nächsten Jahren und Jahrzehnten rüsten.»

Versorgungssicherheit

Die Technischen Betriebe planen, sich in der Region an einem neuen Reservoir zu beteiligen. Gähwiler: «So erhalten wir für die höchstgelegenen Uzwiler Siedlungsgebiete eine doppelte Absicherung.» Konkret: Fällt ein Reservoir aus, kann von einem anderen versorgt werden. Bei allen anderen Gebieten innerhalb des Versorgungsgebietes der Technischen Betriebe ist dies bereits Realität. Marcel Gähwiler weiter: «Für die nächsten Jahre wird für uns wichtiges Thema sein, die Fühler weiter auszustrecken. Zu prüfen, Versorgungsnetze über die Regionen hinweg zu verbinden. Damit sich die Wasserversorgungen über grosse Distanzen gegenseitig mit Wasser aushelfen können.»

Seewasser für Uzwil?

Wird dadurch nicht einfach das Problem in ein noch grösseres Netz verteilt? Gähwiler verneint. «Regionen beziehen ihr Wasser aus dem See, andere aus Grund- oder Quellwasser. Wasserquellen, die unterschiedlich auf Wetter und Klima reagieren. Deshalb erhöhen Austauschmöglichkeiten mit anderen Regionen die Versorgungssicherheit für alle.» Für die Region bedeutet das in seinen Augen, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. Die Wasserversorgungen der Region arbeiten bereits jetzt für Wasserbeschaffung und Transport zusammen. Wasser kann «hin und her geschoben» werden. Dieses Modell ist erfolgreich, gibt gegenseitige Sicherheit.

Quellwasser

Bis zehn Prozent des Uzwiler Trinkwassers stammen von den Quellen am Vogelsberg. Marcel Gähwiler: «Das waren im letzten Jahr immerhin mehr als 100 Millionen Liter Trinkwasser. Relativ unabhängig von der Entwicklung des Grundwassers. Deshalb halten wir daran fest, auch wenn es für uns vergleichsweise teures Wasser ist.» Die Wasserversorgung ist daran, diese Quellen in jährlichen Etappen umfassend zu erneuern. Um sie auch in den nächsten Jahrzehnten zu nutzen.

Spuren in der Kasse

Der Wasserkonsum stagniert. Gleichzeitig steigen die Anforderungen für die Wasserversorgungen. Stichworte sind etwa Versorgungssicherheit und Lebensmittelhygiene. Ergebnis: Die Uzwiler Wasserversorgung schrieb auch letztes Jahr rote Zahlen. Die Reserven mögen die Ausfälle noch decken. Aber sie schmelzen. Voraussichtlich 2015 führt das zu Tarifanpassungen, um den Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen. (gk) ?

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