Sorge wegen Strassensanierung: «Wir wollen nichts verhindern»

Die Wilerstrasse soll ab dem Isnyplatz in Richtung Westen saniert werden. Baustart ist im Juni. Doch die Gemeinde sieht dadurch die geplante zukünftige Umgestaltung derselben Strasse in Gefahr.

Dinah Hauser
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Vom Isnyplatz dorfauswärts soll die Kantonsstrasse ab Juni saniert werden. (Bild: Zita Meienhofer)

Vom Isnyplatz dorfauswärts soll die Kantonsstrasse ab Juni saniert werden. (Bild: Zita Meienhofer)

Im Juni fahren die Bagger an der Wilerstrasse auf. Der Kanton hat eine Sanierung vom Isnyplatz bis zur Coop-Pronto-Tankstelle ins Auge gefasst. Doch diese könnte einem anderen Konzept in die Quere kommen. Die Wilerstrasse ist eine Kantonsstrasse und Teil des dritten Agglomerationsprogramms des Bundes (siehe Kasten); sie soll umgebaut werden. Das Teilstück östlich vom Isnyplatz stellt die erste Etappe des Umbaus dar. Gelder aus dem Flawiler Gemeindebudget wurden zwar gesprochen, hängige Einsprachen verhinderten aber bislang einen Baubeginn. Die zweite Etappe betrifft das westliche Teilstück ab Isnyplatz. Dafür lägen das Betriebs- und Gestaltungskonzept Isnyplatz bis Scheidwegkreisel bereits auf Konzeptstufe vor, wie Manfred Huber, Leiter der Abteilung Strassen- und Kunstbauten beim Tiefbauamt des Kantons St. Gallen, bestätigt.

Aggloprogramm

Der Bund unterstützt im Rahmen des Programms Agglomerationsverkehr seit 2008 Städte und Agglomeration darin, sinnvolle Projekte zu verwirklichen, um den wachsenden Verkehr besser zu bewältigen. Damit soll die Siedlungsentwicklung über kommunale, kantonale und nationale Grenzen hinweg gefördert werden.

Aktuell läuft die dritte Generation der Agglomerationsprogramme. Dazu gehört auch der Umbau der Wilerstrasse in Flawil, welcher im A-Horizont enthalten ist. Dies bedeutet, dass der Umbau noch im aktuellen Programm umgesetzt werden soll. Dabei werden die beiden Etappen als separate Projekte angesehen. Damit Bundesmittel abgeholt werden können, muss in beiden Fällen bis 2025 mit den Bauarbeiten gestartet werden.

Laut Manfred Huber, Leiter der Abteilung Strassen- und Kunstbauten beim Tiefbauamt des Kantons St. Gallen, werden Verzögerungen aufgrund von Einsprachen angerechnet und haben eine Verlängerung der Frist zur Folge. (dh)

Marode Wasserleitung als Anlass der Sanierung

Genau dieses westliche Teilstück der Wilerstrasse soll nun vorgängig saniert werden. «Die Situation der maroden Werkleitungen sowie der Strassenzustand lässt es leider nicht zu, auf die Umsetzung des Betriebs- und Gestaltungsprojektes zu warten», sagt Bruno Bulgheroni, Leiter des Strassenkreisinspektorats Gossau, welches federführend bei der Sanierung ist. Die Wasserleitung sei in letzter Zeit mehrmals gebrochen, und auch die Strasse habe das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. «Mit der jetzt geplanten Sanierung können wir aber gewisse Vorarbeiten im Strassenkörper für die künftige Umgestaltung schon erledigen.»

Einsprachen noch hängig

Die Einsprachen für den Umbau vom Isnyplatz ostwärts seien derweil noch in Bearbeitung. «Wir haben nun die Gelegenheit ergriffen, die dringend nötigen Sanierungen dorfauswärts vorzunehmen, bevor der Umbau im Zentrum stattfindet. Beide Baustellen gleichzeitig laufen zu lassen, wäre nicht möglich gewesen», sagt Bulgheroni.

Gemeinde hat Bedenken

Die Gemeindebehörde Flawils äussert Bedenken, dass dadurch der notwendige Strassenumbau im Zentrum, Isnyplatz bis Landbergstrasse, noch weiter aufgeschoben würde. «Zudem wird nun der westliche Teil der Wiler-strasse zweimal saniert. So könnte der Eindruck entstehen, dass die zweite Etappe der geplanten Umgestaltung nicht mehr nötig oder nicht mehr dringend ist», sagt Pascal Bossart, Gemeinderat und Bereichsvorsteher Bau und Infrastruktur. «Es geht nicht darum, etwas zu verhindern», sagt Bruno Bulgheroni dazu.

Keine Nachtarbeiten geplant

Die Sanierung werden auch die Anwohner spüren. «Der eigentliche Strassenbau verursacht nicht viel Lärm», sagt Bulgheroni. Beim Aufsetzten der Deckbeläge komme aber eine Walze zum Einsatz. Dann könnten die Vibrationen auch in den Häusern spürbar sein. Auf der ganzen Strecke wird ein sogenannter lärmarmer Deckbelag eingesetzt. «Dieser sollte die Lärmbelastung aus dem Verkehr in Zukunft etwas mindern», sagt Bulgheroni. Nachtarbeiten seien – ausser in Ausnahmesituationen – nicht vorgesehen. «Weder für die Anwohner noch die Arbeiter sind Nachtschichten wünschenswert.»
Bis Ende dieses Jahres soll die erste Etappe der Sanierung geschafft sein. Witterungsbedingt gebe es im Winter eine Pause; die restliche Strecke soll dann ab zirka April 2020 bearbeitet werden. «Läuft alles gut, sind wir im Herbst 2020 fertig.»

Verkehrsbehinderungen nicht zu verhindern

Ein Lichtsignal regelt während der Sanierung den Verkehr. «Wir geben uns Mühe, das Signal so optimal wie möglich einzustellen.» Trotzdem müsse – besonders am Anfang – mit grösseren Verkehrsbehinderungen gerechnet werden. «Leider kann dies nicht vermieden werden. Wir hoffen auf das Verständnis der Betroffenen.»
Inwiefern die Erneuerung der Werkleitungen die Anwohner tangiert, ist noch nicht klar. Die Technischen Betriebe Flawil sind derzeit noch in der Planungsphase und wollen zu gegebener Zeit kommunizieren.