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Sorge vor der Jahrhundertflut: Hochwasserschutz prägt Diskussion um Strassensanierung in Zuzwil

Der Zuzwiler Gemeinderat plant, die Lindaustrasse zu sanieren. Zudem sollen Massnahmen zur Verkehrsberuhigung erfolgen. Bei der Bevölkerung sorgte aber vor allem der Hochwasserschutz für Diskussionen.
Gianni Amstutz
Die Lindaustrasse soll auf einer Länge von 200 Metern saniert werden. (Bild: PD)

Die Lindaustrasse soll auf einer Länge von 200 Metern saniert werden. (Bild: PD)

«Alle Verkehrsteilnehmer sollen sich in unserer Gemeinde gut, aber vor allem auch sicher von A nach B bewegen können», sagte Gemeindepräsident Roland Hardegger anlässlich eines Informationsanlasses zur Sanierung der Lindaustrasse. «Das oberste Ziel des Gemeinderats ist dabei, die schwächsten Verkehrsteilnehmer zu schützen.» Deshalb sei geplant die Sanierung der Strasse auf einer Länge von 200 Metern, mit verkehrsberuhigenden Massnahmen zu kombinieren.

Dies entspricht einem Wunsch, der von den Anwohnern in einer Anfrage an den Gemeinderat geäussert wurde, und dem man nun entsprechen will. So werden entlang der Strasse verschiedene Ausbuchtungen mit Bäumen oder Sträuchern platziert. Vergleichbare Massnahmen hat die Gemeinde bereits auf der Ifangstrasse umgesetzt, wo dies gemäss Hardegger dazu geführt habe, dass die Autofahrer ihr Tempo drosselten. Der Gemeindepräsident ist deshalb überzeugt, dass die teilweise Verengung der Fahrbahn auch auf der Lindenaustrasse ihre Wirkung entfalten wird.

Sanierung kostet 490 000 Franken

Die verkehrsberuhigenden Massnahmen auf der Lindaustrasse werden aber nicht um ihrer selbst willen getroffen. Vielmehr ist die Strasse, die letztmals vor 40 Jahren saniert wurde, in einem schlechten Zustand und benötigte demzufolge ohnehin eine Sanierung. Indem die Gemeinde die Verkehrsberuhigung im Zuge der Sanierungsarbeiten umsetzt, kann sie Geld sparen.

Dies sei auch der Grund, weshalb die Ausbuchtungen nicht auf der gesamten Länge der Lindaustrasse umgesetzt werden, erklärte der Gemeindepräsident. Im oberen Teil sei die Strasse noch in einem guten Zustand, weshalb man dort erst zu einem späteren Zeitpunkt die verkehrsberuhigenden Massnahmen in Angriff nehmen werde. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 490000 Franken. Vorbehältlich der Zustimmung zum Kredit an der Gemeindeversammlung soll das Projekt noch bis im Herbst umgesetzt werden.

Mögliches Hochwasser bestimmt die Diskussion

Der Wantenbach, der unter der Strasse verläuft, kam ebenfalls zur Sprache. Denn die Frage ist nicht ob, sondern wann es aufgrund des zu kleinen Durchlasses unter der Strasse zu Überschwemmungen kommen wird. Für ein Jahrhunderthochwasser wäre man nicht gerüstet. Trotzdem werden die Hochwasserschutzmassnahmen nicht im gleichen Zug wie die Strassensanierung an der Lindaustrasse umgesetzt. Der Entscheid, den Durchlass noch nicht zu vergrössern, sei einerseits getroffen worden, weil dieser baulich noch in einem guten Zustand sei, erklärte Jasmine Lude vom zuständigen Ingenieurbüro Brühwiler. Anderseits müssten bei der geplanten Sanierung nur die Beläge erneuert werden. Der Strassenuntergrund hingegen könne – wenn man auf eine Vergrösserung des Durchlasses verzichte – unangetastet bleiben.

Der Dorfbach geniesst Priorität

Roland Hardegger sprach von einem gewissen Risiko, das der Gemeinderat zu Gunsten dringenderer Hochwasserschutzprojekte bewusst in Kauf nehme. Zu einem späteren Zeitpunkt werde man sich dem Problem annehmen und hoffe darauf, dass Zuzwil bis dahin von einem Hochwasser verschont bleibe.

Die anwesenden Bürger konnte dies nicht vollends zufriedenstellen. Noch zu frisch sind die Erinnerungen an das Hochwasser vom Juni 2015, als der Dorfbach über die Ufer trat und Teile des Dorfs geflutet wurden. Die Besorgnis, dass sich Ähnliches auch beim Wantenbach ereignen könnte, war spürbar. Mehrerer Bürger fragten, wie man mit einem möglichen Hochwasser umgehen würde. Hardegger erklärte, dass ein Ausbau des Durchlasses unter der Lindaustrasse gemäss Bundesvorschrift nur mit einer Offenlegung des Bachs möglich wäre. Diese würde jedoch hohe Kosten verursachen. Kosten, die der Gemeinderat für höher priorisierte Projekte einsetzen möchte.

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