Sonnental
Schluchtweg trotz Eispalast-Temperaturen gesperrt

Die Felsenarena Hohlenstein in der Talsohle des steil abfallenden Geländeeinschnitts nördlich des Oberbürer Gemeindeteils Sonnental ist ein Magnet für Wanderer – insbesondere im Winter. Doch ausgerechnet jetzt ist der Weg gesperrt.

Andrea Häusler
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Der Weg durch die Hohlenstein-Schlucht ist aus Sicherheitsgründen vorderhand gesperrt.

Der Weg durch die Hohlenstein-Schlucht ist aus Sicherheitsgründen vorderhand gesperrt.

Bilder: Andrea Häusler

Schräg unterhalb der Bruder-Klaus-Grotte führt ein schmaler Weg entlang des Sonnentaler Dorfbachs in Richtung Chlosterwald. Bereits nach wenigen hundert Metern Fussmarsch findet sich dem Wanderer in einem Felskessel aus Nagelfluh wieder. Über eine schmale Kante stürzt mit verhaltenem Getöse das Wasser in die Tiefe und sammelt sich in einem kleinen Weiher: ein lauschiger Platz im Sommer, ein eindrückliches Naturerlebnis im Winter. Denn mit der Kälte verwandelt sich die bewaldete Felslandschaft in ein märchenhaftes Winterparadies, das mit grotesken Formen und skurrilen Figuren aus Eis und Schnee auf besondere Weise magisch wirkt.

Schneelast liess Stämme brechen

Derzeit ist der natürliche Eispalast allerdings nicht zugänglich. Der Wanderweg ist gesperrt. Grund dafür sind die intensiven Schneefälle, beziehungsweise Schneelasten dieses Winters, welche nicht nur Äste geknickt, sondern eine Vielzahl von Bäumen zu Fall gebracht haben. «Teilweise liegen die Stämme quer über dem Weg», sagt Revierförster Bernhard Herbert. Dies ist jedoch nicht der einzige Grund für den Entscheid der beteiligten Gemeinden, den Weg aus Sicherheitsgründen zu sperren. «Wir wissen schlicht nicht, wie stabil jene Bäume sind, die stehengeblieben sind», ergänzt er.

Holzschlag zur Waldrandverjüngung

Der Schluchtweg ist zu. Weiterhin offen ist die alternative Wegverbindung zum Nollen, nach Lenggenwil/Zuzwil oder in Richtung Kloster Glattburg über das steile Gelände neben dem Felskrater. Oberhalb des Abgrunds findet derzeit ein beträchtlicher Holzschlag statt. Dieser hat jedoch, laut Bernhard Herbert, keinen direkten Zusammenhang mit den schneebedingten Waldschäden in der Hohlenstein-Schlucht. «Es handelt sich hier um einen zum vornherein geplanten Waldrandschlag, welcher der Verjüngung, beziehungsweise Pflege des Bestandes dient, sich letztlich aber auch auf die Sicherheit auswirkt», sagt er.

Der Holzschlag oberhalb der Hohlenstein-Schlucht hat mit den Waldschäden entlang des Sonnentaler Dorfbaches nur indirekt etwas zu tun.

Der Holzschlag oberhalb der Hohlenstein-Schlucht hat mit den Waldschäden entlang des Sonnentaler Dorfbaches nur indirekt etwas zu tun.

Der Wald westlich der Schlucht, dort, wo derzeit Holz geschlagen wird, ist übrigens in Privatbesitz. Die Wandparzelle auf der gegenüberliegenden Seite gehört Pro Natura St.Gallen-Appenzell und ist im kantonalen Waldentwicklungsplan Notker der Vorrangfunktion Naturschutz zugeordnet.

Wegsanierung im Frühjahr

Wann der Wanderweg zum Wasserfall in der Hohlenstein-Schlucht wieder begehbar ist, steht derzeit nicht fest. «Wir warten auf den Forst, welcher die zunächst die anstehenden Aufräumarbeiten leistet», sagt Oberbürens Gemeindepräsident Alexander Bommeli. Sobald diese abgeschlossen seien, werde der Weg wieder freigegeben.

Zumindest vorübergehend. Denn es steht eine Sanierung des Fusswegs an. Diese ist im kommenden Frühjahr geplant und findet in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Niederhelfenschwil statt, auf deren Gebiet der grössere Teil des Weges liegt, wie Bommeli sagt. Vorgesehen sei, dass dafür auch Zivilschutzleistende eingesetzt werden. Ob dies möglich ist, hänge aber nicht zuletzt von der Entwicklung der Coronasituation ab.

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