Sonnenberg statt Ruetwis

Die Deponieplanung St. Gallen-Rorschach sucht neue Standorte zur Entsorgung von Aushubmaterial. Zu Jahresbeginn wurde bekanntgegeben, dass Niederwil sowie Oberbüren zur Debatte stehen. Nun hat sich einiges geändert.

Zita Meienhofer
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Die Holcim Kies und Beton AG plant, im Gebiet Sonnenberg (pinkfarbener Kreis) Kies abzubauen. Dieser Standort könnte dann allenfalls als neue Deponie für Aushubmaterial dienen. (Bild: zVg)

Die Holcim Kies und Beton AG plant, im Gebiet Sonnenberg (pinkfarbener Kreis) Kies abzubauen. Dieser Standort könnte dann allenfalls als neue Deponie für Aushubmaterial dienen. (Bild: zVg)

OBERBÜREN. Wenn gebaut wird, muss Aushubmaterial abgeführt werden. Dieses wird bislang in der Region zwischen dem Fürstenland und Rorschach in die Deponie Tüfentobel in Engelburg transportiert. Doch die Kapazität dort wird allmählich knapp, die Verantwortlichen des Kantons suchen nach neuen Deponiestandorten. Ende Januar wurde bekanntgegeben, dass das Gebiet Ruetwis/Büelen in Niederwil sowie jenes nordöstlich des Thurhofs in Oberbüren als mögliche neue Deponien in Frage kommen würden. An der Vorgemeinde im März liess der Gemeinderat Oberbüren die Anwesenden wissen, dass für eine allfällige Deponie im Gebiet Ruetwies/Büelen bereits konkrete Ideen vorhanden seien. Seither gab es keinen neuen Informationen.

Kies abbauen

Doch die Verantwortlichen von Kanton und Gemeinde blieben nicht untätig und hatten weitere Abklärungen der Projekte in Oberbüren und Niederwil vorgenommen. Ebenfalls wurde die Holcim Kies und Beton AG aktiv. Diese möchte im Gebiet Sonnenberg in Niederwil – rund 1,5 Kilometer vom Gebiet Ruetwis/Büelen entfernt – Kies abbauen. Im Richtplan ist der Sonnenberg bereits seit Jahren als Kiesabbaugebiet ausgeschieden, und zudem bestehen privatrechtliche Verträge mit den vier Grundeigentümern.

Nicht zumutbar

«Klar ist», sagte Oberbürens Gemeindepräsident Andrea Taverna, «dass die Abbaufläche auch wieder mit Aushubmaterial gefüllt und ökologisch gestaltet werden muss.» Klar ist auch, dass nicht beide Deponien in Niederwil in den kommenden Jahren errichtet werden. «Eine solche Situation kann den Einwohnern von Niederwil nicht zugemutet werden», erklärt Andrea Taverna auf Anfrage. Das Vorhaben, im Gebiet Ruetwis/Büelen eine Deponie zu errichten, ist demnach vorläufig auf Eis gelegt. Der Oberbürer Gemeinderat bevorzugt das Gesuch der Holcim Kies und Beton AG, weil die Abklärungen weiter fortgeschritten sind als bei der Deponie Ruetwis/Büelen und weil mit dem Kiesabbau und der Deponie für Aushubmaterial eine doppelte Nutzung besteht. Zudem sei die direkte Zu- und Wegfahrt über das Gebiet Iselberg voraussichtlich weniger problematisch, so der Gemeinderat. Gemäss Aussagen der Verantwortlichen der Gemeinde wird die Holcim Kies und Beton AG in den kommenden Wochen das Vorprüfungsgesuch einreichen. Je nachdem, wie der Bericht ausfallen wird, muss das Projekt ergänzt oder angepasst werden.

Thurhof: Eingehend prüfen

Eingehend geprüft wird nun der Standort Thurhof. Gemäss Gemeinderat zeigen erste grobe Studien des Kantons auf, dass sich dies lohne, liege doch der Deponiestandort unter anderem recht nahe beim Industriegebiet Haslen und sei somit nicht weit vom Autobahnanschluss entfernt. «Allerdings», sagt Taverna, «müssen vorgängig Fragen zum Thema Verkehr geklärt werden.» Die Ergebnisse dürften bis Ende Jahr vorliegen. Der Kanton verzichtet deshalb darauf, den Standort Thurhof bereits in den kantonalen Richtplan 2013 als Aushub-Deponie-Standort aufzunehmen.