Sonne versorgt das ganze Schulhaus

Seit Mitte Juli ist auf dem Dach der Primarschule Zuckenriet eine Photovoltaikanlage in Betrieb. Wie diese funktioniert, lernten 5.- und 6.-Klässler beim gestrigen Workshop. Mit einer Leistung von jährlich 28 000 kW/h deckt die Anlage den Strombedarf des Schulhauses komplett.

Ursula Ammann
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ZUCKENRIET. Die Sonne zeigt sich gerade von ihrer besten Seite. Das macht sich am Eingang der Primarschule Zuckenriet direkt in Zahlen bemerkbar. Dort hängt die Anzeigetafel für die Photovoltaikanlage, die seit Mitte Juli dieses Jahres auf dem Dach des Schulhauses in Betrieb ist.

Um damit vertraut zu werden, was über ihren Köpfen so vor sich geht, besuchten gestern die 5.- und 6.-Klässler einen Workshop zum Thema Photovoltaik.

Mit gutem Beispiel vorangehen

28 000 Kilowattstunden produziert die Anlage pro Jahr. Diese Menge reiche aus, um den gesamten Strombedarf des Schulhauses – dieser liegt bei 22 000 Kilowattstunden jährlich – zu decken, informierte Gemeinderat Marcel Zwick. Der Verantwortliche fürs Elektrizitätswerk eröffnete den Schülerinnen und Schülern aber auch einen Einblick in den Energiehaushalt der Gemeinde. «Sechs bis sieben Prozent des Stroms stammen mittlerweile von Solaranlagen», erklärte Marcel Zwick.

Die Anlage auf dem Dach des Primarschulhauses sei aber nicht nur ein Stromlieferant, sondern auch ein Sinnbild dafür, dass die Gemeinde mit gutem Beispiel vorangehe. Darüber hinaus soll sie die Schülerinnen und Schüler sensibilisieren für erneuerbare Energien. Deren ökonomischen und ökologischen Mehrwert betonte Zwick gleich im Anschluss: «Die Sonne ist im Vergleich zu Erdöl und Gas gratis», hielt er fest. Und sie hinterlasse auch keine Verunreinigungen in der Luft.

Ungenutztes Potenzial

«Die Sonne hat ein unglaubliches Potenzial, das extrem unterschätzt wird», betonte Roland Buchreiter, Geschäftsführer der Firma H Lenz AG, Solar- und Wärmetechnik, welche die Anlage auf dem Dach des Schulhauses installierte.

Die Sonne strahle jährlich mit 40 000 Milliarden Kilowattstunden auf das Gebiet der Schweiz, womit man 220mal deren Strombedarf decken könnte. Zusammen mit den Schülerinnen und Schülern rechnete er auch aus, wie viel Erdöl man mit einer Anlage wie jener auf dem Dach der Zuckenrieter Primarschule jährlich einsparen kann. Nämlich 2800 Liter.

Auch zeigte Buchreiter den 5.- und 6.-Klässlern auf, welche verschiedenen Anlagetypen es gibt und wie diese funktionieren.

Auch der Mond sorgt für Energie

Im Anschluss nutzten einige Kinder die Gelegenheit, um Fragen zu stellen. Ein Mädchen wollte wissen, welche Speichermöglichkeiten es gebe, um in der Nacht die am Tag produzierte Sonnenenergie nutzen zu können.

Es werde immer aktueller, Energie auf einer Batterie zu speichern, damit man sie zeitversetzt beziehen könne, antwortete Roland Buchreiter. «Irgendwann werden diese Batterieleistungen so optimiert sein, dass sich jeder nahezu selbst versorgen kann.» Er verriet aber auch, dass manchmal auch in der Nacht Strom produziert werden kann. Nämlich dann, wenn der Vollmond besonders hell scheint.