Sommerfreuden im Uzwiler Schwimmbad

Klaus Sohmer, Archivar der Vereinigung für Kulturgut Uzwil, hatte beim sechsten «Weisch-no-Treff» die Themen «alti Badi» und «Uzwiler und Niederuzwiler Restaurants – einst und jetzt» gewählt. Ein Blick in die Vergangenheit, der auf Interesse stiess.

Philipp Stutz
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Die Uzwiler Badi, 1935 in Notstandsarbeit erstellt, hat seinen baulichen Charakter bis heute bewahrt. Das Foto dürfte in den Vierzigerjahren entstanden sein. (Bild: Arhcivbild: pd)

Die Uzwiler Badi, 1935 in Notstandsarbeit erstellt, hat seinen baulichen Charakter bis heute bewahrt. Das Foto dürfte in den Vierzigerjahren entstanden sein. (Bild: Arhcivbild: pd)

NIEDERUZWIL. Das Uzwiler Schwimmbad war 1935 im Rahmen von Notstandsarbeiten erbaut worden, herrschte doch damals grosse Arbeitslosigkeit. Ein Jahr nach der Eröffnung wurde ein Film über die Badi gedreht, der am «Weisch-no-Treff» vom Donnerstagnachmittag gezeigt wurde. Er stand unter dem Titel «Sommerfreuden – Leben und Treiben im Schwimmbad». Der Film zeigte auf, dass die Anlage mit ihrem markanten Sprungturm ihren Charakter bis heute bewahrt hat.

Ein «gewaltiges Bauwerk»

Der Tag in der Badi begann mit dem Aufzug der Schweizer Fahne. Es herrschte grosser Andrang, eine «Badekapelle» unterhielt die Gäste im Schatten der Bäume. Akrobatisches wurde beim Turmspringen gezeigt. «Das Schwimmbad war ein gewaltiges Werk», sagte Klaus Sohmer. Der ehemalige Uzwiler Gemeinderat Fritz Leuenberger fügte hinzu, dass der Betrieb der Anlage früher im Gegensatz zu heute noch profitabel gewesen sei.

Der legendäre «Schweizerhof»

Im zweiten Teil befasste man sich mit Gastronomie. Genauer mit Restaurants in Uzwil und Niederuzwil. Viele bestehen noch heute, andere sind längst verschwunden. So wurde das legendäre Hotel Schweizerhof 1984 abgebrochen. Zum Betrieb gehörte ein Saal, der 800 Personen fasste. Weihnachtsausstellungen, Unterhaltungsabende, Referate und vieles mehr wurden hier durchgeführt. Der «Schweizerhof» war auch das erste Kino in Uzwil.

Coiffeur im Hause

«In Niederuzwil herrschte eine grosse Beizendichte, was mit den vielen Gästen im Bad Buchental zu tun gehabt hat», sagte Sohmer. Interessant gestaltete sich die Werbung. So war von guter Küche, reellen Weinen und kulanter Bedienung die Rede. Der heute nicht mehr als Restaurant dienende «Adler» in Niederuzwil warb mit «einem grossen Fernsehapparat und Coiffeur im Hause». Das Hotel Uzwil fiel 1909 einem Brand zum Opfer und wurde später wieder aufgebaut. Viele Reminiszenzen wurden am «Weisch-no-Treff» ausgetauscht, wobei das grosse Wissen der Besucher über ihren Wohnort auffallend war.

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