SOB investiert 20 Millionen

Während fünf Wochen ist die Bahnlinie zwischen Neckertal-Brunnadern und Degersheim gesperrt. Es gibt einen Busersatz. Der grösste Ausgabenposten ist die Erneuerung des Oberbaus.

Martin Knoepfel
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DEGERSHEIM. Seit Montag und bis zum 9. August ist der 4,3 Kilometer lange Abschnitt der Südostbahn (SOB) zwischen Degersheim und Brunnadern-Neckertal wegen Bauarbeiten gesperrt. Gestern fand eine Baustellenbegehung statt, verbunden mit einer zeremoniellen Eröffnung der Baustelle. Markus Barth, zuständig für Bau und Infrastruktur, sagte, dass er zuversichtlich sei, dass die SOB den Nachholbedarf bei der Infrastruktur bis 2021 abbauen könne.

Drei Jahre planen

Die Projektierung für den Cluster 2015 Ost habe drei Jahre gedauert, sagte Gesamtprojektleiter Manfred Guntlin, Im April hätten Vorarbeiten begonnen, etwa zur Sicherung von Böschungen. Auch die Schienen und Schwellen, die neu eingebaut werden, hat man schon an Ort und Stelle transportiert. 467 Tonnen Schienen, 2000 Tonnen Betonschwellen und 17 000 Tonnen Schotter werden eingebaut. Dank der Totalsperrung könne man wirtschaftlicher arbeiten. Zudem sei die Qualität der Arbeiten besser, sagte Manfred Guntlin. Brunnadern-Neckertal sei eine wichtige Installationsplattform. Der Bahnhof Mogelsberg diene als zweiter Umschlagplatz für das Material. Gerne hätte die SOB am Samstag losgelegt, doch stand dem die Sperrung des Seedamms in Rapperswil im Weg.

Gewölbe abhobeln

Der Cluster 2015 umfasst rund 20 einzelne Projekte (siehe Karte). Dazu zählen Unter- und Oberbausanierungen sowie die Instandstellung von Entwässerungen und Abdichtungen, etwa bei Viadukten, Stützmauern und Tunnels. Dazu kommen Gewölbesanierungen in den Tunnels Schoren, Russen und Neuhaus, Rodungen entlang der Strecke sowie der Einbau von Sicherheitsnetzen gegen Eisschlag. Der Schorentunnel erhält eine Stromschiene, und im Russentunnel entspricht die Aufhängung der Fahrleitung nicht mehr der heutigen Norm. Im Schorentunnel wird der Boden so abgesenkt, dass Doppelstockfahrzeuge verkehren könnten. In den beiden anderen Tunnels tat man dies 2012, schüttete das Schotterbett aber wieder auf. Das jetzt zu korrigieren, kostet einige zehntausend Franken.

Für die Arbeiten in den Tunnels dienen zwei Vanolier genannte umgebaute Tunnelbohrmaschinen. Ein Bagger am einen Ende der Maschine gräbt den Schotter aus. Ein Förderband läuft durch die Maschine bis zu einem Transportwagen am anderen Ende. Dabei muss der Bagger sich nicht drehen, was im Tunnel gar nicht möglich wäre.

Fahrzeitreduktionen als Folge der Erneuerung der Strecke sind allerdings nicht zu erwarten. Das bestätigte Manfred Guntlin. Markus Barth sagte, zwischen der Kurve Russentunnel und dem Bahnhof Mogelsberg habe das Gleis immer wieder stabilisiert werden müssen.

21 statt 7 Minuten

Die Fahrzeit Wattwil–Herisau steigt wegen des Busersatzverkehrs um 30 bis 60 Minuten. Der Grund sind die Anschlüsse in Degersheim und Brunnadern-Neckertal in Richtung Herisau und Wattwil. Der Bus benötigt 21 Minuten inklusive Umsteigen zwischen Brunnadern-Neckertal und Degersheim, gegenüber sieben Minuten der S-Bahn. Mogelsberger können einen Teil des Zeitverlust kompensieren, da der Bus auch im Dorfzentrum hält, während der Bahnhof einige Minuten vom Dorf entfernt liegt.

Den Busersatzverkehr besorgt die Rottal Auto AG aus dem Kanton Luzern. Der Auftrag sei öffentlich ausgeschrieben worden, sagte Roland Vetsch, der bei der SOB für die Entwicklung der Verkehrskonzepte zuständig ist.

Fünf Busse im Einsatz

Bei Unternehmen, die viele Schüler transportierten, seien in den Ferien grössere Busse verfügbar. Täglich seien drei Gelenk- und zwei Standardbusse im Einsatz, sagte Roland Vetsch. Ein Reservebus stehe in Degersheim. Die Gelenkbusse fahren direkt zwischen Degersheim und Brunnadern, der Standardbus bedient zusätzlich Mogelsberg. Während der Bauarbeiten für den Cluster 2015 fahren die S4 und der Voralpen-Express, der in Lichtensteig hält, von Wattwil bis Brunnadern-Neckertal.

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