So viele Lernende wie nie zuvor

Das Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil-Uzwil (BZWU) sieht sich mit räumlichen Herausforderungen konfrontiert. In Uzwil ist deshalb ein Anbau ans bestehende Gebäude geplant – die Baubewilligung dazu ist bereits erteilt.

Philipp Stutz
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Der Standort Uzwil des Berufs- und Weiterbildungszentrums gilt als Kompetenzzentrum für technische Berufe. (Bild: Philipp Stutz)

Der Standort Uzwil des Berufs- und Weiterbildungszentrums gilt als Kompetenzzentrum für technische Berufe. (Bild: Philipp Stutz)

UZWIL. «Wir haben derart viele Lernende wie noch nie und damit Vollbelegung», sagt Marco Frauchiger, Rektor des Berufs- und Weiterbildungszentrums Wil-Uzwil. Die Schulstandorte in Wil und Uzwil hätten ihre Kapazitätsgrenze erreicht.

Neubau kostet 2,5 Millionen

Der geplante zweigeschossige Anbau ans bestehende Gebäude an der Schöntalstrasse in Uzwil wird Kosten von rund 2,5 Millionen Franken in Anspruch nehmen. Diese hat der Kanton zu tragen, der Eigentümer der Schulanlage ist. Bauherrschaft bildet denn auch das Kantonale Baudepartement. «Der Sonderkredit ist vom Regierungsrat bewilligt worden», sagt Marco Frauchiger. Der Neubau wird südlich der bestehenden Anlage errichtet. Dort sind die nötigen Landreserven vorhanden, die sich im Eigentum des Kantons befinden.

Baupiste und Fussweg

«Die Baubewilligung ist erteilt – die Arbeiten werden ausgeschrieben», ergänzt Frauchiger. Vom Uzwiler Gemeindesaal westlich der Schulanlage wird eine Baupiste erstellt, die später als Zufahrt zum neuen zweistöckigen Gebäude dienen wird. «Es wird keine öffentliche Strasse zum Anbau sein, doch wir benötigen sie für Automobile, die für den praxisnahen Unterricht im Neubau eingesetzt werden», betont Frauchiger. Ist die Schule doch im Besitz von Personenwagen, die Schulungszwecken dienen. Auf diesem Areal vereinigen sich zwei Projekte. Will doch die Gemeinde Uzwil eine Fuss-/Radwegverbindung von der Sonnenhügel- bis hin zur Schöntalstrasse entlang des Bühler-Parkplatzes realisieren. Diese neue Verbindung soll besonders Schülerinnen und Schülern als sicherer Weg zur Oberstufe dienen (vgl. Wiler Zeitung vom 28. Oktober). Im Investitionsbudget der Gemeinde findet sich ein Kredit von 250 000 Franken. Der Fuss- und Radweg wird realisiert, sofern die Stimmberechtigten der Gemeinde Uzwil dem Kredit an der Budgetversammlung vom 24. November zustimmen.

Zweigeschossiger Neubau

Die Arbeiten für den Neubau sollen laut dem Rektor im Verlauf der kommenden Wochen in Angriff genommen werden. Die Fertigstellung ist auf Herbst 2015 geplant. Der Anbau gliedert sich in zwei Geschosse. Im Untergeschoss wird die nötige Infrastruktur für den Unterricht der Fahrzeugberufe wie Automobil-Fachmann und -Mechatroniker bereitgestellt. Hinzu kommen die Reifenpraktiker für Personenwagen und Nutzfahrzeuge (Lastwagen). Zur Infrastruktur zählen beispielsweise Hebebühnen und ein Leistungsprüfstand. Das Obergeschoss des Neubaus wird der Ausbildung der industriellen Berufe dienen. Dazu zählen Polymechaniker, Konstrukteure sowie Anlage- und Apparatebauer.

Affinität zur Industrie

Diese Berufe besitzen eine hohe Affinität zur hiesigen Industrie. Gilt doch Uzwil als Technologiestandort schlechthin. Lasermaschinen, 3D-Printing für die Visualisierung, Härten, Robotik, Elemente der Steuerungstechnik und Automatisation sind weitere Stichworte. Apparaturen sollen den Unterricht praxisnah gestalten. «Hierbei handelt es sich um Räume, die von allen Lernenden im Bereich der Technik genutzt werden», ergänzt Frauchiger. Die Anzahl derselben sei schwer zu beziffern. Doch sei der Neubau darauf ausgerichtet, dass eine spätere Aufstockung durchaus möglich sei.

«Schulraum der Zukunft»

Die Zielrichtung ist für Rektor Marco Frauchiger klar: Die reguläre Schulzimmer-Infrastruktur muss den aktuellen Bedürfnissen der einzelnen Berufsfelder angepasst und mit Praxisräumen für einen handlungsorientierten Unterricht ergänzt werden. «Unser Unterricht muss mit den Lerninhalten der Ausbildungsbetriebe eng abgestimmt sein», betont Frauchiger. Das sei mit entsprechenden Lernmethoden und der nötigen Infrastruktur verbunden. Und, ganz wichtig, die Lernenden werden als Kunden betrachtet.

Der Erweiterungsbau (orange markiert) wird auf der Südseite der Schulanlage erstellt. (Bild: pd)

Der Erweiterungsbau (orange markiert) wird auf der Südseite der Schulanlage erstellt. (Bild: pd)

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