So ruhig und doch so stark

Natur und nah (2): Ein Ausflug zum Hohlenstein zwischen Lenggenwil und Sonnental ist beeindruckend. Vor allem eines wird deutlich: Wasser hat eine unglaubliche Kraft. Die Wiler Zeitung hat sich bei einem Besuch davon überzeugt.

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Von Soldatenhand geschaffen: 46 Stufen.

Von Soldatenhand geschaffen: 46 Stufen.

Lenggenwil. Wegweiser zum Hohlenstein findet man in Lenggenwil nirgends. Bekannter ist der spezielle Ort im Nachbardorf Sonnental. Dessen Dorfkorporation ist es denn auch, die regelmässig eine Hohlensteinputzete durchführt – und dies obwohl der Hohlenstein auf Gemeindegebiet von Niederhelfenschwil liegt. Der Weg zum Hohlenstein – zu den Gründen dieses Namens kommen wir später – ist von Sonnental her denn auch einfacher zu finden als von Lenggenwil. Ein Spaziergang von Lenggenwil aus ist allerdings nicht minder schön.

Ein Blick zurück

Als Startpunkt zur Wanderung eignet sich das Schulhaus in Lenggenwil. Dort ist Platz für das Abstellen von Autos, ausserdem kann man auch mit dem Postauto (Haltestelle Post) anreisen. Vom Schulhaus läuft man die Zuckenrieterstrasse hinunter in Richtung Hauptstrasse. Unterhalb der Kirche ist ein Wegweiser «Hueb» zu sehen. In diese Richtung geht es. Im Dorfladen oder beim darauffolgenden Hofladen bietet sich die letzte Möglichkeit, Proviant einzukaufen. Auf einer Teerstrasse geht es dann aus dem Dorf hinaus, stetig, aber nie steil aufwärts. Autos begegnen einem selten, so dass man sich gut an den saftigen Wiesen und den voll beladenen Obstbäume erfreuen kann. Nach rund 15 Minuten erreicht man eine kleine Anhöhe, der Weiler «Hueb» taucht auf. Anstatt schnell vorwärts zu gehen, lohnt sich hier ein Blick zurück. Hinter einem breiten sich die Dörfer Lenggenwil und Zuckenriet aus, in der Ferne thront das Schloss über Zuckenriet.

Nach einer guten Viertelstunde Marschzeit, kurz vor der «Hueb», zweigt ein Weg links vom Hauptweg ab, der Wegweiser zeigt in Richtung Sonnental. Diesem Weg muss man folgen, wenn man zum Hohlenstein gelangen will. Hierbei wird einem klar, dass es auf dem Weg zum Ziel nur selten geradeaus geht. Steil geht es hinunter in den Wald hinein – es sollte nicht das einzige Mal bleiben.

Nass und rutschig

Beim Waldeingang merkt man zum ersten Mal, warum man sich die schweren Wanderschuhe an die Füsse gebunden hat. Ein kleiner Waldweg führt beim Waldrand rechts in den Wald hinein. Der Boden ist feucht, es ist ruhig im Wald. Einzig ein paar Vogelstimmen sowie das Plätschern eines Bächleins, das rechter Hand vorbeifliesst, sind zu hören. Sich zu viel auf die Umgebung zu konzentrieren, liegt allerdings nicht drin. Wer nicht im Matsch landen will, achtet auf den Weg.

Soldaten im Einsatz

Mitten im Wald – er kommt einem fast fehl am Platz vor – trifft man dann auf einen Wegweiser. Er zeigt den Weg Richtung Sonnental an. Das Rauschen des Wassers kommt immer näher, der Hohlenstein kann nicht mehr weit sein. «Bausap KP 24/3 Zug Galler» steht auf einer massiven Holzbank, an der man vorbeikommt. Was die WK-Soldaten im Mai dieses Jahres geschaffen haben, bekommt man auf dem weiteren Weg ganz klar zu schätzen. 46 Stufen haben sie feinsäuberlich betoniert, sie führen steil hinab in eine kleine Senke. Hier fliessen drei verschiedene Bächlein zusammen, bevor sie danach gemeinsam in den Hohlenstein stürzen. Der Wasserfall ist zum Greifen nah, man steht nun sozusagen auf dem Dach des Hohlensteins.

Eine riesige Felsarena

Das Ziel ist deshalb aber noch nicht erreicht, kurz vor Schluss wird es für Muskeln und Lunge noch einmal anstrengend. Wie in einer Achterbahn geht es hinauf und dann steil bergab – bevor man endlich sieht, woher der Hohlenstein seinen Namen hat. Man findet sich wieder in einer riesigen Arena, umgeben von mächtigen Felsen. Ein kleiner Wasserfall speist einen See, von diesem fliesst ein Bach in Richtung Sonnental. Er ist es, der den Hohlenstein zu dem gemacht hat, was er ist. Während der letzten zigtausend Jahre hat er den riesigen Stein so umflossen, dass er hohl wurde. Mit gutem Schuhwerk kann man zum Bächlein hinabsteigen und sich so hinein in den hohlen Fels begeben. Es wird dunkler, plötzlich hat man ein Dach über dem Kopf. Dass es nicht einstürzt, ist ein beeindruckendes Wunder der Natur. Mit seiner Feuerstelle und verschiedenen Ruhebänken ist der Hohlenstein ideal für eine Pause, für das Geniessen der mächtigen Natur.

Für den Rückweg gibt es dann verschiedene Möglichkeiten. Entweder läuft man dem Bach entlang rund 15 Minuten nach Sonnental. Man kann aber auch die Treppen wieder hochsteigen und in einer guten halben Stunde nach Lenggenwil zurückwandern.

Natalie Brägger

Die Wiler Zeitung stellt in der Serie «Natur und nah» in loser Folge Orte vor, die einen Besuch wert sind.

Eine Grillstelle lädt zum Verweilen ein. Mut beweist, wer in die Felsspalte zum Bach hinabsteigt.

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Kleiner Bach, grosse Wirkung: Im Laufe der Jahre hat das Wasser den Fels ausgehöhlt. (Bilder: nb.)

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Der kleine See mit Wasserfall macht den Hohlenstein einzigartig – und eben auch hohl.

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