Smartphones trüben die Stimmung an der «Schnäggeloch»-Party in Bronschhofen

Hunderte Fasnächtler feierten am Samstag im Bronschhofer «Schnäggeloch» die fünfte Jahreszeit.

Christof Lampart
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Das virtuelle Erlebnis ging für viele Besucher vor, was die Stimmung etwas dämpfte.

Das virtuelle Erlebnis ging für viele Besucher vor, was die Stimmung etwas dämpfte.

Bild: Christof Lampart

Was haben ein Kinderlied und die närrische Zeit gemeinsam? In diesem Fall vieles: Denn genauso wie der «Hans im Schnäggeloch» alles hat, was er will, war auch der «Schnäggeloch»-Abend im Bronschhofer Ebnet-Saal genau das, was viele wollten, ja geradezu sehnsüchtig sich in den Tagen und Wochen zuvor herbeigewünscht hatten: der Start in die hiesige Fasnachtszeit.

Ein hochkarätiges Line-up

Kein Wunder also, strömten die Maskierten und Verkleideten in Scharen zum «Schnäggeloch». Dass dabei auch in diesem Jahr fünf Guggenmusiken den Takt und somit auch weitestgehend die Stimmung vorgaben, war für niemanden, der hier feierte, eine Überraschung, sondern gewollte Abwechslung vom Alltag.

Die Schnäggegugger aus Bronschhofen wussten bei ihrem Heimspiel zu überzeugen.

Die Schnäggegugger aus Bronschhofen wussten bei ihrem Heimspiel zu überzeugen.

Bild: Christof Lampart

Den Auftakt machten in diesem Jahr die Guggemusik Rivels aus Bettwiesen, gefolgt von den Mühlengeistern aus dem südbadischen Eigeltingen, bevor dann zur Halbzeit die Gastgeber, die Schnäggegugger aus Bronschhofen, unter dem Jubel der zahlreichen Fans, die Stimmung noch weiter anheizten. Klar durften da am Ende auch nicht weitere «Hot Shots» der lokalen Fasnachtsszene fehlen. Und so komplettierten mit den Wiler Tüüfelhusare und den Rossbolle aus Rossrüti zwei hochkarätige Guggenmusiken das Line-up.

Party durch das Smartphone erleben

Die Stimmung war gut, doch bei weitem nicht feurig wie noch vor wenigen Jahren, als viele fast durchgehend noch ausgelassen um die Wette tanzten. Woran das gelegen haben mag?

Vielleicht an einem nicht mehr neuen Phänomen, das auch an diesem Abend zu beobachten war. Während die Musikerinnen und Musiker das Beste aus sich herausholten, und musikalisch das Gaspedal durchdrückten, standen viele Verkleidete reglos in der ersten Reihe und filmten minutenlang die Auftritte mit ihrem Smartphone.

Zwar schliessen sich das Feiern und das Filmen nicht aus, aber ein wenig «gruselig» war es schon, mitzuerleben, wie viele das Liveerlebnis einfach an sich passiv vorüberziehen liessen – nur um später dieses «perfekt» auf dem Handy gespeichert zu haben.

Vielleicht wäre ein Smartphone-Verbot eine Methode, die von vielen begrüsst würde. Zurück zu den Wurzeln sozusagen; der guten Stimmung wegen. Denn eine solche hat ein Event wie das «Schnäggeloch», das mit so viel Herzblut organisiert wird, auf jeden Fall verdient.